Hannover 96: Sportchef Jonas Boldt steht nach nur fünf Monaten unter Druck

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Bei Hannover 96 könnte es schon in der kommenden Woche eine wichtige Personalentscheidung geben. Die Zukunft von Sportgeschäftsführer Jonas Boldt steht nach Informationen von Sky Sport auf dem Prüfstand. Der Aufsichtsrat soll über die weitere Zusammenarbeit beraten. Gleichzeitig berichten regionale Zeitungen, dass sich maßgebliche Vertreter der Profifußballgesellschaft und des Muttervereins bereits auf eine Trennung verständigt hätten. Eine offizielle Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor.

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Die Diskussion über Jonas Boldt bei Hannover 96 fällt in eine sportlich schwierige Phase. Der niedersächsische Zweitligist belegt nach neun Spieltagen den 16. Tabellenplatz. Auch der Wechsel von Christian Titz zu Sandro Wagner hat bislang nicht die erhoffte Verbesserung der Ergebnisse gebracht. Boldt war erst am 1. Juni 2026 als Geschäftsführer Sport angetreten und besitzt einen Vertrag bis zum 31. Mai 2029.

Entscheidung über Jonas Boldt soll in der kommenden Woche fallen

Nach einem Bericht von Sky Sport vom Donnerstag, 29. Oktober, soll sich der Aufsichtsrat in der kommenden Woche mit Boldts bisheriger Arbeit befassen. Anschließend werde darüber entschieden, ob die Zusammenarbeit fortgesetzt oder beendet werde. Ein genauer Sitzungstermin oder ein konkretes Abstimmungsverfahren wurden nicht genannt.

Die Neue Presse und die Hannoversche Allgemeine Zeitung gehen in ihren Darstellungen weiter. Demnach sollen sich die Gesellschafter und Vertreter des Muttervereins Hannover 96 e.V. bereits grundsätzlich auf eine Trennung verständigt haben. Zu Beginn der kommenden Woche sei ein Gespräch mit Boldt vorgesehen.

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Die BILD hatte zuvor über zunehmende Zweifel an Boldt berichtet. Demnach soll sich auch Martin Kind, Aufsichtsratsvorsitzender der Profifußballgesellschaft, von dem Geschäftsführer distanziert haben. Eine unabhängige Bestätigung dieser Darstellung lag zunächst nicht vor.

Die Angaben unterscheiden sich damit insbesondere beim Stand der Entscheidung. Während die regionalen Zeitungen eine bereits erzielte Einigung schildern, sieht Sky Sport die endgültige Entscheidung noch ausstehend. Eine offizielle Mitteilung von Hannover 96 zu einer Abberufung oder Beendigung des Vertrags lag zunächst nicht vor.

Zuständigkeit liegt beim Aufsichtsrat der Managementgesellschaft

Die Entscheidung über eine mögliche Abberufung betrifft die Unternehmensstruktur von Hannover 96. Der Profifußball wird über die Hannover 96 GmbH & Co. KGaA organisiert. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Hannover 96 Management GmbH.

Bei Boldts Verpflichtung im Mai hatte der Verein ausdrücklich erklärt, dass der Aufsichtsrat der Hannover 96 Management GmbH für die Berufung der Geschäftsführung zuständig sei. Dieses Gremium hatte seiner Bestellung einstimmig zugestimmt.

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Management GmbH ist Ralf Nestler. Ihm gehören außerdem Gregor Baum, Hauke Jagau und Sebastian Kramer an. Martin Kind führt dagegen den Aufsichtsrat der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA. Beide Gremien sind deshalb bei der Einordnung einer möglichen Personalentscheidung auseinanderzuhalten.

Die Berichte über eine angebliche Einigung zwischen Gesellschaftern und Vereinsvertretern betreffen die interne Abstimmung zwischen den unterschiedlichen Seiten. Daraus ergibt sich allerdings noch keine offiziell bestätigte Abberufung Boldts. Ob bereits ein formeller Beschluss des zuständigen Aufsichtsrats vorliegt, blieb zunächst unklar.

Boldt übernahm im Juni die sportliche Geschäftsführung

Jonas Boldt trat seine Tätigkeit bei Hannover 96 am 1. Juni 2026 an. Der inzwischen 44-Jährige übernahm die Verantwortung für die Lizenzmannschaft und die Nachwuchsakademie. Die kaufmännische Geschäftsführung liegt bei Henning Bindzus.

Vor seinem Wechsel nach Hannover hatte Boldt verschiedene Positionen bei Bayer 04 Leverkusen ausgeübt. Dort arbeitete er zwischen 2007 und 2019 unter anderem im Scouting und als Sportdirektor. Anschließend war er von 2019 bis 2024 Sportvorstand beim Hamburger SV.

Bei seinem Amtsantritt in Hannover sollte Boldt die sportliche Entwicklung gemeinsam mit Sportdirektor Ralf Becker und dem damaligen Cheftrainer Christian Titz gestalten. In seiner Vorstellungspressekonferenz am 1. Juni erklärte er, dass er keinen vollständigen Umbruch anstrebe. Vielmehr wolle er auf den Ergebnissen der vorherigen Saison aufbauen.

Die Aufgaben waren dabei klar verteilt. Boldt sollte den strategischen Rahmen vorgeben, während Becker die operative Arbeit im sportlichen Bereich verantwortete.

Inzwischen wird auch über Beckers Zukunft diskutiert. Nach Informationen der Neuen Presse, die unter anderem SPORT1 aufgegriffen hat, könnte dessen Position künftig entfallen. Ob eine solche Veränderung tatsächlich vorgesehen ist, wurde vom Verein zunächst nicht bestätigt.

Trainerwechsel von Christian Titz zu Sandro Wagner im September

Eine der wichtigsten Personalentscheidungen während Boldts bisheriger Amtszeit war die Trennung von Christian Titz.

Am 14. September 2026 gab Hannover 96 bekannt, dass Titz als Cheftrainer freigestellt werde. Auch Co-Trainer André Kilian musste seine Aufgaben abgeben.

Der Verein begründete die Entscheidung mit einer umfassenden Analyse der sportlichen Entwicklung. Nach fünf Ligaspielen hatte Hannover lediglich vier Punkte gesammelt und belegte den 15. Tabellenplatz. Boldt erklärte damals, dass es der Mannschaft an Stabilität, Klarheit und einem konstanten Leistungsniveau gefehlt habe. Zudem hätten sich aus seiner Sicht negative Entwicklungen aus der vorherigen Saison fortgesetzt.

Zunächst übernahm U23-Trainer Lars Barlemann die Mannschaft vorübergehend. Am 19. September stellte Hannover schließlich Sandro Wagner als neuen Cheftrainer vor. Wagner unterzeichnete einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028 und leitete am 21. September erstmals das Training.

Boldt begründete die Wahl damit, dass Wagner sich intensiv auf die Gespräche vorbereitet habe und mit seinen Vorstellungen zur sportlichen Ausrichtung des Vereins passe. Auch Sportdirektor Becker hob damals Wagners offensive Spielidee und seine Erfahrungen in der Entwicklung junger Spieler hervor.

Damit hatte die sportliche Geschäftsführung den Trainerwechsel öffentlich als bewusste Entscheidung für eine neue Entwicklung dargestellt.

Hannover 96 steht auf dem Relegationsplatz der 2. Bundesliga

Die Ergebnisse nach dem Trainerwechsel erhöhten den Druck auf die sportliche Leitung.

Hannover 96 liegt vor dem zehnten Spieltag der Saison 2026/27 mit acht Punkten aus neun Partien auf Rang 16. Der Verein verzeichnet zwei Siege, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen. Das Torverhältnis liegt bei 8:15.

Unter Wagner blieb Hannover in den ersten vier Pflichtspielen ohne Sieg. Nach drei Niederlagen und einem Unentschieden folgte am Mittwoch, 28. Oktober, das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Die aktuelle Tabellenposition steht im deutlichen Gegensatz zum Ergebnis der Vorsaison. Damals hatte Hannover den vierten Platz erreicht und den Aufstieg in die Bundesliga knapp verpasst.

Das nächste Ligaspiel steht am Sonntag, 1. November, gegen Dynamo Dresden an. Beide Mannschaften haben vor dem Spiel acht Punkte. Nach Informationen von Sky Sport soll der Ausgang dieser Begegnung für die angekündigte Bewertung von Boldts Arbeit allerdings nicht ausschlaggebend sein.

Boldt hält an Sandro Wagner fest

Boldt selbst hat sich zu den Diskussionen über seine Zukunft geäußert. Nach dem Pokalausscheiden erklärte er gegenüber dem NDR, die Unruhe sei angesichts der Ergebnisse nachvollziehbar. Er verwies darauf, dass er für eine sportliche Neuausrichtung verpflichtet worden sei und diese Arbeit fortsetzen wolle.

Auf die Frage, ob er weiterhin für Hannover 96 tätig sein werde, antwortete Boldt: „Ich wüsste nicht, warum nicht.“

Gleichzeitig stellte er sich hinter Wagner. Auf die Frage nach der Zukunft des Trainers erklärte der Geschäftsführer nach dem Pokalspiel, Wagner werde jedenfalls im Amt bleiben, solange er selbst verantwortlich sei.

Wagner wiederum verwies nach der Begegnung auf seine Zusammenarbeit mit Boldt und auf Gespräche mit Martin Kind. Nach seinen Angaben habe Kind als Ziel ausgegeben, sich in dieser Saison aus der unteren Tabellenregion herauszuhalten und Ruhe für die sportliche Entwicklung zu schaffen.

Nach Informationen von Sky Sport soll Wagner derzeit weiterhin die Unterstützung von Kind und dem Aufsichtsrat besitzen. Eine Entlassung des Trainers stehe demnach gegenwärtig nicht zur Diskussion. Auch diese Angaben wurden bislang nicht durch eine entsprechende Erklärung des Vereins bestätigt.

Offizielle Entscheidung über Boldts Zukunft steht aus

Für Hannover 96 geht es bei der möglichen Personalentscheidung um die künftige Führung des sportlichen Bereichs. Der Verein hatte Boldt erst wenige Monate zuvor für eine mehrjährige Tätigkeit verpflichtet. Sein Vertrag reicht nach der offiziellen Mitteilung vom Mai bis zum 31. Mai 2029.

Sollte es tatsächlich zu einer vorzeitigen Trennung kommen, wäre damit eine weitere Veränderung in der sportlichen Leitung verbunden. Die mögliche Neuordnung der Zuständigkeiten und die Zukunft des Sportdirektors sind bislang ebenfalls nicht verbindlich geklärt.

Auch zu einem möglichen Nachfolger für Boldt gab es zunächst keine bestätigten Angaben. Ebenso wenig lag ein offiziell bekannt gegebener Termin für eine Abstimmung des zuständigen Aufsichtsrats vor.

Damit ist die Situation am Freitag, 30. Oktober 2026, weiterhin offen: Boldt ist offiziell Geschäftsführer Sport von Hannover 96. Die Prüfung seiner weiteren Beschäftigung wird für die kommende Woche erwartet. Ob das zuständige Gremium seine Arbeit fortsetzen lässt oder eine vorzeitige Trennung beschließt, ist noch nicht bestätigt.

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