Hayali und Tacke erhalten bedeutenden Preis für Fernsehjournalismus

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Die ZDF-Journalistinnen Dunja Hayali und Sarah Tacke werden mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2026 ausgezeichnet. Das gab die Jury am Donnerstag, 1. Oktober, bekannt. Der Hauptpreis geht zu gleichen Teilen an Hayali und Tacke. Zusätzlich erhält der NDR-Journalist Manuel Biallas den Förderpreis. Mit einem Sonderpreis wird die Redaktion des NDR-Medienmagazins „ZAPP“ geehrt. Die Preisverleihung findet am 5. November in Hamburg statt. Gastgeber ist in diesem Jahr der Norddeutsche Rundfunk.

Hauptpreis geht an Dunja Hayali und Sarah Tacke

Dunja Hayali gehört zu den bekanntesten Journalistinnen des ZDF. Sie moderiert unter anderem das „heute journal“ und das „ZDF-Morgenmagazin“ und arbeitet zudem als Reporterin. Die Jury hebt besonders ihre Gesprächsführung und ihre journalistische Arbeit außerhalb des Studios hervor. Sie gehe kritisch auf unterschiedliche Gesprächspartner zu und bleibe auch in kontroversen Situationen bei ihrer journalistischen Aufgabe.

In der Begründung wird außerdem Hayalis Umgang mit öffentlichen Anfeindungen thematisiert. Die Journalistin ist seit Jahren immer wieder Ziel von Hassbotschaften und persönlichen Angriffen. Die Jury würdigt, dass sie ihre journalistische Arbeit dennoch fortsetzt und dabei sowohl klassische Fernsehformate als auch neue Kommunikationswege nutzt.

Die zweite Hälfte des Hauptpreises erhält Sarah Tacke. Die promovierte Juristin leitet beim ZDF die Redaktion Recht und Justiz. Sie tritt regelmäßig in Nachrichtensendungen und Magazinen auf, um komplexe juristische Sachverhalte einzuordnen. Dazu gehören beispielsweise Fragen des Strafrechts, des Verfassungsrechts oder rechtliche Aspekte gesellschaftlicher und politischer Debatten.

Die Jury würdigt insbesondere Tackes Fähigkeit, komplizierte Rechtsfragen verständlich zu erklären und unterschiedliche Positionen voneinander zu trennen. Ihr Beitrag zu einem sachlichen und verständlichen öffentlichen Diskurs gehört zu den zentralen Gründen für die Auszeichnung.

Jury setzt Schwerpunkt auf Pressefreiheit

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2026 steht nach Angaben der Jury besonders im Zeichen der Meinungs- und Pressefreiheit. Das Gremium unter Vorsitz der Journalistin und Moderatorin Sandra Maischberger verweist auf einen zunehmenden gesellschaftlichen Druck auf professionellen Journalismus und auf veränderte Bedingungen durch digitale Plattformen.

Mit Hayali und Tacke zeichnet die Jury dabei zwei Journalistinnen mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten aus. Während Hayali vor allem als Moderatorin, Interviewerin und Reporterin bekannt ist, konzentriert sich Tackes Arbeit auf die verständliche Vermittlung juristischer Zusammenhänge. Gemeinsam ist beiden nach Auffassung der Jury eine Arbeit, die auf überprüfbaren Informationen, kritischer Befragung und nachvollziehbarer Einordnung beruht.

Förderpreis für Manuel Biallas

Eine weitere Auszeichnung geht an Manuel Biallas vom NDR. Der freie Journalist erhält den Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis 2026. Mit dem Förderpreis sollen Journalistinnen und Journalisten unterstützt werden, die bereits mit besonderen Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht haben.

Biallas beschäftigt sich in seinen Reportagen und Dokumentationen unter anderem mit Migration, sozialer Ungleichheit, Extremismus und Menschenrechten. Besonders hebt die Jury seine 43-minütige NDR-Reportage „Die Lüge vom sozialen Aufstieg?“ aus dem Frühjahr 2026 hervor. Seine Arbeiten zeichneten sich nach Einschätzung der Jury durch gründliche Recherche, Verständlichkeit und eine große Nähe zu den porträtierten Menschen aus.

Sonderpreis für die Redaktion von ZAPP

Auch die Redaktion des NDR-Medienmagazins „ZAPP“ gehört zu den Preisträgern. Sie erhält einen Sonderpreis. Das Format beschäftigt sich seit 2002 mit Journalismus, Medienunternehmen und der Berichterstattung selbst.

Die Jury würdigt vor allem die kontinuierliche kritische Auseinandersetzung der Redaktion mit der Arbeit von Medien. „ZAPP“ greift dabei unter anderem Fragen zur Qualität journalistischer Berichterstattung, zum Umgang mit Fehlern, zu öffentlichen Debatten über Medien sowie zu Darstellungen gesellschaftlicher und internationaler Konflikte auf. Der Sonderpreis soll nach der Begründung der Jury die Bedeutung einer kritischen Begleitung des eigenen Berufsstandes hervorheben.

Preisverleihung am 5. November in Hamburg

Überreicht werden die Auszeichnungen am 5. November 2026 beim NDR in Hamburg. Die Veranstaltung wird von Caren Miosga moderiert. Bestandteil des Abends ist auch eine Diskussion über Journalismus und dessen Rolle angesichts von Angriffen auf demokratische Strukturen. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung soll noch am selben Abend ausgestrahlt werden.

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis wird seit 1995 vergeben und erinnert an den 1995 gestorbenen Journalisten und früheren „Tagesthemen“-Moderator Hanns Joachim Friedrichs. Ausgezeichnet werden besondere Leistungen im kritischen Fernsehjournalismus. Die Preisverleihung findet abwechselnd beim NDR in Hamburg und beim WDR in Köln statt. Die Intendanten von NDR und WDR übernehmen die Schirmherrschaft.

Mit der Entscheidung für Hayali und Tacke sowie den zusätzlichen Ehrungen für Biallas und „ZAPP“ umfasst der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2026 damit unterschiedliche Bereiche des Fernsehjournalismus: Moderation und Reportage, juristische Einordnung, dokumentarische Arbeit und kritische Medienbeobachtung.

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