150 Jahre Henkel: WDR erzählt den Aufstieg zum Weltkonzern

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
Tech Daily

Teilen:

Der WDR widmet einem der bekanntesten deutschen Familienunternehmen am Freitagabend eine neue Dokumentation. Dynastien in NRW: Henkel – Vom Waschpulver zum Weltkonzern läuft heute, 4. September 2026, von 20:15 bis 21:00 Uhr im WDR Fernsehen. Es handelt sich um die TV-Erstausstrahlung des Films. Eine Wiederholung ist für Sonntag, 6. September, um 11:15 Uhr vorgesehen. Die eigentliche Dokumentation hat in der Mediathek eine Laufzeit von 43 Minuten und 56 Sekunden.

Anzeige

Die Produktion gehört zur WDR-Reihe Dynastien in NRW und wird innerhalb des Dokumentationsplatzes Heimatflimmern ausgestrahlt. Im September zeigt der Sender zwei neue Beiträge über traditionsreiche Familienunternehmen. Henkel bildet am 4. September den Auftakt, eine Woche später folgt am 11. September die Dokumentation über Katjes. Eine eigene nummerierte Folgenangabe für die Henkel-Ausgabe weist der WDR nicht aus.

Henkel-Doku verbindet Unternehmensgeschichte und Familiengeschichte

Der Film zeichnet die Entwicklung von Henkel von der Gründung im 19. Jahrhundert bis zum international tätigen Konzern nach. Im Mittelpunkt steht zunächst Fritz Henkel, der das Unternehmen 1876 gemeinsam mit zwei Partnern in Aachen gründete. Bereits zwei Jahre später wurde der Standort nach Düsseldorf verlagert. Dort befindet sich bis heute der Hauptsitz des Unternehmens. Einen entscheidenden Schritt brachte 1907 die Einführung von Persil. Das Waschmittel vereinfachte den damals aufwendigen Waschvorgang erheblich und entwickelte sich zu einer der bekanntesten Marken des Unternehmens.

Die Dokumentation beschränkt sich dabei nicht auf Waschmittel. Sie verfolgt den Ausbau des Unternehmens in weitere Geschäftsfelder und zeigt bekannte Marken wie Pritt, Pattex, Pril und Schwarzkopf. Hinzu kommt das heute wirtschaftlich bedeutende Geschäft mit Klebstofftechnologien für die Industrie. Henkel ist damit längst nicht mehr nur ein Konsumgüterhersteller. Klebstoffe und funktionale Materialien des Konzerns kommen unter anderem in Fahrzeugen, Elektronikprodukten und anderen industriellen Anwendungen zum Einsatz.

Anzeige

Auch die Entwicklung der Werbung spielt eine Rolle. Der Film greift unter anderem die bekannte Persil-Werbefigur der Weißen Dame und die Pril-Blumen auf und nutzt diese Kampagnen, um Veränderungen im Konsumverhalten und in gesellschaftlichen Rollenbildern nachzuzeichnen. Damit verbindet die Dokumentation Markenhistorie mit einem breiteren Blick auf deutsche Alltags- und Wirtschaftsgeschichte.

Auch Weltkriege und NS-Zeit sind Teil der Dokumentation

Die Erfolgsgeschichte wird nicht isoliert dargestellt. Der Film behandelt nach Angaben des WDR auch wirtschaftliche Rückschläge, die beiden Weltkriege und den Wiederaufbau des Unternehmens. Einen eigenen Schwerpunkt bildet die Rolle von Henkel während des Nationalsozialismus. Dieser Teil der Firmengeschichte ist zudem Gegenstand neuer wissenschaftlicher Forschung.

Der Bonner Historiker Joachim Scholtyseck hat die Geschichte von Henkel über mehrere Jahre untersucht. Seine umfangreiche Unternehmensgeschichte behandelt unter anderem die Entwicklung vom Waschmittelhersteller zum Weltunternehmen und arbeitet die Rolle des Konzerns während der NS-Zeit auf. Henkel hatte die Studie nach eigenen Angaben im Vorfeld des 150-jährigen Jubiläums vorgestellt.

Carsten Knobel und Simone Bagel-Trah im Film

Aktuelle Aufnahmen führen die Unternehmensgeschichte bis in die Gegenwart. Der WDR zeigt unter anderem Henkel-Vorstandschef Carsten Knobel und Simone Bagel-Trah, Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses. Historische Bilder erinnern zudem an Firmengründer Fritz Henkel und spätere Generationen der Unternehmerfamilie, darunter Konrad Henkel, der das Unternehmen von 1961 bis 1980 führte.

Eine vollständige öffentlich zugängliche Liste sämtlicher Interviewpartner und Zeitzeugen weist der WDR für die Dokumentation nicht aus. Entsprechend lässt sich nicht für jede im Film auftretende Person vorab gesichert feststellen, in welchem Umfang sie mit eigenen Aussagen zu Wort kommt.

Autor und Filmemacher der Dokumentation ist Lothar Schröder. Die Kamera führte Dierk Fechner, die Redaktion beim WDR liegt bei Monika Pohl. Als Produktionsumfeld ist die Kölner Produktion beta bande ausgewiesen. Eine davon getrennte Regieangabe veröffentlicht der WDR nicht, sondern bezeichnet Schröder als Urheber des Films. Die Produktion hat eine Sendelänge von 45 Minuten einschließlich des vorgesehenen Programmplatzes.

Henkel feiert am 26. September sein 150-jähriges Bestehen

Der Zeitpunkt der Ausstrahlung ist eng mit dem Firmenjubiläum verbunden. Fritz Henkel gründete Henkel & Cie am 26. September 1876. Genau 150 Jahre später begeht das Unternehmen am 26. September 2026 seinen offiziellen Firmengeburtstag. Henkel feiert das gesamte Jahr unter dem Motto Future? Ready! Zum Jubiläum gehören Veranstaltungen an internationalen Standorten, Aktionen verschiedener Marken und Angebote für die rund 47.000 Beschäftigten des Konzerns.

Aus dem kleinen Waschmittelhersteller ist heute ein internationaler Konzern mit einem Jahresumsatz von mehr als 21 Milliarden Euro geworden. Zu den weltweit bekannten Marken gehören neben Persil unter anderem Schwarzkopf, Loctite, Pritt und Pattex. Henkel verbindet dabei weiterhin Konsumgüter mit einem großen Geschäft für industrielle Klebstofftechnologien.

Henkel-Doku bereits in der ARD-Mediathek verfügbar

Fernsehzuschauer müssen nicht bis zur linearen Ausstrahlung warten. Der WDR hatte die Dokumentation bereits ab dem 2. September 2026 für die ARD-Mediathek angekündigt. Die Abrufseite weist den Film derzeit bis zum 4. September 2027 um 5:30 Uhr als verfügbar aus. Damit bleibt die Dokumentation nach der Fernsehausstrahlung voraussichtlich ein Jahr online. Zusätzlich steht eine Fassung mit Audiodeskription zur Verfügung.

Für unmittelbar vergleichbare aktuelle Heimatflimmern-Dokumentationen am Freitagabend veröffentlicht der WDR in den frei zugänglichen Programminformationen keine belastbaren Einzelwerte zu Zuschauerzahl und Marktanteil. Eine konkrete Vergleichsquote lässt sich deshalb für diesen Sendeplatz derzeit nicht seriös angeben. Der WDR positioniert Heimatflimmern grundsätzlich als Dokumentationsangebot am Freitag um 20:15 Uhr.

Eine Besonderheit der neuen Henkel-Produktion ist damit vor allem ihr Zeitpunkt. Sie erscheint wenige Wochen vor dem eigentlichen 150. Firmengeburtstag, verbindet neue Aufnahmen mit Archivmaterial und ordnet die Geschichte des Unternehmens nicht nur über erfolgreiche Marken, sondern auch über politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Brüche ein.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu