Hessen vor Wetterwechsel: Erst bis 38 Grad, dann Gewitter

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Hitzewarnungen in Hessen bestimmen am Freitag und in vielen Regionen auch am Samstag die Wetterlage. Besonders das Rhein-Main-Gebiet und tiefer gelegene Teile Mittelhessens müssen noch einmal mit hoher Wärmebelastung rechnen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für Freitag in Hessen Höchsttemperaturen von 34 bis 38 Grad, auf den höchsten Bergen etwa 30 Grad. Gleichzeitig zeichnet sich der Wetterwechsel inzwischen früher ab, als es die Formulierung eines Gewittersonntags vermuten lässt. Bereits am Samstagnachmittag können von Westen und Nordwesten erste kräftige Schauer und Gewitter aufziehen. Dabei sind Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Am Sonntag setzt sich dann deutlich kühlere Luft durch.

Hitzewarnungen gelten in weiten Teilen Hessens bis Samstagabend

Der DWD hat für Freitag ab 11 Uhr in einem großen Teil Hessens amtliche Hitzewarnungen ausgegeben. Bis Samstag, 15. August, 19 Uhr gelten sie für den Kreis Bergstraße, Darmstadt-Dieburg mit der Stadt Darmstadt, den Main-Kinzig-Kreis, den Rheingau-Taunus-Kreis, den Kreis Gießen, Wiesbaden, den Hochtaunuskreis, Marburg-Biedenkopf, Groß-Gerau, den Odenwaldkreis, Stadt und Kreis Offenbach, Limburg-Weilburg, Frankfurt am Main, den Wetteraukreis, den Main-Taunus-Kreis und den Lahn-Dill-Kreis.

Dabei gelten teilweise Höhenbegrenzungen. Am Freitag wird etwa in Gießen, Marburg-Biedenkopf, Limburg-Weilburg, im Lahn-Dill-Kreis sowie in Teilen des Taunus nur bis 200 Meter Höhe vor starker Wärmebelastung gewarnt. In den dicht bebauten Gebieten von Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Offenbach weist der DWD zusätzlich auf eine verringerte nächtliche Abkühlung hin. Dadurch kann die Belastung auch während der Nacht erhöht bleiben.

Eine Besonderheit gibt es in Waldeck-Frankenberg. Dort gilt die Hitzewarnung derzeit nur am Freitag von 11 bis 19 Uhr und für Lagen bis 200 Meter. Im Vogelsbergkreis sowie im Kreis Fulda beginnt die Warnung dagegen erst am Samstag um 11 Uhr und gilt bis 19 Uhr, jeweils bis 600 Meter Höhe. Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist bislang nur für Samstag eine Hitzewarnung ausgegeben. Für Stadt und Landkreis Kassel, den Schwalm-Eder-Kreis und den Werra-Meißner-Kreis lag am Freitagmittag keine entsprechende amtliche Hitzewarnung vor.

Frankfurt und Darmstadt gehören zu den heißesten Regionen

Die höchsten Temperaturen werden erneut im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen erwartet. Für Frankfurt nennt die DWD-Ortsprognose am Freitag rund 37 Grad. Die aktuelle regionale Vorhersage des Hessischen Rundfunks kommt ebenfalls auf 37 Grad. In Darmstadt werden nach der aktuellen Ortsprognose bis zu 38 Grad erwartet, in Wiesbaden etwa 37 Grad. Damit liegt der Ballungsraum am oberen Rand der vom DWD für Hessen genannten Spanne von 34 bis 38 Grad.

In Mittelhessen ist es etwas weniger heiß, aber weiterhin hochsommerlich. Die DWD-Ortsprognose für Gießen kommt auf rund 36 Grad, die aktuelle regionale Vorhersage sieht im Raum Gießen Werte um 35 Grad und regional bis 36 Grad. Für Kassel werden etwa 35 Grad erwartet. Fulda erreicht nach der regionalen Ortsprognose rund 36 Grad. Entscheidend ist dabei nicht nur die absolute Höchsttemperatur. Die amtlichen Hitzewarnungen berücksichtigen auch Faktoren wie die nächtliche Abkühlung und die Höhenlage.

Vogelsberg, Rhön und Taunus bleiben etwas kühler

Das Temperaturgefälle innerhalb Hessens ist ausgeprägt. Im Rhein-Main-Gebiet werden am Freitag verbreitet 35 bis 38 Grad erreicht. Im Taunus liegen die Werte in höheren Lagen dagegen nur bei etwa 30 bis 33 Grad. Genau dieses Höhengefälle spiegelt sich auch in den Hitzewarnungen wider. Im Hochtaunuskreis gilt die Warnung am Freitag nur bis 200 Meter, am Samstag dann bis 600 Meter Höhe.

Ähnlich sieht es in Osthessen aus. Im Raum Fulda werden in tieferen Lagen bis zu 36 Grad erwartet, im Vogelsberg und in der Rhön dagegen ungefähr 30 bis 32 Grad. Für den Vogelsbergkreis und den Kreis Fulda gilt deshalb am Freitag noch keine flächendeckende Hitzewarnung. Erst am Samstag warnt der DWD dort bis 600 Meter vor starker Wärmebelastung. In Nordhessen reicht die Spanne am Freitag von etwa 32 Grad in höher gelegenen Gebieten bis 35 Grad in tieferen Regionen. In Teilen des oberen Eder- und Fuldatals kann es nachts dagegen bis auf Werte um 10 Grad oder knapp darunter abkühlen.

Gewitterrisiko steigt bereits am Samstagnachmittag

Der Wetterwechsel setzt nach der aktuellen DWD-Prognose bereits am Samstag ein. Ursache ist eine von Nordwesten näher kommende Front, die die sehr warme und trockene Luft allmählich verdrängt. Zunächst startet der Samstag in Hessen noch sonnig und heiß. Im Rhein-Main-Gebiet sind örtlich erneut Werte bis etwa 38 oder 39 Grad möglich. Von Westen und Nordwesten nehmen am Nachmittag jedoch die Wolken zu, anschließend können sich einzelne Schauer und Gewitter entwickeln.

Für Hessen nennt die DWD-Prognose bei kräftigeren Gewittern Starkregen mit etwa 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit, kleinen Hagel sowie Sturmböen. Böen um 65 bis 80 Kilometer pro Stunde sind möglich, örtlich können sie noch stärker ausfallen. In der deutschlandweiten Gefahrenprognose hält der DWD bei kräftigen Gewittern auch Böen zwischen 75 und 100 Kilometer pro Stunde und lokal etwa 30 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit für möglich. Das sind Prognosehinweise und keine flächendeckende amtliche Unwetterwarnung für Hessen. Ob konkrete Warnungen ausgegeben werden, hängt von der tatsächlichen Entwicklung der Gewitter ab.

Sonntag bringt deutlich niedrigere Temperaturen

In der Nacht zum Sonntag ziehen Schauer und örtliche Gewitter weiter in Richtung Südosten. Am Sonntag selbst ist die große Hitze in Nord- und Mittelhessen zunächst beendet. Der DWD erwartet Höchstwerte von etwa 24 Grad im Norden bis rund 32 Grad im äußersten Süden. In höheren Lagen sind ungefähr 22 Grad möglich. Vor allem in Südhessen können zunächst noch Schauer und einzelne Gewitter auftreten, während sich das Wetter von Nordwesten im Tagesverlauf eher beruhigt.

Die Abkühlung fällt regional deutlich aus. Die aktuellen Ortsprognosen zeigen für Frankfurt nach 37 Grad am Freitag am Sonntag noch etwa 32 Grad. Gießen fällt von rund 35 bis 36 auf etwa 28 Grad, Kassel von 35 auf etwa 26 Grad. Für Wiesbaden werden rund 31 Grad, für Darmstadt etwa 32 Grad und für Fulda rund 29 Grad erwartet. Damit bleibt es in Südhessen sommerlich warm, während Nord- und Mittelhessen wieder deutlich näher an gewöhnliche Augusttemperaturen herankommen.

Trockenheit belastet Wälder, Flüsse und Badeseen

Neben der Hitze bleibt die Trockenheit ein Problem. Der DWD berechnet den Waldbrandgefahrenindex auf einer Skala von eins bis fünf, wobei Stufe vier für eine hohe und Stufe fünf für eine sehr hohe meteorologische Waldbrandgefahr steht. Die Gefahrenlage wird täglich neu bewertet und ist von der tatsächlichen Waldbrandalarmstufe des Landes zu unterscheiden. HessenForst verwies zuletzt wegen der anhaltenden Trockenheit auf erhöhte Waldbrandgefahr. Im Bereich des Forstamts Wolfhagen wurden Grillplätze und Feuerstellen gesperrt. Grundlage war die Anfang August ausgerufene Alarmstufe A.

Auch bei den Gewässern ist die Trockenheit sichtbar. Nach Daten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung stand der Rhein am Pegel Mainz am Freitagmorgen bei 105 Zentimetern. Das liegt sogar unter dem für die Vergleichsperiode 2010 bis 2020 angegebenen mittleren niedrigsten Wasserstand von 159 Zentimetern. Der Main lag am Pegel Frankfurt-Osthafen am Vormittag bei rund 153 bis 156 Zentimetern. Dort ist der Vergleich wegen der Stauregulierung des Flusses allerdings anders zu bewerten als am frei fließenden Rhein. Der langjährige Mittelwert des Pegels Frankfurt-Osthafen ist mit 177 Zentimetern angegeben.

Noch deutlicher ist die Lage am Edersee. Der größte Stausee Hessens war am Freitag um 7 Uhr nur noch zu 15,54 Prozent gefüllt. Im Speicher befanden sich rund 31 Millionen Kubikmeter Wasser. An der Badestelle Rehbach rät der Landkreis Waldeck-Frankenberg wegen einer starken Vermehrung von Blaualgen vom Baden ab. Nach Angaben des Kreises begünstigen warmes Wetter, starke Sonneneinstrahlung und der niedrige Wasserstand das Auftreten der Cyanobakterien. Auch der Badebetrieb und der Wassersport sind am stark abgesunkenen Edersee teilweise eingeschränkt.

Hinzu kommt die Grundwassersituation. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie berichtete für Juli von weit verbreitet fallenden Grundwasserständen. Rund die Hälfte der Messstellen befand sich demnach auf einem niedrigen bis sehr niedrigen Niveau. Einzelne Gewitter können zwar örtlich erhebliche Regenmengen bringen, eine länger anhaltende Trockenphase wird dadurch jedoch nicht automatisch beendet.

Hessen empfiehlt Trinken, Schatten und kühle Innenräume

Das hessische Gesundheitsministerium rät bei hoher Wärmebelastung dazu, ausreichend Wasser zu trinken, leichte Mahlzeiten zu wählen und helle, luftige Kleidung zu tragen. Direkte Sonne und insbesondere die Mittagshitze sollten möglichst gemieden werden. Wohnungen lassen sich am besten in den kühleren Morgen- und Abendstunden lüften und tagsüber durch Verschattung vor zusätzlicher Erwärmung schützen. Kühlende Duschen, Fußbäder oder feuchte Kompressen können ebenfalls helfen. Über die Warn-App hessenWARN können auch DWD-Hitzewarnungen empfangen werden.

Besonders gefährdet sind nach Angaben des Landes ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Babys und Kinder sowie wohnungslose Menschen. Auch pflegebedürftige Personen benötigen bei längeren Hitzeperioden besondere Aufmerksamkeit. Hessen verfügt dafür über einen landesweiten Hitzeaktionsplan und spezielle Empfehlungen für Pflegeeinrichtungen. Eine besondere Rolle spielt in dicht bebauten Städten die fehlende nächtliche Abkühlung, auf die der DWD aktuell ausdrücklich für Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Offenbach hinweist.

Kommende Woche wird wechselhafter und deutlich kühler

Die Hitzewelle dürfte nach dem Wochenende zunächst beendet sein. Für Montag sieht die aktuelle Hessen-Prognose bei Sonne und dichteren Wolken nur noch vereinzelt Schauer. Die Höchstwerte liegen voraussichtlich zwischen 21 und 28 Grad. Der DWD hält am Montag vor allem im Süden Deutschlands noch einzelne stärkere Gewitter für möglich.

Am Dienstag nimmt nach der aktuellen regionalen Prognose die Bewölkung wieder zu. Gebietsweise ist Regen möglich, wobei die genaue Lage der Niederschlagsgebiete noch unsicher ist. Erwartet werden Höchsttemperaturen zwischen etwa 17 und 27 Grad. Auch für den weiteren Verlauf beschreibt der DWD die Wetterlage als unbeständig. Eine Rückkehr zu einer vergleichbaren flächendeckenden Hitze wie an diesem Freitag ist damit zu Beginn der neuen Woche zunächst nicht angekündigt.

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