
Eckart von Hirschhausen beschäftigt sich in einer Dokumentation mit der Rolle der katholischen Kirche im Kampf gegen die Klimakrise. Am Montag, 2. November 2026, zeigt das BR Fernsehen den Film „Hirschhausen will zum Papst – Wer bewahrt die Schöpfung?“ um 23:30 Uhr. Der Arzt und Wissenschaftsjournalist reist dafür durch mehrere Länder und untersucht, welchen Beitrag eine der größten Religionsgemeinschaften der Welt zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen leisten kann. Seine Reise führt ihn auch in den Vatikan, wo es zu einer Begegnung mit Papst Leo XIV. kommt.
Die 45-minütige Dokumentation wurde bereits am 25. Mai 2026 im Ersten ausgestrahlt. Die heutige Sendung ist somit eine Wiederholung. Inhaltlich verbindet der Film religiöse Überzeugungen mit wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten und den konkreten Folgen des Klimawandels.
Im Mittelpunkt der Dokumentation steht die Frage, wie die katholische Kirche ihren weltweiten Einfluss für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzen könnte. Die Religionsgemeinschaft verfügt über umfangreiche Immobilienbestände, landwirtschaftliche Flächen, finanzielle Mittel und ein internationales Netzwerk aus Gemeinden und Einrichtungen.
Hirschhausen untersucht, welche Handlungsmöglichkeiten sich daraus ergeben und inwieweit die Kirche ihren eigenen Anspruch zum Schutz der Schöpfung bereits praktisch umsetzt. Dabei geht es nicht allein um religiöse Botschaften, sondern auch um wirtschaftliche Entscheidungen.
So beschäftigt sich der Film unter anderem mit kirchlichen Geldanlagen, der Bewirtschaftung von Grundstücken und Gebäuden sowie Fragen der Beschaffung und Mobilität. Diese Bereiche könnten darüber entscheiden, wie groß der tatsächliche Beitrag kirchlicher Einrichtungen zum Klimaschutz ausfällt.
Die Dokumentation thematisiert zugleich die Unterschiede zwischen einzelnen Initiativen und einer umfassenden internationalen Strategie. Damit richtet sich der Blick auf die katholische Kirche als Organisation mit wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Einfluss.
Die filmische Reise beginnt in einer Berliner Kirchengemeinde. Von dort führt sie nach Italien, wo Hirschhausen sich mit dem religiösen Verständnis des Verhältnisses zwischen Mensch und Natur beschäftigt.
Eine zentrale Rolle spielt Franz von Assisi. Der katholische Heilige gilt als wichtige historische Bezugsperson für einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und Natur. Seine Vorstellungen bilden einen Ausgangspunkt für die Frage, welche Bedeutung der Schutz der Umwelt innerhalb des christlichen Glaubens besitzt.
Weitere Stationen führen Hirschhausen zu Wissenschaftlern, kirchlichen Verantwortungsträgern, evangelischen Geistlichen und Menschen aus der Klimabewegung.
Besonders konkret werden die Folgen des Klimawandels auf den Philippinen. Der Inselstaat ist regelmäßig von schweren tropischen Wirbelstürmen und weiteren Naturgefahren betroffen. Die Dokumentation zeigt, welche Rolle kirchliche Strukturen bei der Unterstützung betroffener Menschen spielen können.
Dabei geht es um Hilfe nach Katastrophen, den Zusammenhalt lokaler Gemeinschaften und die Frage, welche Möglichkeiten religiöse Organisationen besitzen, um Menschen in besonders gefährdeten Regionen zu unterstützen.
Ein besonderer Bestandteil des Films ist Hirschhausens Besuch im Vatikan. Dort begegnet er Papst Leo XIV., der im Mai 2025 zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wurde.
Der Besuch steht im Zusammenhang mit der Frage, welche Priorität der neue Papst dem Klimaschutz einräumt. Sein Vorgänger Franziskus hatte sich wiederholt für eine stärkere Verantwortung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gegenüber der Umwelt ausgesprochen.
Besonders deutlich wurde diese Position 2015 mit der päpstlichen Enzyklika „Laudato si“, in der Franziskus ökologische Fragen mit sozialer Gerechtigkeit und der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen verband.
Hirschhausens Dokumentation greift diese Verbindung auf. Sie beschäftigt sich damit, welche Bedeutung das Vermächtnis von Franziskus für die weitere Ausrichtung der katholischen Kirche besitzt.
Die Begegnung mit Leo XIV. bildet dabei einen wichtigen Teil der filmischen Reise. Zugleich geht die Dokumentation über das persönliche Treffen hinaus und untersucht die institutionellen Voraussetzungen für einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz.
Zu den Gesprächspartnern gehört der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber, der früher das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung leitete. Schellnhuber war 2015 an der Entwicklung der Enzyklika „Laudato si“ als Berater von Papst Franziskus beteiligt.
In der Dokumentation äußert er sich zur Haltung von Papst Leo XIV. gegenüber dem Klimaschutz. Nach seiner Einschätzung werde das Thema für den neuen Papst voraussichtlich nicht dieselbe zentrale Bedeutung besitzen wie für dessen Vorgänger. Zugleich verweist er darauf, dass Leo XIV. die aus der Enzyklika hervorgegangene internationale Laudato-Si-Bewegung weiterhin unterstütze.
Auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer kommt zu Wort. Sie beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedeutung religiöse Gemeinschaften für gesellschaftliche Veränderungen haben können. Dabei steht insbesondere die Fähigkeit der Kirchen im Mittelpunkt, Menschen unterschiedlicher Generationen zu erreichen und langfristiges Engagement zu fördern.
Die unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichen ein zentrales Spannungsfeld des Films. Während die Kirche über weltweite Netzwerke und erhebliche Ressourcen verfügt, hängt ihr konkreter Beitrag zum Klimaschutz auch von politischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Entscheidungen ab.
Die Dokumentation behandelt ein Thema, das über die katholische Kirche hinausreicht. Religiöse Institutionen besitzen in vielen Ländern gesellschaftlichen Einfluss und betreiben Einrichtungen, die unmittelbar mit Energieverbrauch, Flächennutzung und wirtschaftlichen Entscheidungen verbunden sind.
Gleichzeitig übernehmen kirchliche Organisationen soziale Aufgaben, etwa in der Bildungsarbeit, der Gesundheitsversorgung oder der Katastrophenhilfe.
Hirschhausen untersucht deshalb zwei unterschiedliche Ebenen kirchlichen Handelns. Einerseits geht es um den direkten Einfluss auf die Umwelt durch eigene Gebäude, Flächen und Investitionen. Andererseits betrachtet der Film die gesellschaftliche Wirkung religiöser Überzeugungen und gemeinschaftlicher Strukturen.
Gerade in Regionen, die besonders stark unter den Folgen extremer Wetterereignisse leiden, gewinnt diese zweite Ebene an Bedeutung. Die Beispiele von den Philippinen verdeutlichen, dass kirchliche Einrichtungen bei der praktischen Unterstützung betroffener Menschen eine wichtige Rolle übernehmen können.
Die Produktion „Hirschhausen will zum Papst – Wer bewahrt die Schöpfung?“ stammt aus dem Jahr 2026 und wurde für den Bayerischen Rundfunk realisiert.
Buch und Regie verantwortet Boris Quatram. Die redaktionelle Betreuung beim BR lag bei Elisabeth Möst. Produziert wurde der Film von der Produktionsfirma PQPP².
Die Erstausstrahlung erfolgte am Pfingstmontag, 25. Mai 2026, um 19:15 Uhr im Ersten. Bereits fünf Tage zuvor wurde die Dokumentation in der ARD Mediathek veröffentlicht.
Der Film hat eine Laufzeit von rund 44 Minuten und wird im BR Fernsehen innerhalb eines 45-minütigen Programmfensters ausgestrahlt.
Das BR Fernsehen zeigt die Dokumentation am heutigen Montag, 2. November 2026, ab 23:30 Uhr. Die Ausstrahlung endet am Dienstag, 3. November, um 00:15 Uhr.
Daneben ist der Film in der ARD Mediathek verfügbar. Dort wird er unter dem Titel „Hirschhausen will zum Papst“ angeboten. Die Dokumentation kann unabhängig von der heutigen Fernsehausstrahlung angesehen werden.
Inhaltlich richtet sich der Film an Menschen, die sich für Klimaschutz, Religion und internationale gesellschaftliche Entwicklungen interessieren. Im Zentrum steht die Frage, welche konkreten Handlungsmöglichkeiten eine weltweit vernetzte Religionsgemeinschaft besitzt und wie sich religiöse Überzeugungen in wirksame Maßnahmen zum Schutz der Umwelt übersetzen lassen.
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