
Am Montagabend, 2. November 2026, führt 3sat sein Publikum in eine der abwechslungsreichsten Flusslandschaften Südeuropas. Die zweiteilige Naturdokumentation „An den smaragdgrünen Flüssen“ begleitet die Soča und den Tagliamento durch Slowenien und Norditalien. Beide Filme werden erstmals ausgestrahlt und zeigen neben spektakulären Landschaften auch Menschen, deren Leben eng mit den Gewässern verbunden ist. Der erste Teil beginnt um 20:15 Uhr, die zweite Folge folgt um 21:00 Uhr. Gemeinsam bieten die beiden Dokumentationen einen rund 90-minütigen Themenabend über Natur, Geschichte und Kultur südlich der Alpen.
Den Auftakt bildet um 20:15 Uhr die Folge „Im Süden der Alpen“. Sie widmet sich der Soča, einem Fluss, dessen auffällige Wasserfarbe die Landschaft im Grenzgebiet zwischen Slowenien und Italien prägt. Um 21:00 Uhr folgt „Zwischen Bergen und Meer“. Darin steht der Tagliamento im Mittelpunkt, der von den Karnischen Alpen bis zur Adriaküste fließt.
Die beiden jeweils rund 43 Minuten langen Dokumentationen stammen von Björn Kölz und Karim Kosta. Die österreichische Produktion aus dem Jahr 2026 verbindet Naturbeobachtungen mit historischen und kulturellen Einblicken. Dabei werden nicht ausschließlich die großen Flüsse betrachtet. Auch kleinere Wasserläufe, ihre Nebenflüsse und die angrenzenden Landschaften spielen eine wichtige Rolle.
Die Filme richten den Blick auf eine Region, in der sich alpine Gebirgslandschaften, mediterrane Einflüsse und jahrhundertealte Siedlungsgeschichte begegnen. Die Gewässer haben dort nicht nur Täler und Schluchten entstehen lassen, sondern auch Verkehrswege, Wirtschaftsformen und kulturelle Verbindungen beeinflusst.
Im ersten Teil begleitet die Dokumentation die Soča auf ihrem etwa 140 Kilometer langen Weg von den Julischen Alpen zur Adria. Der Fluss entspringt einer Karstquelle in Slowenien und ist besonders für sein klares, grünlich schimmerndes Wasser bekannt. Die Färbung entsteht durch das Zusammenspiel von Kalkgestein, Licht und Wasser.
Auf ihrem Weg durchquert die Soča steile Täler, enge Schluchten und landschaftlich sehr unterschiedliche Gebiete. Wasserfälle und Stromschnellen gehören ebenso dazu wie breitere Flussabschnitte, an denen sich Siedlungen und landwirtschaftlich genutzte Flächen befinden.
Einer der Menschen, die in der Dokumentation vorgestellt werden, ist der frühere slowenische Olympia-Medaillengewinner Janez Polajnar. Er beschäftigt sich seit mehr als vier Jahrzehnten mit dem Fluss und kennt ihn aus zahlreichen Fahrten mit dem Kajak. Seine Erfahrungen verdeutlichen die Bedeutung der Soča für den Wassersport und den Tourismus.
Damit verbunden ist auch die Frage, wie sich die touristische Nutzung und der Schutz einer empfindlichen Flusslandschaft miteinander vereinbaren lassen. Die Region zieht Besucher wegen ihrer Gebirgslandschaften und Wassersportmöglichkeiten an. Gleichzeitig bilden die Flussläufe und angrenzenden Lebensräume einen wichtigen Teil des regionalen Naturerbes.
Der erste Film beschränkt sich nicht auf die Natur. Er führt auch zu historischen Orten entlang der Soča, die auf italienischem Gebiet den Namen Isonzo trägt. Besondere Aufmerksamkeit erhält die Gegend um Nova Gorica und das italienische Görz.
Die Grenzregion war über Jahrhunderte von unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Einflüssen geprägt. Die Zugehörigkeit zum Habsburgerreich, die beiden Weltkriege und die politische Teilung Europas hinterließen deutliche Spuren.
Zu den historischen Bauwerken entlang der Route gehört die Solkanbrücke. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet und zählt zu den bedeutenden gemauerten Eisenbahnbogenbrücken Europas. Ihre Geschichte steht beispielhaft für die einst engen Verkehrsverbindungen zwischen den Alpen und der Adriaküste.
Auch die Weinbautradition des Görzer Landes und die Täler des Natisone werden vorgestellt. Die Dokumentation führt damit in eine Kulturlandschaft, deren Entwicklung eng mit Wasserwegen und der wechselvollen europäischen Geschichte verbunden ist.
Weitere Stationen sind die frühchristlichen Zeugnisse von Aquileia und das Schloss Duino an der Adriaküste. Dort hielt sich einst der Dichter Rainer Maria Rilke auf. Die Reise verbindet somit Naturaufnahmen mit Schauplätzen europäischer Kulturgeschichte.
Um 21:00 Uhr setzt 3sat die Reise mit „Zwischen Bergen und Meer“ fort. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Tagliamento, einem rund 172 Kilometer langen Fluss in Norditalien. Er entspringt in den Karnischen Alpen und erreicht nach seinem Weg durch Friaul-Julisch Venetien die Adria.
Der Tagliamento gilt als einer der letzten großen, weitgehend unregulierten Wildflüsse der Alpen. Anders als viele europäische Gewässer konnte er sich über weite Strecken seine natürliche Dynamik bewahren. Sein Flussbett ist durch ausgedehnte Schotterflächen, verzweigte Wasserläufe und wechselnde Uferzonen gekennzeichnet.
Diese Eigenschaften machen den Fluss für die Wissenschaft besonders interessant. Natürliche Veränderungen des Flussbetts und der Wasserstände lassen sich hier unter Bedingungen beobachten, die an vielen anderen Flüssen durch menschliche Eingriffe verändert wurden.
In der Dokumentation kommt die Hydrologin Anna Scaini zu Wort, die an der Universität Stockholm forscht. Sie beschäftigt sich unter anderem mit dem Verhältnis zwischen Gesellschaft und Wasser sowie mit Nachhaltigkeit und Klimawandel. Die Aufnahmen zeigen, weshalb der Tagliamento sowohl für ökologische Untersuchungen als auch für Fragen des zukünftigen Umgangs mit Flusslandschaften bedeutsam ist.
Neben dem Tagliamento stehen im zweiten Film weitere Gewässer Norditaliens im Mittelpunkt. Dazu gehören die Flüsse Meduna, Cellina und Livenza. Sie prägen eine Landschaft, die von tief eingeschnittenen Schluchten bis zu weiten Schotterebenen reicht.
Besonders auffällig sind die sogenannten Magredi. Diese ausgedehnten Schotterflächen bilden einen außergewöhnlichen Naturraum mit einer speziellen Vegetation. Der Untergrund ist wasserdurchlässig, sodass einzelne Flüsse abschnittsweise versickern und andernorts wieder an die Oberfläche treten.
Die Dokumentation zeigt außerdem die engen Schluchten der Cellina und die grün schimmernden Wasserbecken der Meduna. Naturfotografie und wissenschaftliche Beobachtungen ergänzen die Landschaftsaufnahmen.
Am Unterlauf verändert sich schließlich der Charakter der Region. Dort, wo sich die Flüsse der Adria nähern, bestimmen Lagunen, Sandbänke und Küstenlandschaften das Bild. Auch die Fischerei hat hier eine lange Tradition.
Ein weiterer Schauplatz ist Marano Lagunare. Das Fischerdorf steht für die enge Verbindung zwischen den Menschen und der Küstenlandschaft. Traditionelle Fischerhütten, die sogenannten Casoni, gehören ebenso zum kulturellen Erbe wie die angrenzenden Naturschutzgebiete.
Die beiden Filme zeigen, wie unterschiedlich europäische Flusslandschaften sein können. Während die Soča vor allem durch ihre Gebirgstäler und die Geschichte der slowenisch-italienischen Grenzregion geprägt ist, steht beim Tagliamento die weitgehend erhaltene natürliche Flussdynamik im Vordergrund.
Dabei geht es auch um die Bedeutung solcher Landschaften für Tiere und Pflanzen. Unterschiedliche Wasserstände, Kiesflächen und Auen schaffen Lebensräume, die an stärker regulierten Flüssen seltener geworden sind.
Zugleich verdeutlichen die Dokumentationen die vielfältigen Beziehungen zwischen Menschen und Gewässern. Landwirtschaft, Weinbau, Tourismus, Wassersport und Fischerei sind in der Region eng mit der natürlichen Umgebung verbunden.
Die Filme behandeln damit ein Thema, das weit über die vorgestellten Regionen hinausreicht. Der Umgang mit naturnahen Flüssen beschäftigt zahlreiche europäische Länder, insbesondere dort, wo Hochwasserschutz, wirtschaftliche Nutzung und der Erhalt natürlicher Lebensräume miteinander vereinbart werden müssen.
Wer die Erstausstrahlungen am Montagabend verpasst, kann beide Filme über die 3sat-Mediathek abrufen. Dort sind die Folgen „Im Süden der Alpen“ und „Zwischen Bergen und Meer“ für Deutschland, Österreich und die Schweiz bis einschließlich 3. Mai 2027 verfügbar.
Auch eine Wiederholung im linearen Fernsehen ist vorgesehen. Am Dienstag, 3. November 2026, zeigt 3sat den ersten Teil um 17:00 Uhr und den zweiten Teil um 17:45 Uhr.
Mit „An den smaragdgrünen Flüssen“ präsentiert der Sender somit zwei zusammenhängende Naturfilme, die sowohl die landschaftliche Vielfalt zwischen den Alpen und der Adria als auch die historischen und kulturellen Besonderheiten dieser europäischen Grenzregion vorstellen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu