
Bei einem schweren Bahnunfall in Essen ist am späten Sonntagabend (25. Oktober 2026) ein Gleisarbeiter ums Leben gekommen. Ein weiterer wurde schwer verletzt. Nach Angaben der Feuerwehr befanden sich sechs Arbeiter auf einem Streckenabschnitt der Deutschen Bahn, als zwei von ihnen von einem ICE erfasst wurden. Der ICE-Unfall in Essen führte auch am Montagmorgen zu erheblichen Einschränkungen im Zugverkehr. Die genauen Umstände des Zusammenstoßes sind bislang ungeklärt.
Der Unfall ereignete sich auf einer offenen Bahnstrecke im Essener Stadtteil Katernberg. Die Feuerwehr wurde am Sonntag um 23:11 Uhr zu einem Einsatz im Bereich der Grundstraße alarmiert. Nach ihren ersten Erkenntnissen hielt sich dort eine Gruppe von sechs Gleisarbeitern auf.
Zwei der Beschäftigten wurden von einem ICE erfasst. Bei einer Person konnten die Rettungskräfte nur noch den Tod feststellen. Der zweite Betroffene erlitt schwere Verletzungen und musste aus dem Gleisbereich gerettet werden.
Welche Arbeiten die Gruppe zum Unfallzeitpunkt ausführte, ist bislang nicht bekannt. Auch zum genauen Zeitpunkt des Zusammenstoßes und zur Fahrtrichtung des beteiligten ICE lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor.
Die Rettung des verletzten Gleisarbeiters erforderte besondere Maßnahmen. Einsatzkräfte der Feuerwehr setzten eine Drehleiter ein, um ihn aus dem Gleisbereich auf die Straße zu bringen. Dort übernahm der Rettungsdienst die weitere Versorgung. Anschließend wurde der Verletzte in ein Krankenhaus transportiert.
Über seinen weiteren Gesundheitszustand und die Art der Verletzungen wurden zunächst keine Einzelheiten bekannt.
An dem Einsatz beteiligten sich die Berufsfeuerwehr Essen, die Freiwillige Feuerwehr Essen-Katernberg und der Rettungsdienst. Außerdem waren Bundespolizisten und ein Notfallmanager der Deutschen Bahn an der Unfallstelle. Der Feuerwehreinsatz dauerte nach offiziellen Angaben etwa zwei Stunden.
Ein Hubschrauber der Bundespolizei wurde ebenfalls eingesetzt. Er unterstützte die Erkundung des betroffenen Streckenbereichs aus der Luft.
Neben der medizinischen Versorgung spielte die Betreuung der Beteiligten eine wichtige Rolle. Drei Notfallseelsorger aus Essen und Mülheim waren vor Ort, um Menschen nach dem schweren Unfall zu unterstützen.
Auch der Triebfahrzeugführer des ICE erhielt seelsorgerische Betreuung. Ein Fachberater des Deutschen Roten Kreuzes unterstützte die Einsatzkräfte dabei, den weiteren Betreuungsbedarf einzuschätzen.
Zu möglichen Verletzungen weiterer Beteiligter machten die Behörden zunächst keine Angaben. Ebenso blieb offen, wie viele Fahrgäste sich zum Unfallzeitpunkt im Zug befanden.
Der Unfall hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr im Ruhrgebiet. Nach Angaben der Deutschen Bahn gegenüber der Nachrichtenagentur dpa werden betroffene Fernzüge zwischen Gelsenkirchen und Duisburg umgeleitet. Dadurch müssen Reisende mit Verspätungen von ungefähr 20 Minuten rechnen.
Im Regionalverkehr war die Verbindung zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Essen-Altenessen gesperrt. Die Verkehrsinformationsplattform mobil.nrw gab am Montagmorgen eine voraussichtliche Sperrung bis 9 Uhr an. Die Prognose konnte sich abhängig von der weiteren Entwicklung ändern.
Betroffen waren mehrere Regionalverkehrslinien. Die Züge der RE 3 wurden zwischen Dortmund und Oberhausen über Bochum und Essen Hauptbahnhof umgeleitet, wobei Zwischenhalte entfielen. Auf der RB 32 kam es zu Teilausfällen zwischen Wanne-Eickel und Oberhausen. Die RB 35 verkehrte aus Richtung Oberhausen nur bis Essen-Altenessen.
Für betroffene Abschnitte wurden Ersatzbusse eingerichtet. Auch bei den Linien RE 1 und RE 11 waren kurzfristige Anpassungen möglich. Fahrgäste sollten ihre jeweiligen Verbindungen deshalb unmittelbar vor Reisebeginn überprüfen.
Die Zugausfälle und Umleitungen betrafen damit nicht nur Fahrgäste mit Ziel Essen, sondern auch Reisende auf mehreren Verbindungen durch das Ruhrgebiet.
Arbeiten im Gleisbereich unterliegen besonderen Sicherheitsvorgaben. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung sieht vor, dass Beschäftigte durch geeignete Maßnahmen vor den Gefahren des Zugverkehrs geschützt werden müssen.
Dazu gehören abhängig von den betrieblichen Voraussetzungen unter anderem Gleissperrungen, technische Sicherungseinrichtungen und Warnsysteme. Auch Sicherungsposten können eingesetzt werden. Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt von den konkreten Arbeiten und den örtlichen Gegebenheiten ab.
Die DGUV betont, dass möglichst wirksame gemeinsame Schutzmaßnahmen Vorrang haben. Vor entsprechenden Arbeiten müssen die notwendigen Sicherungsmaßnahmen festgelegt werden.
Welche Vorkehrungen am Sonntagabend auf dem betroffenen Streckenabschnitt in Essen bestanden, war zunächst nicht bekannt. Aus dem bisherigen Unfallhergang lässt sich deshalb nicht ableiten, ob Sicherheitsvorschriften verletzt wurden.
Die Hintergründe des Zusammenstoßes sind Gegenstand der weiteren Aufklärung. Die Bundespolizei war an der Unfallstelle im Einsatz. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa laufen Ermittlungen zu dem Vorfall.
Offen blieb zunächst, wie es zu der Begegnung zwischen dem ICE und den Beschäftigten kommen konnte. Gesicherte Angaben zur betrieblichen Situation unmittelbar vor dem Unfall lagen zunächst nicht vor.
Auch dazu, welchem Unternehmen die betroffenen Gleisarbeiter angehörten und ob die Strecke während ihrer Tätigkeit für den Zugverkehr freigegeben war, wurden zunächst keine Informationen veröffentlicht.
Die Feuerwehr Essen erklärte in ihrer Mitteilung vom frühen Montagmorgen ausdrücklich, dass sie keine Angaben zur genauen Unfallursache machen könne.
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