
Die Inflationsrate in Deutschland ist im Oktober 2026 deutlich gesunken. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise um 2,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im September hatte die Teuerungsrate noch 3,3 Prozent erreicht. Damit schwächte sich der Preisauftrieb um 0,5 Prozentpunkte ab. Eine wichtige Rolle spielt die seit Anfang Oktober geltende Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe. Allerdings bleiben insbesondere Energiepreise ein erheblicher Belastungsfaktor.
Die am Freitag, 30. Oktober 2026, veröffentlichten vorläufigen Zahlen zeigen erstmals seit mehreren Monaten eine deutliche Abschwächung der Teuerung. Gegenüber September gingen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent zurück. Der für europäische Vergleiche verwendete Harmonisierte Verbraucherpreisindex sank im Monatsvergleich um 0,1 Prozent. Im Jahresvergleich lag auch dieser Index bei 2,8 Prozent.
Auch die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert werden, ging zurück. Sie lag im Oktober voraussichtlich bei 2,1 Prozent, nach 2,4 Prozent im September. Damit verringerte sich der zugrunde liegende Preisauftrieb ebenfalls.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Energiepreisen. Diese lagen im Oktober noch 12,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im September hatte der Anstieg 14,9 Prozent betragen.
Zur Entlastung trägt die seit dem 1. Oktober geltende befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel bei. Die Steuerentlastung beträgt einschließlich Umsatzsteuer rechnerisch rund 17 Cent je Liter. Sie gilt bis Ende Dezember 2026. Eine vollständige Weitergabe an die Verbraucher ist allerdings nicht vorgeschrieben.
Bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen hatte sich der bundesweite Preisauftrieb bereits im September vergleichsweise moderat entwickelt. Nahrungsmittel kosteten damals 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Dienstleistungen verteuerten sich um 2,7 Prozent. Gesonderte, verlässlich bestätigte bundesweite Oktober-Werte für diese beiden Bereiche lagen zunächst nicht vor.
Der Rückgang der deutschen Inflationsrate fällt unmittelbar mit einer wichtigen geldpolitischen Entscheidung zusammen. Die Europäische Zentralbank hatte am Donnerstag, 29. Oktober, beschlossen, ihre Leitzinsen unverändert zu lassen. Der maßgebliche Einlagenzins liegt weiterhin bei 2,50 Prozent.
Die EZB verwies zugleich auf Risiken durch anhaltend hohe Energiepreise. Diese könnten mit Verzögerung auch andere Waren und Dienstleistungen verteuern. Die Notenbank will ihre weiteren Zinsentscheidungen deshalb von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig machen. Ihr mittelfristiges Inflationsziel liegt bei zwei Prozent.
Eine ebenfalls am Freitag veröffentlichte EZB-Umfrage unter professionellen Prognostikern zeigt, dass die Inflationserwartungen für den Euroraum gestiegen sind. Die befragten Fachleute rechnen für 2026 mittlerweile mit einer durchschnittlichen Teuerung von 3,0 Prozent und für 2027 mit 2,6 Prozent. Erst 2028 erwarten sie wieder einen Wert von 2,0 Prozent. Dabei handelt es sich um Einschätzungen unabhängiger Fachleute, nicht um eine Prognose des EZB-Rats.
Trotz der aktuellen Entspannung sehen Wirtschaftsforscher weiterhin Inflationsgefahren. Das ifo Institut meldete am Freitag, dass wieder mehr Unternehmen Preissteigerungen planen. Der entsprechende Indikator stieg im Oktober auf 25,9 Punkte, nach 23,0 Punkten im September.
ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser führte die Entwicklung auf höhere Preise für Rohöl und Erdgas zurück. Er rechnet damit, dass sowohl Erzeugerpreise als auch Verbraucherpreise in den kommenden Monaten wieder stärker steigen könnten.
Auch DIW-Präsident Marcel Fratzscher hatte am Donnerstag vor anhaltendem Preisdruck gewarnt. Er bezeichnete die Zinspause der EZB als nachvollziehbar, zugleich aber als riskant. Insbesondere höhere Energiekosten könnten später auch die Lebensmittelpreise beeinflussen.
Für Verbraucher bedeutet die Oktober-Entwicklung zunächst eine Entlastung. Die durchschnittlichen Preise liegen jedoch weiterhin über denen des Vorjahres. Ob die Inflation dauerhaft zurückgeht, hängt wesentlich davon ab, wie sich Energiepreise und Kostenbelastungen der Unternehmen entwickeln. Die endgültigen deutschen Inflationszahlen für Oktober will das Statistische Bundesamt am 11. November 2026 veröffentlichen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu