AfD erreicht bei INSA 30 Prozent, Union fällt auf Rekordtief

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Die AfD kommt in einer neuen bundesweiten Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA auf 30 Prozent. Für die Partei ist das der bislang höchste Wert in dieser Umfragereihe. CDU und CSU verlieren gleichzeitig weiter an Zustimmung und erreichen zusammen nur noch 18 Prozent. Das ist der niedrigste bislang von INSA gemessene Wert für die Union. Zwischen beiden Parteien liegen damit zwölf Prozentpunkte.

Die am Samstag, 3. Oktober 2026, veröffentlichte INSA Sonntagsfrage wurde für die „Bild“ erhoben. Befragt wurden 1.202 Menschen zwischen dem 28. September und dem 2. Oktober. Gegenüber der vorherigen Erhebung gewinnt die AfD einen Prozentpunkt hinzu, während CDU und CSU einen Punkt verlieren. Die statistische Fehlertoleranz wird mit bis zu rund 2,9 Prozentpunkten angegeben.

SPD und Grüne gleichauf bei 14 Prozent

Hinter AfD und Union folgen SPD und Grüne mit jeweils 14 Prozent. Für die SPD bedeutet das gegenüber der vorherigen INSA-Erhebung keine Veränderung. Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt. Die Linke liegt unverändert bei 10 Prozent. FDP und Bündnis Sahra Wagenknecht erreichen jeweils 4 Prozent und lägen damit unter der bundesweiten Fünf-Prozent-Hürde. Die übrigen Parteien kommen zusammen auf 5 Prozent.

Damit setzt die aktuelle Befragung eine Entwicklung fort, die sich bereits in den vergangenen Wochen in mehreren Umfragen gezeigt hat. Die AfD lag bei verschiedenen Instituten vor CDU und CSU. Die Größenordnung unterscheidet sich allerdings deutlich. Im ARD-DeutschlandTrend von Infratest dimap, veröffentlicht am 1. Oktober, kam die AfD auf 27 Prozent und die Union auf 20 Prozent. Dort erreichten die Grünen 16 Prozent, die SPD 13 Prozent und die Linke 11 Prozent.

Auch andere Erhebungen aus dem September zeigten unterschiedliche Werte. Forsa sah die AfD Ende September bei 26 Prozent und die Union bei 19 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen kam zuletzt auf 28 zu 21 Prozent. GMS hatte bereits Mitte September für die AfD 30 Prozent ermittelt, während CDU und CSU dort bei 20 Prozent lagen. Die Marke von 30 Prozent ist deshalb kein erstmaliger Wert über sämtliche bundesweiten Wahlumfragen hinweg, sondern ein Höchststand innerhalb der INSA-Reihe.

Abstand zur Bundestagswahl 2025 ist deutlich

Gegenüber dem tatsächlichen Ergebnis der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 haben sich die Größenverhältnisse in dieser Umfrage deutlich verschoben. Damals erhielten CDU und CSU zusammen 28,6 Prozent der Zweitstimmen. Die AfD erreichte 20,8 Prozent. Die SPD kam auf 16,4 Prozent, die Grünen auf 11,6 Prozent und die Linke auf 8,8 Prozent. FDP und BSW verfehlten den Einzug über die Fünf-Prozent-Hürde.

Die aktuelle INSA-Erhebung bildet allerdings keine Wahl ab. Sonntagsfragen erfassen die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung und sind mit statistischen Unsicherheiten verbunden. Unterschiede von wenigen Prozentpunkten können innerhalb der jeweiligen Schwankungsbreite liegen. Zudem unterscheiden sich die Institute bei Auswahl und Befragung der Teilnehmer sowie bei ihren Berechnungs- und Gewichtungsverfahren.

Gerade der Vergleich der jüngsten Erhebungen verdeutlicht diese Spannweite. Während INSA für die AfD 30 und für die Union 18 Prozent ausweist, lag die AfD im zwei Tage zuvor veröffentlichten ARD-DeutschlandTrend bei 27 Prozent und die Union bei 20 Prozent. Für den DeutschlandTrend befragte Infratest dimap vom 28. bis 30. September 1.303 Wahlberechtigte per Telefon und online. Die dort angegebene Schwankungsbreite reicht bei größeren Anteilswerten bis etwa drei Prozentpunkte.

Unzufriedenheit mit Bundesregierung und Kanzler bleibt hoch

Neben der Sonntagsfrage weist die INSA-Erhebung auch eine hohe Unzufriedenheit mit der Bundesregierung und Bundeskanzler Friedrich Merz aus. Jeweils 79 Prozent der Befragten äußerten sich unzufrieden mit der Arbeit des Kanzlers beziehungsweise der Bundesregierung.

Ähnliche Ergebnisse zeigt der aktuelle ARD-DeutschlandTrend. Dort gaben jeweils nur 10 Prozent an, mit der Arbeit der Bundesregierung beziehungsweise mit der Arbeit von Merz zufrieden zu sein. Im DeutschlandTrend waren dies die bislang niedrigsten Werte seit Beginn der jeweiligen Messungen.

Aus einzelnen Umfragewerten lässt sich jedoch nicht unmittelbar auf ein späteres Bundestagswahlergebnis schließen. Bis zur nächsten regulären Bundestagswahl können politische Ereignisse, wirtschaftliche Entwicklungen, Kandidaturen und Veränderungen bei der Wahlbeteiligung die Parteipräferenzen verschieben. Die neue INSA-Erhebung dokumentiert deshalb vor allem den derzeit großen Abstand zwischen AfD und Union innerhalb dieser Umfragereihe.

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