Firmenpleiten bleiben hoch

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Symbolbild: Evan Wise

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Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland dürfte nach Einschätzung des Kreditversicherers Allianz Trade auch 2027 außergewöhnlich hoch bleiben. Das Unternehmen erwartet sowohl für 2026 als auch für 2027 jeweils rund 25.900 Firmeninsolvenzen. Damit hat sich der wirtschaftliche Ausblick gegenüber früheren Prognosen deutlich verschlechtert. Erst für 2028 rechnet Allianz Trade wieder mit einem Rückgang der Fallzahlen.

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Allianz Trade hebt Insolvenzprognose deutlich an

Nach der neuen Einschätzung dürfte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2026 um rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Ein vergleichbar hohes Niveau wurde in Deutschland zuletzt 2013 erreicht. Damals registrierte das Statistische Bundesamt 25.995 Unternehmensinsolvenzen.

Besonders auffällig ist die veränderte Prognose für 2027. Noch im April 2026 hatte Allianz Trade für Deutschland einen Rückgang um zwei Prozent auf rund 24.150 Insolvenzen vorhergesagt. Die neue Schätzung liegt damit um 1.750 Fälle höher. Auch die Erwartung für 2026 wurde gegenüber April von 24.650 auf 25.900 Fälle angehoben.

Die wirtschaftlichen Belastungen könnten sich somit länger auf die Unternehmen auswirken als zunächst angenommen.

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Insolvenzzahlen steigen seit Jahren

Die amtlichen Zahlen bestätigen den längerfristigen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2023 insgesamt 17.814 Fälle registriert. Im Jahr 2024 stieg die Zahl auf 21.812, bevor sie 2025 mit 24.064 einen weiteren Höchststand seit 2014 erreichte.

Auch 2026 setzte sich diese Entwicklung zunächst fort. Im ersten Halbjahr registrierten die deutschen Amtsgerichte 12.812 Unternehmensinsolvenzen. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entsprach das einem Anstieg um 6,7 Prozent.

Für Juli meldete das Statistische Bundesamt weitere 2.373 Unternehmensinsolvenzen. Das waren acht Prozent mehr als im Juli 2025. Insgesamt lagen die Fallzahlen in den ersten sieben Monaten 2026 um 6,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die amtliche Insolvenzstatistik zeitverzögert erscheint. Die Verfahren werden erst nach einer ersten gerichtlichen Entscheidung statistisch erfasst. Der eigentliche Insolvenzantrag kann bereits mehrere Monate zurückliegen.

Hohe Kosten belasten zahlreiche Branchen

Allianz-Trade-Deutschlandchef Milo Bogaerts führt die angespannte Situation auf mehrere wirtschaftliche Belastungen zurück. Dazu zählt er die schwache Konjunktur, den Fachkräftemangel, hohe Betriebskosten und die anhaltenden Folgen des Iran-Kriegs.

Besonders betroffen seien nach seiner Einschätzung die Transport- und Logistikbranche, das Baugewerbe und das Gastgewerbe. Auch die Automobilindustrie und der Maschinenbau stünden unter erheblichem Druck.

Die Entwicklung hat zugleich eine internationale Dimension. Bereits in seiner Insolvenzstudie vom April hatte Allianz Trade wegen des Nahostkonflikts für 2026 einen weltweiten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um sechs Prozent prognostiziert. Als wesentliche Risiken nannte der Kreditversicherer höhere Energie- und Transportkosten, Belastungen internationaler Lieferketten sowie schwierigere Finanzierungsbedingungen.

Besonders Unternehmen mit geringen Gewinnmargen, hoher Verschuldung oder begrenzten finanziellen Reserven könnten dadurch unter zusätzlichen Druck geraten.

Wirtschaftsforscher sehen erste Entlastung

Trotz der hohen Insolvenzzahlen gibt es Anzeichen einer kurzfristigen Abschwächung. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) registrierte im dritten Quartal 2026 insgesamt 4.880 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften. Das waren 2,3 Prozent weniger als im zweiten Quartal.

Allerdings blieb das Insolvenzgeschehen damit auf dem zweithöchsten Stand seit 2005. Allein im September erfasste das Institut 1.666 Fälle, rund 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Wirtschaftsforscher erwarten auf Grundlage ihrer Frühindikatoren für das vierte Quartal einen Rückgang. Der IWH-Insolvenztrend erfasst jedoch einen engeren Unternehmenskreis als die amtliche Insolvenzstatistik. Die Zahlen sind deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.

Rückgang erst 2028 erwartet

Für eine nachhaltigere Entspannung sieht Allianz Trade derzeit erst 2028 Chancen. Nach der aktuellen Prognose könnte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dann um fünf Prozent auf rund 24.600 Fälle sinken.

Als möglichen Grund nennt der Kreditversicherer die zunehmende Wirkung staatlicher Konjunkturmaßnahmen. Diese könnten die wirtschaftliche Entwicklung mit zeitlicher Verzögerung unterstützen.

Selbst bei einem solchen Rückgang läge die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2028 allerdings noch über dem tatsächlich registrierten Niveau von 2025. Eine schnelle Rückkehr zu den deutlich niedrigeren Insolvenzzahlen früherer Jahre zeichnet sich in der Prognose damit nicht ab.

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