
Die iranische Armee hat eine finanzielle Belohnung für Menschen in Aussicht gestellt, die US-Soldaten töten oder gefangen nehmen, wenn diese als Angreifer iranisches Staatsgebiet betreten. Armeesprecher Mohammad Akraminia erläuterte die Regelung Ende September in einem Interview. Demnach soll für einen getöteten US-Soldaten, dessen Leichnam übergeben wird, oder für einen lebend gefangenen US-Soldaten eine Prämie von fünf Milliarden Toman gezahlt werden. Für Frauen soll sich die Summe auf zehn Milliarden Toman verdoppeln.
Die Iran USA Spannungen erhalten damit wenige Monate nach einer ähnlichen Ankündigung aus Teheran eine weitere scharfe Komponente. Akraminia erklärte, die Finanzierung gehe auf Iraner zurück, die den Kampf gegen die USA finanziell unterstützen wollten. In iranischen Staatsmedien wurde die Regelung als bereits bestehendes Programm der Armee dargestellt. Abhängig vom verwendeten Wechselkurs fallen internationale Umrechnungen der Summe in Euro oder Dollar deutlich unterschiedlich aus. Belastbarer sind deshalb die vom Sprecher genannten Beträge in Toman.
Akraminias Aussage bezog sich ausdrücklich auf amerikanische Soldaten, die iranisches Staatsgebiet als Angreifer betreten. Er sprach damit nicht pauschal von einer Belohnung für Angriffe auf jeden US-Soldaten unabhängig von Ort und Umständen.
Der Armeesprecher ging allerdings noch weiter. Nach seiner Darstellung könne eine entsprechende Belohnung möglicherweise auch Menschen aus anderen Ländern der Region gezahlt werden, wenn diese einen US-Soldaten töten oder gefangen nehmen. Konkrete Voraussetzungen oder ein förmlicher Beschluss für eine solche Anwendung außerhalb Irans wurden dabei nicht genannt.
Bereits Mitte August hatte Irans Armeechef Amir Hatami eine vergleichbare Belohnung angekündigt. Damals war ebenfalls von einer Prämie für das Töten oder Gefangennehmen amerikanischer Militärangehöriger die Rede. Auch zu diesem Zeitpunkt sollte die Zahlung für Frauen höher ausfallen. Die jüngsten Aussagen des Armeesprechers knüpfen damit an eine bereits zuvor öffentlich vertretene Linie der iranischen Militärführung an.
Die Ankündigung fällt in eine Phase anhaltender militärischer und politischer Spannungen zwischen Washington und Teheran. Seit den amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran Ende Februar 2026 kam es über Monate zu direkten militärischen Auseinandersetzungen. Eine zwischenzeitliche Waffenruhe konnte die Konfrontation nicht dauerhaft beenden. Im Juli flammten die Kämpfe erneut auf. Bei iranischen Angriffen auf US-Stellungen kamen nach Angaben des US-Militärs unter anderem amerikanische Soldaten in Jordanien ums Leben.
Auch Ende September und Anfang Oktober gibt es keine umfassende politische Einigung. Iran hatte über Katar einen neuen Vorschlag für eine Entschärfung des Konflikts übermitteln lassen. Zu den zentralen Streitpunkten gehören die amerikanische Blockade iranischer Häfen, Sanktionen sowie der Zugang zur strategisch wichtigen Straße von Hormus. Iran bestätigte am 30. September den Eingang einer amerikanischen Antwort auf seinen Vorschlag. US-Präsident Donald Trump hatte die iranischen Bedingungen zuvor öffentlich als nicht ausreichend zurückgewiesen.
Parallel zum militärischen Konflikt erhöhen die Vereinigten Staaten den wirtschaftlichen Druck. Am Donnerstag, 1. Oktober, verhängte Washington weitere Sanktionen gegen Unternehmen aus der iranischen Auto- und Eisenbahnbranche. Betroffen sind unter anderem große Fahrzeughersteller sowie Unternehmen des Schienenverkehrs. Die US-Regierung will damit Einnahmen und Transportmöglichkeiten beschränken, die aus ihrer Sicht auch Irans militärischen Strukturen zugutekommen.
Die Straße von Hormus bleibt dabei einer der wichtigsten Konfliktpunkte. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gehört zu den bedeutendsten Transportwegen für Öl und Flüssigerdgas weltweit. Iran beansprucht größeren Einfluss auf den Schiffsverkehr, während US-Streitkräfte versuchen, Handelsrouten offenzuhalten. Das US-Zentralkommando erklärte zuletzt, innerhalb von zwei Monaten die Passage großer Mengen an Öl, Gas und anderer Ladung unterstützt zu haben. Der Schiffsverkehr lag zugleich weiterhin unter dem Niveau vor Beginn der Kämpfe.
Iranische Militärvertreter haben in den vergangenen Tagen erneut erklärt, auf weitere amerikanische Angriffe vorbereitet zu sein. Armeesprecher Akraminia sagte bereits am 27. September, die Streitkräfte seien auf eine erneute militärische Konfrontation eingestellt. Reuters berichtete am 1. Oktober unter Berufung auf iranische Regierungs- und Sicherheitskreise, dass Teheran für den Fall neuer Angriffe umfassendere Gegenmaßnahmen vorbereitet. Gleichzeitig laufen diplomatische Kontakte über Vermittler weiter.
Damit stehen militärische Drohungen, wirtschaftlicher Druck und diplomatische Kontakte weiterhin nebeneinander. Die von Irans Armee angekündigten Geldprämien für getötete oder gefangene US-Soldaten verschärfen die Rhetorik zusätzlich. Eine aktuelle amerikanische Bodenoffensive in Iran, auf die sich die konkrete Prämienregelung unmittelbar beziehen könnte, war zunächst nicht bestätigt.






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