Unwetter treffen Kreta schwer: Ein Toter und neue Warnungen

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Schwere Unwetter auf Kreta haben am Donnerstag Überschwemmungen, Erdrutsche und erhebliche Verkehrsprobleme ausgelöst. Besonders betroffen sind Teile der Regionen Rethymno, Heraklion und Lasithi. Die griechischen Zivilschutzbehörden haben ihre Einsatzbereitschaft auf die höchste Warnstufe angehoben. Im besonders stark getroffenen Mylopotamos gilt inzwischen offiziell der Zivilschutznotstand.

Bis zum frühen Donnerstagabend gingen bei der griechischen Feuerwehr 255 Hilferufe ein. Einsatzkräfte pumpten Wasser ab, beseitigten umgestürzte Bäume und brachten insgesamt 17 Menschen an sichere Orte. Zahlreiche Straßen wurden überflutet oder durch Schlamm und Geröll unpassierbar.

Vermisster Mann bei Rethymno tot gefunden

Im Regionalbezirk Rethymno wurde ein älterer Mann tot gefunden, der seit Mittwochabend vermisst worden war. Der Viehhalter hatte sich zu seinem Stall in der Umgebung von Karines begeben und war anschließend nicht zurückgekehrt. Einsatzkräfte fanden ihn am Donnerstag in der Nähe des Stalls und eines Wasserlaufs.

Zu den genauen Umständen seines Todes lagen zunächst keine abschließenden behördlichen Angaben vor. Griechische Berichte bringen den Fund mit den schweren Regenfällen und den großen Mengen an Schlamm und angeschwemmtem Material in Verbindung.

Die Unwetter auf Kreta sorgten auch andernorts für gefährliche Situationen. Mehrere Menschen mussten aus Fahrzeugen oder überfluteten Bereichen in Sicherheit gebracht werden. In verschiedenen Orten drang Wasser in Gebäude ein. Flüsse und kleinere Wasserläufe traten über die Ufer.

Feuerwehr erhält 255 Hilferufe auf Kreta

Die Einsatzbilanz der Feuerwehr zeigt das Ausmaß der Unwetter. Bis 18 Uhr waren 255 Anrufe wegen Überschwemmungen, umgestürzter Bäume und notwendiger Hilfeleistungen eingegangen.

Im Raum Heraklion konzentrierten sich die Einsätze unter anderem auf Malades und Finikia. Dort führte die Feuerwehr zwölf Wasserpumpeneinsätze durch und brachte 13 Menschen an sichere Orte. Im Regionalbezirk Rethymno waren vor allem Mylopotamos und Zoniana betroffen. Dort wurden 15 Gebäude oder Bereiche ausgepumpt und drei Menschen in Sicherheit gebracht.

Im Regionalbezirk Lasithi verzeichnete die Feuerwehr weitere 18 Pumpeinsätze und brachte eine Person an einen sicheren Ort. Auch auf der Westseite der Insel waren Einsatzkräfte unterwegs, unter anderem wegen umgestürzter Bäume.

Zusätzliche Spezialkräfte wurden vom griechischen Festland nach Kreta gebracht. Dazu gehören Einsatzteams für schnell fließendes Wasser, Boote, ein spezielles Kettenfahrzeug und leistungsfähige Pumptechnik.

Mylopotamos offiziell im Zivilschutznotstand

Besonders schwer getroffen wurde die Gemeinde Mylopotamos im Regionalbezirk Rethymno. Dort verursachten die Niederschläge Überschwemmungen, Erdrutsche, Bodenerosion und Schäden am Straßennetz.

Die griechische Zivilschutzbehörde erklärte die Gemeinde deshalb offiziell zum Notstandsgebiet. Die Regelung gilt nach Angaben der Kommune bis zum 30. Dezember 2026 und soll die Bewältigung der Schäden und die Wiederherstellung der Infrastruktur erleichtern.

Für ganz Kreta gilt dagegen kein vergleichbarer formaler Notstand. Die Insel befindet sich jedoch im sogenannten Red Code. Damit sind die Zivilschutzdienste in erhöhter Einsatzbereitschaft. Die Behörden fordern Einwohner und Besucher auf, unnötige Fahrten zu vermeiden und Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen.

Straßensperren und Erdrutsche behindern den Verkehr

Auch im Raum Heraklion wurden mehrere Straßen wegen der Wassermassen gesperrt. Betroffen waren unter anderem Abschnitte der Straße zwischen Hersonissos und Kastelli sowie Verbindungen im Umfeld der Stadt Heraklion. Fahrzeuge mussten umgeleitet werden.

An zahlreichen Stellen erschweren Schlamm, Steine und anderes angeschwemmtes Material die Fahrt. In bergigen Regionen kamen Erdrutsche hinzu. Auch Schulen und Schluchten wurden vorsorglich geschlossen.

Für Autofahrer gilt deshalb besondere Vorsicht. Die Behörden warnen ausdrücklich davor, überflutete Straßen, Flussbetten oder Wasserläufe zu durchqueren. Auch nach dem Ende starker Regenfälle können dort weiterhin plötzlich große Wassermengen auftreten.

Was Kreta Urlauber jetzt beachten sollten

Für Urlauber bedeutet die Wetterlage vor allem Einschränkungen bei Ausflügen und Fahrten über die Insel. Besonders Fahrten in die Bergregionen, durch Schluchten und über kleinere Landstraßen sollten nur nach Prüfung der aktuellen Verkehrslage erfolgen. Gesperrte Straßen und Absperrungen dürfen nicht umfahren werden.

Eine generelle Einstellung des Flugverkehrs auf den beiden großen Flughäfen Heraklion und Chania war am Donnerstagabend nicht bestätigt. Reisende sollten ihren Flugstatus dennoch unmittelbar bei der Fluggesellschaft oder dem Flughafen kontrollieren.

Auch bei Fährverbindungen kann das Wetter zu Änderungen führen. Im Ägäischen Meer werden örtlich sehr starke nordöstliche Winde mit 8 bis 9 Beaufort erwartet. Für Reisende empfiehlt es sich deshalb, Abfahrtszeiten unmittelbar vor Reisebeginn bei der jeweiligen Reederei zu überprüfen.

Warnmeldungen des griechischen Systems 112 können auch auf Mobiltelefonen ausländischer Besucher erscheinen. Wer eine solche Nachricht erhält, sollte die darin genannten Gebiete und Verkehrswege meiden.

Weitere starke Regenfälle am Wochenende erwartet

Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Der griechische Wetterdienst erwartet zunächst eine vorübergehende Abschwächung der Niederschläge. Ab Freitagnachmittag sollen sich die Bedingungen jedoch erneut verschärfen.

Besonders für Samstag werden erneut starke Regenfälle und Gewitter auf Kreta erwartet. Die Unwetter können nach der derzeitigen Vorhersage bis Sonntagmittag andauern. Gleichzeitig bleiben die starken Winde über der Ägäis voraussichtlich bis Samstagnachmittag ein Problem.

Damit bleibt das Risiko weiterer Überschwemmungen hoch, zumal Böden und Wasserläufe in mehreren Regionen bereits stark mit Wasser belastet sind. Zivilschutz und Feuerwehr bleiben deshalb in erhöhter Bereitschaft.

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