IWF wird optimistischer: Deutsche Wirtschaft soll deutlich stärker wachsen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hebt seine Wachstumsprognose für Deutschland deutlich an. Für 2026 erwartet die Organisation nun ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent und damit fast doppelt so viel wie noch im Sommer. Auch die Aussichten für die Weltwirtschaft verbessern sich leicht. Allerdings bleiben die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts und der steigenden Energiepreise erhebliche Risiken.

Anzeige

IWF-Prognose für Deutschland deutlich angehoben

Im neuen Weltwirtschaftsausblick vom 13. Oktober 2026 rechnet der IWF damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,3 Prozent zunimmt. Im Juli hatte die Organisation lediglich ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet. Die Prognose steigt damit um 0,6 Prozentpunkte.

Auch für 2027 wird der Währungsfonds etwas optimistischer. Statt eines Wirtschaftswachstums von 1,0 Prozent erwartet er nun einen Anstieg um 1,1 Prozent. Damit zeichnet sich für Deutschland eine stärkere konjunkturelle Erholung ab als noch vor wenigen Monaten angenommen.

Die neue Einschätzung stimmt mit der Herbstprognose der Bundesregierung vom 8. Oktober überein. Auch das Bundeswirtschaftsministerium erwartet für 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent und für 2027 von 1,1 Prozent. Als wichtige Stützen der bisherigen Erholung nennt das Ministerium insbesondere die Exporte und den öffentlichen Konsum.

Anzeige

Weltwirtschaft wächst trotz hoher Energiepreise

Auch die globale Wachstumsprognose hat der IWF leicht angehoben. Für 2026 erwartet die Organisation eine Zunahme der weltweiten Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent. Im Juli waren es noch 3,0 Prozent. Für 2027 bleibt die Prognose bei 3,4 Prozent.

Die Weltwirtschaft hat sich damit bislang widerstandsfähiger gezeigt, als angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts erwartet worden war. Insbesondere höhere Investitionen in Künstliche Intelligenz und die dazugehörige Infrastruktur stützen die Konjunktur in mehreren Ländern.

Gleichzeitig wirken die gestiegenen Energiepreise belastend. Der IWF verweist darauf, dass zusätzliche Förderkapazitäten außerhalb der Golfregion, strategische Energiereserven und Anpassungen der internationalen Lieferströme die Auswirkungen teilweise abfedern konnten.

Die Risiken bleiben jedoch erheblich. Eine erneute Verschärfung des Konflikts könnte Energieversorgung und Welthandel zusätzlich belasten. Auch hohe Staatsschulden und mögliche Rückschläge bei technologiebezogenen Investitionen gelten als Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung.

Eurozone profitiert von Deutschland und Spanien

Für die Eurozone erwartet der Internationale Währungsfonds 2026 nun ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als in der Juli-Prognose. Für 2027 rechnet der IWF weiterhin mit einem Plus von 1,2 Prozent.

Dabei verläuft die Entwicklung innerhalb des Euroraums unterschiedlich. Während der IWF die Aussichten für Deutschland, Italien und Spanien verbessert hat, fällt seine Einschätzung für Frankreich schwächer aus.

Für Spanien wird 2026 ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent erwartet, für Italien ein Plus von 0,8 Prozent. Frankreich dürfte dagegen lediglich um 0,4 Prozent wachsen. Damit bleiben die Unterschiede zwischen den großen Volkswirtschaften der Eurozone ausgeprägt.

Hohe Energiepreise und die vergleichsweise schwache Nachfrage bremsen die wirtschaftliche Entwicklung in Teilen Europas weiterhin.

USA wachsen stabil, China verliert an Tempo

Für die Vereinigten Staaten erwartet der IWF in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent. Damit bleibt die Prognose gegenüber Juli unverändert. Für 2027 wurde die Erwartung leicht von 2,2 auf ebenfalls 2,3 Prozent angehoben.

Die amerikanische Wirtschaft profitiert unter anderem von privaten Konsumausgaben und umfangreichen Investitionen in neue Technologien. Besonders der Ausbau von Rechenzentren und anderer Infrastruktur für Künstliche Intelligenz unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung.

Für China fällt der Ausblick dagegen etwas schwächer aus. Der IWF senkt seine Wachstumsprognose für 2026 von 4,6 auf 4,5 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte die chinesische Wirtschaft um 4,0 Prozent wachsen. Zuvor waren 4,1 Prozent erwartet worden.

Damit bleibt China zwar eine der wichtigsten Wachstumskräfte der Weltwirtschaft, verliert jedoch weiter an Dynamik. Neben den gestiegenen Energiekosten belasten insbesondere die schwache Binnennachfrage und anhaltende Probleme am Immobilienmarkt die wirtschaftlichen Aussichten.

Künstliche Intelligenz wird zum wichtigen Wirtschaftsfaktor

Ein zentraler Bestandteil des neuen Weltwirtschaftsausblicks ist die zunehmende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz. Investitionen in Rechenzentren, Halbleiter und digitale Infrastruktur sorgen in verschiedenen Volkswirtschaften für zusätzliche Nachfrage.

Davon profitieren insbesondere Länder, die an der Entwicklung und Produktion entsprechender Technologien beteiligt sind. Neben den USA zählen dazu mehrere asiatische Volkswirtschaften mit einer starken Elektronikindustrie.

Allerdings fallen die positiven Auswirkungen international sehr unterschiedlich aus. Vor allem wirtschaftlich schwächere Staaten, die stärker von Energieimporten abhängig sind und kaum vom Technologieboom profitieren, geraten unter zusätzlichen Druck.

Zudem warnt der IWF davor, dass hohe Erwartungen an die wirtschaftlichen Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz auch Risiken bergen. Sollten die erhofften Produktivitätsgewinne ausbleiben, könnten Investitionen zurückgehen und die Finanzmärkte unter Druck geraten.

Inflation und Staatsverschuldung bleiben Risiken

Trotz der verbesserten Wachstumsaussichten sieht der Währungsfonds erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Die globale Inflationsrate dürfte 2026 bei 4,7 Prozent liegen. Für 2027 erwartet der IWF einen Rückgang auf 4,1 Prozent.

Besonders die gestiegenen Ölpreise erschweren eine nachhaltige Entspannung bei den Verbraucherpreisen. Zugleich schränken hohe Schuldenstände und gestiegene Finanzierungskosten die Handlungsmöglichkeiten vieler Staaten ein.

Der IWF empfiehlt deshalb, die Preisstabilität zu sichern und öffentliche Haushalte langfristig widerstandsfähiger aufzustellen. Entscheidend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung werden neben den Energiepreisen auch die geopolitische Lage und die tatsächlichen Produktivitätsfortschritte durch neue Technologien sein.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu