
Jean Pütz Familie Aachen: Kurz vor seinem 90. Geburtstag hat sich der langjährige Wissenschaftsjournalist und „Hobbythek“-Moderator Jean Pütz wieder öffentlich gezeigt. Bei der Eröffnung der FEI World Championships in Aachen erschien der 89-Jährige am Dienstag, 11. August 2026, gemeinsam mit seiner Ehefrau Pina Coluccia und der gemeinsamen Tochter Julie. Der Auftritt rückte einen Mann wieder ins öffentliche Blickfeld, der über Jahrzehnte Wissenschaft, Technik und Verbraucherwissen ins deutsche Fernsehen brachte und auch lange nach seinem Abschied vom WDR weiter publiziert.
Pütz besuchte mit seiner Familie die Eröffnungsveranstaltung der Reit-Weltmeisterschaften in der Aachener Soers. Gemeinsam posierten sie vor den Fotografen. Der frühere WDR-Moderator trug einen karierten Anzug beziehungsweise ein Ensemble aus Weste und Hose, ein gemustertes Hemd, einen breitkrempigen Hut und auffällige rote Schuhe. Ehefrau Pina und die 16-jährige Julie begleiteten ihn über den roten Teppich. Der Familienauftritt fiel auch deshalb auf, weil Pütz zwar weiterhin öffentlich präsent ist, seine Familie aber vergleichsweise selten gemeinsam mit ihm bei großen Veranstaltungen erscheint.
Eine neue persönliche Erklärung gab Pütz bei dem Termin nach den vorliegenden Berichten nicht ab. Der Nachrichtenanlass besteht deshalb ausdrücklich in seinem öffentlichen Auftritt und nicht in einer neuen Aussage über seine Gesundheit oder sein Privatleben. Öffentliche Reaktionen von Familienmitgliedern oder anderen prominenten Gästen speziell auf seinen Besuch wurden zunächst nicht dokumentiert. Die Aufmerksamkeit galt vor allem dem gemeinsamen Erscheinen wenige Wochen vor einem besonderen Geburtstag: Am 21. September 2026 wird Jean Pütz 90 Jahre alt.
Jean Pütz wurde am 21. September 1936 in Köln geboren und wuchs teilweise in Luxemburg auf. Seine berufliche Laufbahn begann weit entfernt von Fernsehstudios. Er ließ sich zum Elektromechaniker ausbilden und arbeitete anschließend ein Jahr in einem Luxemburger Eisenhüttenwerk. 1955 begann er an der damaligen Nikolaus-Otto-Ingenieurschule in Köln zu studieren und schloss 1959 als Ingenieur der Nachrichtentechnik ab. Anschließend holte er das Abitur nach und studierte Physik und Mathematik für das Lehramt. Parallel beschäftigte er sich mit Soziologie und Volkswirtschaft.
1970 wechselte Pütz fest zum Westdeutschen Rundfunk. Dort arbeitete er bis 2001 als Redakteur, leitete die Redaktion Naturwissenschaft und Technik und war als Autor, Moderator und Produzent tätig. Zu seinen frühen Sendereihen gehörten ab 1972 „Einführung in die Elektronik“, außerdem Formate zur Digitaltechnik, zum Schall und zum Fernsehen. Damit beschäftigte sich Pütz bereits mit technischen Entwicklungen, die später den Alltag von Millionen Menschen prägen sollten.
Seine bekannteste Sendung startete 1974. Aus der Idee für ein Format rund ums Selbermachen entstand die „Hobbythek“. Bis 2004 wurden nach Angaben auf der offiziellen Internetseite von Pütz 345 Ausgaben produziert. Dabei verband die Sendung naturwissenschaftliche Erklärungen mit konkreten Anwendungen für Haushalt, Ernährung, Kosmetik und Technik. Pütz beschrieb das Konzept später selbst mit den Worten: „Die Hobbythek war für mich ein Trojanisches Steckenpferd.“ Sein Ziel sei gewesen, Menschen zu zeigen, dass sie mehr selbst verstehen und herstellen könnten, als sie glaubten.
Das Prinzip war für damalige Fernsehverhältnisse ungewöhnlich praktisch. Zuschauer lernten beispielsweise, Käse herzustellen, Bier zu brauen, Kosmetik anzumischen oder Wasch- und Reinigungsmittel selbst zusammenzustellen. Zu den Sendungen erschienen schriftliche „Hobbytipps“. Nach Pütz eigener Darstellung gingen für einzelne Sendungen bis zu 150.000 Anforderungen solcher Anleitungen ein. Gleichzeitig entstanden Geschäfte, die Zutaten für die vorgestellten Rezepte anboten. Pütz betont in seiner Biografie, dass weder er noch seine Autoren am Verkauf dieser Produkte beteiligt gewesen seien.
Zu den bekanntesten Entwicklungen aus dem Umfeld der „Hobbythek“ gehörte der Waschmittelbaukasten. Statt eines Universalwaschmittels sollten verschiedene Bestandteile abhängig von Wasserhärte, Verschmutzung und Textil gezielt eingesetzt werden. Hinzu kamen Rezepte für Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege. Auch Lebensmittel spielten eine große Rolle. Pütz zeigte unter anderem die Herstellung von Käse und selbst gebrautem Bier. Gerade diese Verbindung aus Experiment, Rezept und wissenschaftlicher Erklärung wurde zum Markenzeichen der Sendung.
Pütz bezeichnet sich dabei nicht im klassischen Sinn als Erfinder sämtlicher Substanzen. Die „Hobbythek“-Redaktion entwickelte jedoch zahlreiche Rezepturen und Anwendungen. In einem historischen Hobbytipp schrieb er ausdrücklich: „Wir sind zwar die Erfinder vieler Hobbythek-Produkte“, verwies zugleich aber darauf, dass die Redaktion an deren Verkauf nichts verdiente. Das sollte die journalistische Unabhängigkeit gegenüber den Anbietern der Zutaten sichern.
Nach Erreichen des Rentenalters betreute Pütz seine Sendungen zunächst noch als freier Mitarbeiter. Ende Dezember 2004 verabschiedete ihn der WDR mit einer Sondersendung. Ab 2005 trat er anschließend einige Jahre im ZDF-Morgenformat „Volle Kanne“ auf. Seit 2007 führte er zudem seine „Pützmunter“-Shows auf, in denen er naturwissenschaftliche Experimente live präsentierte. Daneben entstanden Energie- und Kochvarianten des Bühnenformats.
Pütz schrieb nach eigenen Angaben mehr als 80 Bücher mit einer Gesamtauflage von über sechs Millionen Exemplaren. 2017 erschien seine Autobiografie „Ich hab’ da mal was vorbereitet. Ein Glückspilz packt aus“. Für sein Lebenswerk als Wissenschaftsjournalist erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. 2018 wurde er mit dem Kulturpreis der Eduard-Rhein-Stiftung geehrt, 2020 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Bereits zuvor hatte er sich zudem beim Aufbau der Wissenschaftspressekonferenz engagiert und war von 1990 bis 2003 deren Vorsitzender.
Auch lange nach seiner klassischen Fernsehkarriere hat sich Pütz nicht vollständig zurückgezogen. Auf seiner eigenen Internetseite veröffentlicht beziehungsweise bündelt er Beiträge zu Wissenschaft, Technik, Energie und gesellschaftspolitischen Fragen. Sein Anspruch ist unverändert stark auf Wissenschaftsvermittlung ausgerichtet. Auf seiner Homepage formuliert er: „Ich poste gegen das postfaktische Zeitalter.“ Seit 2005 stelle er dort Informationen zu Wissenschaft, Technik und Alltagsfragen zusammen.
Seine grundsätzliche Vorstellung von Wissenschaftsjournalismus fasst Pütz an anderer Stelle noch deutlicher zusammen: „Wissenschaft darf niemals Herrschaftswissen werden.“ Der Satz erklärt einen wesentlichen Teil seines öffentlichen Lebenswerks. Nicht Spezialisten untereinander, sondern ein möglichst breites Publikum wollte er erreichen. Genau dieses Prinzip verband Sendungen über Elektronik und Digitaltechnik später mit Waschmitteln, Ernährung, Umweltfragen und Energie.
Pütz lebt seit Jahren in Heiligenhaus im Bergischen Land. Auch im hohen Alter beschäftigt er sich öffentlich mit wissenschaftlichen und technischen Themen. Seine Internetseite führt regelmäßig neue Beiträge auf, während er auf Facebook vor allem eigene Videokommentare unter dem Leitgedanken „Der Vernunft eine Chance“ verbreitet. Auf der offiziellen Homepage verweist Pütz ausdrücklich auf seine Facebook-Videos und beschreibt sie als Kommentare zu Widersprüchen in Politik und Gesetzgebung, soweit diese Wissenschaft und Technik betreffen.
Über gesundheitliche Einschränkungen sprach Pütz Anfang 2026 selbst öffentlich. Gegenüber dem „Express“ sagte er über seine Sehkraft: „Ich sehe kaum noch was.“ Berichte über seinen Auftritt in Aachen zeigen, dass er inzwischen eine Gehhilfe nutzt. Weitergehende medizinische Schlussfolgerungen lassen sich daraus nicht ableiten. Trotz der Einschränkungen nimmt Pütz weiterhin öffentliche Termine wahr und arbeitet an seinen wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen.
Sein Auftritt bei den Weltmeisterschaften in Aachen fügt sich damit in ein Bild, das Pütz seit Jahren selbst vermittelt: Der Ruhestand bedeutete für ihn keinen vollständigen Rückzug. Ob auf der eigenen Internetseite, über soziale Netzwerke, mit Büchern, Kommentaren oder bei Veranstaltungen, der frühere „Hobbythek“-Moderator sucht weiterhin die Öffentlichkeit. Konkrete neue Fernsehprojekte oder besondere Pläne für die Zeit nach seinem 90. Geburtstag sind derzeit nicht angekündigt. Sein nächster feststehender persönlicher Meilenstein ist deshalb zunächst der 21. September 2026. Dann vollendet Jean Pütz sein 90. Lebensjahr.






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