
Die Dorfkäserei Geifertshofen AG ruft sechs Käsesorten zurück, die bundesweit in den Handel gelangt sind. Anlass ist der Nachweis des Bakteriums Listeria monocytogenes in einer Charge des Weinbauernkäses. Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass weitere Produkte aus demselben Reifekeller betroffen sind, erstreckt sich der vorsorgliche Rückruf auch auf mehrere andere Sorten.
Betroffen sind verpackte Selbstbedienungsstücke in sämtlichen angebotenen Grammaturen sowie lose Ware, die an Käsetheken verkauft wurde. Entscheidend für Verbraucher sind neben dem Produktnamen das Mindesthaltbarkeitsdatum und das Identitätskennzeichen des Herstellungsbetriebs.
Der Rückruf betrifft nach den veröffentlichten Angaben folgende Produkte der Dorfkäserei Geifertshofen:
Erfasst werden jeweils alle Mindesthaltbarkeitsdaten bis einschließlich 30. Oktober 2026. Auf der betroffenen Ware beziehungsweise den zugehörigen Produktangaben findet sich das Identitätskennzeichen DE BW 445 EG. Der Rückruf gilt sowohl für abgepackte Stücke als auch für lose verkauften Käse aus Bedienungstheken.
Eine einzelne Chargennummer ist für die Eingrenzung deshalb nicht ausschlaggebend. Nachgewiesen wurde Listeria monocytogenes zwar zunächst in einer Charge des Weinbauernkäses. Der Hersteller rief anschließend vorsorglich alle Chargen der sechs genannten Sorten im angegebenen Haltbarkeitszeitraum zurück, weil weitere im selben Reifekeller gelagerte Ware betroffen sein könnte. Ein bestätigter Listeriennachweis in sämtlichen zurückgerufenen Sorten wurde damit nicht festgestellt.
Die Rückrufmeldung betrifft Ware, die in allen Bundesländern angeboten wurde. Als Vertriebswege werden der Lebensmitteleinzelhandel, Naturkost- und Feinkostgeschäfte, Metzgereien, Hofläden, Gastronomiebetriebe, die eigene Verkaufsstelle des Herstellers sowie der Onlinehandel genannt.
Damit können auch Verbraucher betroffen sein, die den Käse nicht in einer originalen Herstellerverpackung gekauft haben. Bei losem Käse von einer Bedienungstheke sind Produktname und Einkaufszeitpunkt besonders wichtig. Verbraucher sollten außerdem Hinweise und Aushänge der jeweiligen Verkaufsstelle beachten.
Die Dorfkäserei Geifertshofen hat ihren Sitz in Bühlerzell im baden-württembergischen Landkreis Schwäbisch Hall. Das Identitätskennzeichen DE BW 445 EG ist dem Unternehmen auch in Produktdatenbanken zugeordnet.
Verbraucher sollen die zurückgerufenen Käsesorten nicht verzehren. Die Ware kann nach Angaben zum Rückruf in der jeweiligen Verkaufsstelle zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird demnach auch ohne Vorlage eines Kassenbons erstattet.
Wer nicht mehr sicher feststellen kann, ob lose gekaufter Käse unter den Rückruf fällt, kann sich an die Verkaufsstelle wenden. Der Hersteller nennt für Rückfragen außerdem die Telefonnummer 07974 911770 sowie die E-Mail-Adresse [email protected].
Der Rückruf wurde über lebensmittelwarnung.de verbreitet. Das Portal ist die gemeinsame Plattform der Bundesländer und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz BVL. Dort veröffentlichen die zuständigen Stellen unter anderem Produktrückrufe von Unternehmen und behördliche Warnungen zu Lebensmitteln.
Listeria monocytogenes kann über kontaminierte Lebensmittel auf Menschen übertragen werden. Bei gesunden Erwachsenen bleibt eine Infektion häufig unbemerkt oder verläuft mit vergleichsweise leichten Beschwerden. Möglich sind unter anderem Fieber sowie Magen-Darm-Beschwerden.
Deutlich größer ist das Risiko für ältere Menschen, Schwangere, Neugeborene und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei ihnen kann eine Listeriose schwer verlaufen. Möglich sind unter anderem Blutvergiftungen sowie Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute. Das Bundesinstitut für Risikobewertung zählt Listeriose trotz der vergleichsweise geringen Zahl von Erkrankungen wegen der möglichen schweren Verläufe zu den bedeutenden lebensmittelassoziierten bakteriellen Infektionen.
Eine Besonderheit der Bakterien ist ihre Widerstandsfähigkeit. Listeria monocytogenes kann sich nach Angaben des BfR auch bei niedrigen Temperaturen vermehren. Die Lagerung im Kühlschrank macht ein bereits kontaminiertes Lebensmittel deshalb nicht automatisch sicher.
Für Schwangere ist eine Listerieninfektion besonders relevant, weil sie selbst nur geringe oder grippeähnliche Beschwerden entwickeln können, während die Infektion auf das ungeborene Kind übergehen kann. Zu den möglichen Folgen gehören Früh- oder Fehlgeburten sowie schwere Erkrankungen des Kindes.
Personen, die einen betroffenen Käse gegessen haben und anschließend schwere oder anhaltende Beschwerden entwickeln, sollten ärztlichen Rat einholen und auf den möglichen Verzehr eines mit Listerien belasteten Lebensmittels hinweisen. Für Schwangere wird nach der veröffentlichten Rückrufinformation eine ärztliche Abklärung auch dann empfohlen, wenn nach dem Verzehr zunächst keine Beschwerden auftreten.
Der aktuelle Rückruf betrifft damit einen größeren Produktbereich als die zunächst positiv getestete Charge. Maßgeblich sind die sechs genannten Sorten, alle Mindesthaltbarkeitsdaten bis einschließlich 30. Oktober 2026 und das Identitätskennzeichen DE BW 445 EG.
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