Katzentrockenfutter im Test: Stiftung Warentest und Öko-Test im Vergleich

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Beim Katzentrockenfutter im Test der Stiftung Warentest fällt vor allem eines auf: Gute Qualität muss nicht teuer sein. Ein günstiges Produkt vom Discounter erreichte die Bestnote und ließ deutlich kostspieligere Marken hinter sich. Allerdings stammt die Untersuchung mit insgesamt 22 Futtersorten bereits aus dem Jahr 2023. Eine neue Untersuchung hat dagegen Öko-Test vorgelegt. Im November 2026 wurden dort 23 Trockenfutter für ausgewachsene Katzen geprüft. Nur zwei Produkte erhielten die Bestnote „sehr gut“.

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Für Katzenhalter lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Ergebnisse. Denn die beiden Untersuchungen zeigen nicht nur Unterschiede zwischen einzelnen Produkten, sondern auch, worauf es bei der Zusammensetzung und Kennzeichnung von Alleinfuttermitteln ankommt.

Stiftung Warentest: Discounter-Futter wird Testsieger

Die Stiftung Warentest veröffentlichte ihre Untersuchung in der Ausgabe 05/2023 des Verbrauchermagazins „test“. Insgesamt 22 Katzentrockenfutter wurden geprüft, darunter 19 herkömmliche und drei vegane Produkte. Der Testsieger kam vom Netto Marken-Discount: Das Attica Knuspermenü mit Rind erreichte die Gesamtnote 1,3 und damit ein „sehr gut“.

Besonders bemerkenswert war der Preis. Für eine durchschnittliche Katze mit vier Kilogramm Körpergewicht kalkulierte die Stiftung Warentest damals lediglich sieben Cent für eine Tagesration. Das Produkt überzeugte sowohl bei der Nährstoffversorgung als auch bei den Fütterungsempfehlungen.

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Zwei weitere Produkte erhielten ebenfalls die Bestnote. Das Real Nature Wilderness Ranger’s Forest Adult von Fressnapf und das Sanabelle Adult mit Strauß erreichten jeweils die Note 1,5. Preislich lagen sie allerdings deutlich über dem Testsieger. Die damaligen Kosten für eine Tagesration wurden mit 57 Cent beziehungsweise 59 Cent angegeben.

Auch andere bekannte Produkte schnitten ordentlich ab. Trockenfutter von Whiskas, Josera und Royal Canin sowie verschiedene Eigenmarken von Discountern und Drogerien erhielten gute Bewertungen. Die Produkte von Purina und IAMS kamen dagegen nur auf befriedigende Qualitätsurteile.

Ein veganes Katzenfutter fällt besonders negativ auf

Unterschiede zeigten sich auch bei den drei veganen Produkten im damaligen Test. Keines erreichte eine gute oder sehr gute Gesamtnote. Besonders schlecht schnitt Benevo Adult Original ab. Das Produkt erhielt die Note 5,9 und damit ein „mangelhaft“.

Als wesentlichen Grund nannte die Stiftung Warentest eine unzureichende Nährstoffversorgung. Ein Alleinfuttermittel muss Katzen mit sämtlichen lebenswichtigen Nährstoffen versorgen können. Wird es dauerhaft als alleinige Futterquelle verwendet, müssen die enthaltenen Bestandteile entsprechend aufeinander abgestimmt sein.

Die Untersuchung zeigte zugleich, dass veganes Katzenfutter nicht pauschal gleich bewertet werden kann. Ein anderes pflanzliches Produkt schnitt bei der Nährstoffzusammensetzung besser ab. Allerdings wies die Stiftung Warentest darauf hin, dass noch nicht ausreichend untersucht sei, ob Katzen Nährstoffe aus veganen Futtermitteln genauso gut aufnehmen können wie aus herkömmlichen Produkten.

Die Ergebnisse beziehen sich auf die konkret untersuchten Produkte und erlauben keine pauschale Bewertung sämtlicher veganer Futtermittel.

Schadstoffe waren bei Stiftung Warentest kein großes Problem

Neben der Nährstoffzusammensetzung untersuchte die Stiftung Warentest die Produkte auch auf mögliche Schadstoffbelastungen. Dabei standen unter anderem Blei, Arsen, Cadmium und Quecksilber im Mittelpunkt.

Das Ergebnis fiel in diesem Prüfbereich überwiegend positiv aus. Nach Angaben der Stiftung Warentest enthielt keines der untersuchten Futtermittel die geprüften Schadstoffe in bedenklichen Mengen. Quecksilber war in keiner der Proben nachweisbar.

Besonders stark gewichtete die Stiftung Warentest die ernährungsphysiologische Qualität. Sie machte 60 Prozent des Gesamturteils aus. Die Fütterungsempfehlungen flossen mit 15 Prozent ein. Schadstoffe, Verpackungseigenschaften sowie Deklaration und Werbeaussagen wurden ebenfalls berücksichtigt.

Die Untersuchung ging damit über einen reinen Laborvergleich einzelner Inhaltsstoffe hinaus. Entscheidend war auch, ob Katzen bei ausschließlicher Fütterung mit dem jeweiligen Produkt ausreichend versorgt werden und die Hersteller verständliche und passende Mengenempfehlungen geben.

Öko-Test untersucht 23 Katzentrockenfutter im Jahr 2026

Deutlich aktueller sind die Ergebnisse von Öko-Test. Für die November-Ausgabe 2026 wurden 23 Trockenfutter für ausgewachsene Katzen untersucht. Darunter befanden sich auch zwei Bio-Produkte. Alle getesteten Sorten waren als Alleinfuttermittel gekennzeichnet.

Zwei Produkte erhielten die Gesamtnote „sehr gut“: der Ja! Knusper-Mix mit Huhn von Rewe und Josi Cat Crunchy Chicken von Josera. Beide überzeugten nach der Bewertung durch ihre Nährstoffzusammensetzung und die weiteren geprüften Kriterien.

Insgesamt elf der 23 untersuchten Futtermittel stufte Öko-Test als empfehlenswert ein. Neun Produkte erhielten die Note „gut“, acht wurden mit „befriedigend“ bewertet. Zwei weitere kamen auf „ausreichend“. Jeweils ein Produkt erhielt „mangelhaft“ beziehungsweise „ungenügend“.

Der günstige Ja! Knusper-Mix mit Huhn gehört dabei zu den besonders interessanten Ergebnissen. Für eine wenig aktive Wohnungskatze mit vier Kilogramm Körpergewicht kalkulierte Öko-Test tägliche Futterkosten von sechs Cent. Für eine aktive Freigängerkatze derselben Gewichtsklasse waren es acht Cent.

Auch das Josi Cat Crunchy Chicken überzeugte. Die beiden aktuellen Testsieger zeigen damit erneut, dass ein hoher Preis nicht automatisch eine bessere Nährstoffversorgung bedeutet.

Kupfer, Jod und Verpackungsangaben sorgen für Abzüge

Bei der aktuellen Untersuchung von Öko-Test standen neben der Nährstoffversorgung auch mögliche Schwermetallbelastungen und die Angaben auf den Verpackungen im Mittelpunkt.

Ein Produkt fiel durch einen Kupfergehalt auf, der den geltenden EU-Höchstgehalt für Alleinfuttermittel überschritt. Der beauftragte Gutachter hielt unmittelbare gesundheitliche Schäden für Katzen durch die festgestellte Konzentration zwar nicht für zu erwarten. Öko-Test wertete die Überschreitung dennoch deutlich ab, weil gesetzliche Höchstwerte eingehalten werden müssen.

Bei einem weiteren Futter war der Jodgehalt zu niedrig. Die gemessene Menge unterschritt sowohl die Empfehlungen der europäischen Heimtierfutterindustrie als auch die entsprechenden Mindestwerte des US-amerikanischen National Research Council. Bei einer langfristigen ausschließlichen Fütterung sollte ein Alleinfuttermittel diese Empfehlungen erfüllen.

Besonders häufig bemängelte Öko-Test allerdings die Verpackungsangaben. Bei mehreren Produkten wichen die im Labor gemessenen Nährstoffgehalte von den Angaben der Hersteller ab. Teilweise betraf das mehrere Inhaltsstoffe gleichzeitig. Auch ungenaue Fütterungsempfehlungen führten zu Abzügen.

Für Katzenhalter sind solche Angaben durchaus relevant. Die richtige Futtermenge hängt nicht allein vom Gewicht des Tieres ab, sondern auch von seiner Aktivität. Fehlen entsprechende Hinweise, wird die richtige Portionierung schwieriger.

Die beiden Tests sind nicht unmittelbar vergleichbar

Obwohl beide Untersuchungen Katzentrockenfutter bewerten, unterscheiden sich die Prüfungen in mehreren Punkten. Die Stiftung Warentest untersuchte 2022 eingekaufte Produkte und veröffentlichte die Ergebnisse 2023. Öko-Test ließ seine 23 Produkte für die Ausgabe November 2026 untersuchen.

Auch die Bewertungskriterien und ihre Gewichtung sind unterschiedlich. Deshalb lässt sich aus den Ergebnissen keine direkte Rangliste erstellen, in der ein Produkt aus dem einen Test automatisch besser oder schlechter als ein Produkt aus dem anderen abschneidet.

Das zeigt sich auch bei der Marke Attica. Während die Stiftung Warentest 2023 die Variante mit Rind zum Testsieger kürte, untersuchte Öko-Test 2026 eine Variante mit Huhn. Es handelt sich somit um zwei zeitlich unterschiedliche Untersuchungen, deren Ergebnisse nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind. Während Stiftung Warentest ihre Produkte bereits 2022 einkaufte und die Ergebnisse im April 2023 veröffentlichte, basiert die aktuelle Untersuchung von Öko-Test auf Produkten, die Anfang 2026 erworben wurden. Auch die Bewertungskriterien unterscheiden sich.

Worauf Katzenhalter beim Kauf achten sollten

Für Verbraucher sind die Ergebnisse dennoch eine wichtige Orientierung. Der Katzentrockenfutter-Test der Stiftung Warentest machte deutlich, dass eine ausgewogene Nährstoffversorgung nicht zwangsläufig mit einem hohen Preis verbunden sein muss. Entscheidend ist, ob ein Alleinfuttermittel sämtliche notwendigen Nährstoffe in geeigneter Menge enthält.

Allerdings sollten ältere Testergebnisse nicht uneingeschränkt auf heute erhältliche Produkte übertragen werden. Hersteller können Rezepturen verändern, Verpackungsangaben anpassen oder einzelne Futtersorten aus dem Sortiment nehmen. Auch die damals ermittelten Preise entsprechen nicht unbedingt den aktuellen Verkaufspreisen.

Beim Kauf sollten Katzenhalter deshalb insbesondere auf die Kennzeichnung als Alleinfuttermittel, die Zusammensetzung und die Fütterungsempfehlungen achten. Die richtige Tagesmenge hängt unter anderem von Gewicht, Alter und Aktivität des Tieres ab. Zusätzlich verfütterte Snacks müssen bei der gesamten Energiezufuhr berücksichtigt werden.

Ausreichend Wasser bleibt bei Trockenfutter entscheidend

Unabhängig von der Bewertung einzelner Produkte spielt die Flüssigkeitsversorgung eine wichtige Rolle. Trockenfutter enthält deutlich weniger Wasser als Nassfutter. Katzen, die überwiegend Trockenfutter erhalten, müssen deshalb entsprechend mehr Flüssigkeit über das Trinken aufnehmen.

Frisches Trinkwasser sollte jederzeit zur Verfügung stehen. Mehrere Wasserstellen können dabei helfen, die Flüssigkeitsaufnahme zu fördern. Bei Katzen mit besonderen gesundheitlichen Anforderungen sollte die Fütterung mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt abgestimmt werden.

Für die Kaufentscheidung ergibt sich damit ein differenziertes Bild: Der ältere Vergleich der Stiftung Warentest zeigt, dass auch günstiges Katzentrockenfutter eine sehr gute Nährstoffversorgung bieten kann. Der aktuelle Öko-Test verdeutlicht zugleich, dass Verbraucher bei der Auswahl weiterhin auf die Qualität und die Angaben der Hersteller achten sollten.

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