Knorr-Bremse mit gemischter Bilanz

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Münchner Industriekonzern Knorr-Bremse hat im dritten Quartal 2026 Umsatz und operativen Gewinn deutlich gesteigert. Allerdings blieb der Auftragseingang in der Bahnsparte hinter den Erwartungen zurück. Für das Gesamtjahr rechnet der Hersteller von Brems- und weiteren Fahrzeugsystemen dennoch mit einem Umsatz und einem freien Mittelzufluss am oberen Ende seiner bisherigen Prognosespannen.

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Umsatz und Gewinn legen deutlich zu

Nach den am Mittwochabend, 28. Oktober 2026, veröffentlichten vorläufigen Zahlen erzielte Knorr-Bremse von Juli bis September einen Konzernumsatz von 2,05 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Anstieg um neun Prozent.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 19,1 Prozent auf 299 Millionen Euro. Die operative EBIT-Marge erhöhte sich von 13,3 auf 14,6 Prozent. Damit erreichte der Konzern nach eigenen Angaben seine höchste operative Quartalsmarge seit mehr als fünf Jahren.

Auch der Free Cashflow, der nach laufenden Ausgaben und Investitionen verfügbare Mittelzufluss, entwickelte sich positiv. Er stieg von 159 auf 238 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 0,89 auf 1,09 Euro.

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Bahnaufträge bleiben unter Erwartungen

Trotz der Ergebnisverbesserungen verfehlte Knorr-Bremse mehrere Analystenschätzungen. Der Umsatz lag unter den erwarteten 2,09 Milliarden Euro. Beim operativen EBIT hatten Analysten im Vara-Konsens mit 304 Millionen Euro gerechnet.

Besonders deutlich fiel die Abweichung beim Auftragseingang der Bahnsparte aus. Dieser erreichte 1,045 Milliarden Euro, nach 1,173 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Die Analystenerwartung hatte bei rund 1,18 Milliarden Euro gelegen.

Knorr-Bremse führte die Entwicklung unter anderem auf verschobene Kundenaufträge im Umfang von etwa 80 Millionen Euro zurück. Das Unternehmen rechne damit, diese Aufträge innerhalb der kommenden sechs Monate zu erhalten. Hinzu komme ein europäisches Projekt, das der Konzern nach eigenen Angaben aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiterverfolgt habe.

Für das vierte Quartal erwartet Knorr-Bremse eine teilweise Erholung des Auftragseingangs im Bahngeschäft auf rund 1,2 Milliarden Euro.

Ungeachtet der geringeren Neubestellungen steigerte die Bahnsparte ihren Umsatz um 6,1 Prozent auf 1,114 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich auf 197 Millionen Euro.

Nutzfahrzeugsparte profitiert von Markterholung

Anders entwickelte sich das Geschäft mit Nutzfahrzeugen. Der Auftragseingang der Truck-Division stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um gut 30 Prozent auf 1,018 Milliarden Euro.

Der Umsatz erhöhte sich um 12,5 Prozent auf 938 Millionen Euro. Das operative Ergebnis legte von 88 auf 116 Millionen Euro zu. Damit verbesserte sich die operative Marge von 10,5 auf 12,3 Prozent.

Knorr-Bremse verwies auf eine Erholung der Nutzfahrzeugmärkte in Nordamerika und Europa sowie auf die Wirkung seiner Kostensenkungsmaßnahmen.

Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns belief sich Ende September auf knapp 7,9 Milliarden Euro. Das waren sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Jahresprognose bleibt bestehen

Für das Geschäftsjahr 2026 hält Knorr-Bremse an seiner Umsatzprognose von 8,1 bis 8,3 Milliarden Euro fest. Allerdings erwartet der Konzern nun, den oberen Bereich dieser Spanne zu erreichen.

Auch beim Free Cashflow rechnet das Unternehmen mit einem Ergebnis am oberen Ende der bisherigen Bandbreite von 750 bis 850 Millionen Euro.

Die Prognose für die operative EBIT-Marge bleibt unverändert bei 14,0 bis 14,5 Prozent.

Der Ausblick berücksichtigt die Übernahme des Bahnelektronikspezialisten duagon. Zudem setzt Knorr-Bremse voraus, dass sich die Krise im Nahen Osten nicht verschärft und Lieferketten nicht zusätzlich belastet werden.

Aktie reagiert mit Kursverlusten

An der Börse wurden die Quartalszahlen zunächst zurückhaltend aufgenommen. Nach einer um 19:11 Uhr veröffentlichten Meldung von dpa-AFX verlor die Knorr-Bremse-Aktie am Mittwochabend auf der Handelsplattform Tradegate zeitweise rund zwei Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs.

Die nachbörsliche Reaktion folgte damit nicht der verbesserten Gewinnentwicklung, sondern fiel trotz des präzisierten Jahresausblicks negativ aus.

Knorr-Bremse ist im MDax notiert und liefert Bremssysteme sowie weitere technische Komponenten für Schienenfahrzeuge und Nutzfahrzeuge weltweit. Die Geschäftsentwicklung hängt damit sowohl von Investitionen im internationalen Bahnverkehr als auch von der Nachfrage auf den Nutzfahrzeugmärkten ab.

Die vollständige Quartalsmitteilung mit weiteren Finanzkennzahlen soll am Donnerstag, 29. Oktober 2026, veröffentlicht werden.

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