
Borussia Dortmund muss kurz nach dem Start in die neue Bundesliga-Saison um Giannis Konstantelias bangen. Der erst im August verpflichtete griechische Offensivspieler verletzte sich beim 2:0 gegen den Hamburger SV am linken Knie und musste in der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden. Beim BVB besteht die Sorge vor einer schwereren Verletzung. Trainer Niko Kovac brachte nach dem Spiel ausdrücklich einen möglichen Kreuzbandriss ins Gespräch. Eine abschließende Diagnose lag am Sonntagmorgen jedoch noch nicht vor. Der Verein hatte für Sonntag eine genaue Untersuchung angekündigt.
Damit ist auch noch keine belastbare Ausfalldauer bekannt. Borussia Dortmund hat weder einen Kreuzbandriss bestätigt noch eine Zahl von Wochen oder Monaten genannt, die Konstantelias fehlen könnte. Sportdirektor Ole Book erklärte nach der Partie bei Sky lediglich: Wir haben durchaus Sorge vor einer schwereren Verletzung. Die Diagnostik laufe.
Konstantelias hatte bis zu seiner Verletzung ein bemerkenswertes Bundesliga-Debüt absolviert. Der 23-Jährige stand gegen den HSV in der Dortmunder Startelf und erzielte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das Tor zum 2:0. Kurz nach Wiederbeginn kam es bei einem Zweikampf mit Hamburgs Bakery Jatta zu der folgenreichen Szene. Nach Darstellung des BVB traf den HSV-Spieler dabei keine Schuld. Konstantelias musste anschließend behandelt werden und wurde in der 54. Minute durch Marcel Sabitzer ersetzt.
Sky hatte bereits um 19.55 Uhr und damit unmittelbar während beziehungsweise nach der Partie über die Knieverletzung berichtet. Der Sender beschrieb, dass sich Konstantelias offenbar mit dem Standbein vertreten und dabei das Knie verdreht hatte. Die Ruhr Nachrichten veröffentlichten um 21.19 Uhr einen Bericht über die Befürchtung einer Kreuzbandverletzung. Sport Bild meldete fünf Minuten später ausdrücklich einen Verdacht auf Kreuzbandriss. Eine solche Diagnose war zu diesem Zeitpunkt aber nicht bestätigt.
Auch Kovac machte nach der Partie deutlich, wie ernst die Situation eingeschätzt wurde. Der Trainer sagte, der Mannschaftsarzt habe das Knie untersucht und dabei kein gutes Gefühl gehabt. Zudem berichtete Kovac, Konstantelias habe selbst ein Knacken wahrgenommen. Eine MRT-Untersuchung sollte am Sonntag Klarheit bringen.
Eine konkrete Ausfallzeit lässt sich deshalb zunächst nicht nennen. Zwar würde ein Kreuzbandriss regelmäßig eine lange Pause bedeuten, doch diese Diagnose ist bei Konstantelias bislang nicht offiziell festgestellt worden. Aussagen über eine mehrmonatige Zwangspause wären deshalb zum jetzigen Stand vorzeitig.
Der BVB selbst sprach am Samstagabend lediglich davon, dass sich der Neuzugang möglicherweise schwer am Knie verletzt habe. Auf der Vereinsseite hieß es zugleich, die genaue Diagnose solle am Sonntag vorliegen. Damit geht die offizielle Bestätigung derzeit nicht über eine Knieverletzung und die Sorge vor einem schwereren Schaden hinaus.
Für Dortmund ist der Zeitpunkt besonders ungünstig. Giannis Konstantelias verletzt sich nur knapp zwei Wochen nach seinem Wechsel aus Griechenland und unmittelbar vor dem Ende der Sommer-Transferperiode. Der Offensivspieler war erst am 17. August offiziell als Neuzugang vorgestellt worden. Sein Vertrag beim BVB läuft bis zum 30. Juni 2031.
Eine Ablösesumme veröffentlichte Borussia Dortmund bei der Verpflichtung nicht. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten beträgt das Gesamtpaket rund 30 Millionen Euro einschließlich möglicher Bonuszahlungen. Damit gehört Konstantelias zu den bedeutenden Dortmunder Investitionen dieses Transfersommers.
Der am 5. März 2003 im griechischen Volos geborene Konstantelias ist 23 Jahre alt und griechischer Nationalspieler. Er wird vor allem im offensiven Mittelfeld eingesetzt, kann aber auch in anderen offensiven Rollen spielen. Der technisch starke Rechtsfuß entstammt der Nachwuchsabteilung von PAOK Thessaloniki und hatte dort bereits als 17-Jähriger sein Profidebüt gegeben. Eine kurze Auslandsstation führte ihn in der Rückrunde der Saison 2021/22 auf Leihbasis zur KAS Eupen nach Belgien.
In der griechischen Super League kam Konstantelias in der Saison 2025/26 auf 24 Einsätze. Dabei erzielte er acht Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. Für PAOK hatte er insgesamt bereits weit mehr als 180 Pflichtspiele bestritten, bevor er nach Dortmund wechselte.
Beim BVB benötigte Konstantelias nur wenige Tage, um sich in der Offensive anzubieten. Sein erstes Pflichtspiel absolvierte er am 22. August im Franz Beckenbauer Supercup gegen den FC Bayern München. Beim 1:2 wurde er zur zweiten Halbzeit für Samuele Inácio eingewechselt und spielte 45 Minuten.
Eine Woche später folgte gegen den HSV sein erstes Bundesligaspiel und zugleich sein erster Startelfeinsatz in der Liga. Konstantelias erzielte mit seinem ersten Bundesliga-Torschuss das 2:0 und gehörte gemeinsam mit seinem griechischen Landsmann Konstantinos Karetsas zu den auffälligsten Dortmunder Offensivspielern. Damit steht seine bisherige Pflichtspielbilanz für den BVB bei zwei Einsätzen und einem Tor.
Die Verletzung trifft Dortmund auch deshalb, weil Konstantelias und Karetsas dem Offensivspiel unmittelbar neue Möglichkeiten gegeben hatten. Beim 2:0 gegen Hamburg waren beide an zahlreichen Dortmunder Abschlüssen beteiligt. Für Konstantelias selbst verzeichnete der BVB zwei eigene Torschüsse und zwei vorbereitete Abschlüsse.
Die mögliche längere Pause hat die Dortmunder Kaderplanung kurz vor Transferschluss verändert. Nach Informationen von Sport1 hatte der BVB eigentlich nicht mehr vor, auf dem Transfermarkt grundsätzlich nachzulegen. Nach der Verletzung von Konstantelias erklärte Kovac jedoch, der Klub müsse nun erneut prüfen, was noch möglich sei. Wir müssen uns Gedanken machen und schon schauen, was noch möglich wäre, sagte der Trainer. Ob tatsächlich noch ein Spieler verpflichtet werde, sei offen.
Auch Sportdirektor Book ließ erkennen, dass die Verletzung Überlegungen zur Kaderplanung ausgelöst hat. Konkrete Verhandlungen mit einem möglichen Ersatz bestätigte der BVB zunächst nicht. Ebenso ist bislang kein bestimmter Spieler offiziell als Kandidat genannt worden.
Viel Zeit bleibt Dortmund nicht. Das Sommer-Transferfenster der Bundesliga schließt am Dienstag, 1. September 2026, um 20 Uhr. Ausgerechnet 45 Minuten später tritt der BVB in der ersten Runde des DFB-Pokals beim HEBC Hamburg an.
Damit hängt die letzte Personalentscheidung des Sommers wesentlich davon ab, welches Ergebnis die Untersuchungen bei Konstantelias bringen. Bestätigt ist bislang die Verletzung am linken Knie. Der befürchtete Kreuzbandriss und eine daraus folgende lange Ausfallzeit waren am Sonntagmorgen noch nicht offiziell bestätigt.
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