Ritsu Doan vor Abschied aus Frankfurt: Das ist der Stand

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Bei Eintracht Frankfurt könnte sich kurz vor dem Ende der Sommertransferperiode ein prominenter Abgang anbahnen. Der japanische Nationalspieler Ritsu Doan soll sich nach Informationen von Sky Sport mit dem saudi-arabischen Spitzenclub Al-Ittihad grundsätzlich über einen Wechsel verständigt haben. Nach Angaben des Senders hätten Spieler und Club eine mündliche Einigung erzielt. Der entscheidende Schritt zwischen den Vereinen stehe allerdings noch aus: Eintracht Frankfurt müsse einem Verkauf erst zustimmen.

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Sky berichtete am Sonntagmorgen weiter über den möglichen Wechsel. Zuvor hatte der Sender bereits von Gesprächen zwischen Doan und Al-Ittihad sowie von einem Angebot des saudischen Clubs berichtet. Demnach soll Eintracht eine Offerte über 18 Millionen Euro vorliegen. Die Frankfurter würden darüber entscheiden, ob sie das Angebot akzeptieren und ihrem Offensivspieler die Freigabe erteilen. Ein offizieller Transfer war damit zunächst weder von Eintracht Frankfurt noch von Al-Ittihad bestätigt. Doan wurde von der Eintracht am Sonntag weiterhin als Spieler des Profikaders geführt.

Sky meldet mündliche Einigung mit Al-Ittihad

Die ersten konkreten Berichte über das Interesse von Al-Ittihad waren bereits einige Tage zuvor aufgekommen. Am 26. August wurde unter Berufung auf die saudi-arabische Sportzeitung Al-Riyadiya über das Interesse aus Dschidda berichtet. Sky konkretisierte den Vorgang anschließend und meldete Gespräche zwischen Doan und Al-Ittihad. Am 29. August berichtete Sky schließlich von der mündlichen Einigung zwischen Spieler und Club.

Nach den Angaben von Sky soll Al-Ittihad für Doan 18 Millionen Euro geboten haben. Der 28-Jährige sei beim saudischen Club als möglicher Nachfolger von Moussa Diaby vorgesehen. Der frühere Leverkusener steht vor einer Rückkehr nach Deutschland. Al-Ittihad müsste damit auf der offensiven Außenbahn eine wichtige Position neu besetzen.

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Über die Laufzeit eines möglichen Vertrags Doans bei Al-Ittihad lagen zunächst keine belastbaren Angaben vor. Sky hatte im Zusammenhang mit den Verhandlungen allerdings berichtet, dass dem Japaner in Saudi-Arabien ein Nettogehalt von bis zu neun Millionen Euro pro Jahr angeboten werden könne. Diese Summe war weder von Doan noch von den beteiligten Vereinen bestätigt.

Damit fehlte weiterhin eine zentrale Voraussetzung für einen Transfer: die Einigung zwischen Al-Ittihad und Eintracht Frankfurt. Die mündliche Verständigung mit dem Spieler allein würde einen Wechsel nicht ermöglichen, da Doan in Frankfurt noch langfristig gebunden ist.

Frankfurt zahlte erst 2025 rund 21 Millionen Euro

Ein Verkauf für die von Sky genannten 18 Millionen Euro wäre auch deshalb bemerkenswert, weil Eintracht Frankfurt Doan erst im August 2025 mit erheblichem finanziellen Aufwand verpflichtet hatte. Der japanische Nationalspieler kam vom SC Freiburg und unterschrieb in Frankfurt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030. Die Vertragslaufzeit wurde damals von der Eintracht offiziell mitgeteilt.

Die Ablösesumme veröffentlichten die Vereine nicht. Sky und der Kicker berichteten damals übereinstimmend von einer Sockelablöse in Höhe von 21 Millionen Euro. Nach Kicker-Informationen hätten Bonuszahlungen den Betrag auf knapp unter 22 Millionen Euro erhöhen können. Zudem sei eine Beteiligung Freiburgs an einem späteren Weiterverkauf vereinbart worden.

Die aktuell von Sky genannte Offerte aus Saudi-Arabien läge somit zunächst unter der vor einem Jahr berichteten Sockelablöse. Ob Al-Ittihad sein Angebot noch erhöhen würde oder Frankfurt zu den genannten Konditionen tatsächlich verkaufen könnte, blieb zunächst offen.

Sportvorstand Markus Krösche hatte Doan bei dessen Verpflichtung im August 2025 ausdrücklich hervorgehoben. Er erklärte damals über den Japaner: Ritsu Doan hat in den vergangenen Jahren seine große Qualität in der Bundesliga bewiesen. Die Eintracht verwies dabei insbesondere auf Technik, Geschwindigkeit, Mentalität und internationale Erfahrung des Neuzugangs.

Eine aktuelle öffentliche Bestätigung Krösches für eine Einigung mit Al-Ittihad lag zunächst nicht vor. Auch eine entsprechende aktuelle Aussage von Dino Toppmöller gab es nicht. Toppmöller ist inzwischen nicht mehr Cheftrainer der Eintracht. Die Mannschaft wird in der Saison 2026/27 wieder von Adi Hütter trainiert.

Doan kam in seiner ersten Eintracht-Saison auf 40 Spiele

Doan wurde am 16. Juni 1998 geboren, ist 28 Jahre alt und japanischer Nationalspieler. Die Eintracht führt ihn als offensiv einsetzbaren Mittelfeld- beziehungsweise Angriffsspieler. Seine bevorzugte Rolle liegt auf der rechten offensiven Seite.

In seiner ersten Saison für Frankfurt absolvierte Doan nach den Daten des DFB insgesamt 40 Pflichtspiele. 31 davon entfielen auf die Bundesliga, sieben auf die Champions League und zwei auf den DFB-Pokal. Dabei gelangen ihm insgesamt sieben Tore und sechs Vorlagen. In der Bundesliga kam er auf fünf Treffer und fünf Assists, im DFB-Pokal erzielte er zwei Tore und in der Champions League bereitete er einen Treffer vor.

Damit blieb seine erste Frankfurter Saison statistisch unter seinem letzten Jahr in Freiburg. Für den SC hatte er 2024/25 alle 34 Bundesligaspiele bestritten und zehn Tore erzielt.

In der neuen Saison 2026/27 kam Doan dagegen bislang noch nicht in einem Pflichtspiel zum Einsatz. Beim 11:0 der Eintracht gegen den SC St. Tönis in der ersten Runde des DFB-Pokals fehlte er wegen muskulärer Beschwerden. Auch beim Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin am Samstag gehörte er aus diesem Grund nicht zum Aufgebot. Die Bundesliga weist für ihn deshalb bislang null Einsätze in der neuen Spielzeit aus.

Hütter hatte Doan eigentlich fest eingeplant

Die aktuelle Transfersituation steht damit in einem auffälligen Gegensatz zur sportlichen Planung zu Saisonbeginn. In der Vorbereitung hatte sich abgezeichnet, dass Trainer Adi Hütter Doan in seinem bevorzugten 4-2-2-2-System auf einer der offensiven Halbpositionen einsetzen wollte. Auch die offizielle Bundesliga-Saisonvorschau führte den Japaner auf der halbrechten Position der möglichen Frankfurter Stammelf.

Hütter machte vor dem Bundesliga-Auftakt zudem deutlich, dass er Doan sportlich nicht verlieren wolle. Auf die Möglichkeit eines Transfers angesprochen, sagte der Trainer laut Deutscher Presse-Agentur: Das möchte ich natürlich nicht. Hütter bezeichnete Doan außerdem als absoluten Klassespieler für mich. Gleichzeitig erklärte er, während eines geöffneten Transferfensters seien Trainer bei solchen Entscheidungen teilweise nur Beifahrer. Von Krösche habe er zu diesem Zeitpunkt keine Information über einen bevorstehenden Abschied erhalten.

Diese Aussagen fielen allerdings noch vor der später von Sky gemeldeten mündlichen Verständigung zwischen Doan und Al-Ittihad.

Ein Verkauf würde Frankfurts Kaderplanung noch einmal verändern

Für die Eintracht käme ein tatsächlicher Abgang unmittelbar vor dem Transferschluss zu einem Zeitpunkt, an dem der Kader ohnehin noch in Bewegung ist. Frankfurt hat seine Mannschaft im Sommer auf mehreren Positionen verändert. Das von Hütter bevorzugte System sieht zwei offensive Spieler hinter beziehungsweise neben den Spitzen vor. Neben Doan stehen für solche Rollen unter anderem Can Uzun, Jean-Mattéo Bahoya und Farès Chaïbi zur Verfügung.

Ein Doan-Verkauf würde einerseits zusätzliche Transfererlöse bringen, andererseits aber einen Spieler aus der Planung nehmen, der vor seinen muskulären Problemen für die Startelf vorgesehen war. Ob Frankfurt bei einem Verkauf noch einmal gezielt auf der offensiven Außenbahn beziehungsweise für die offensiven Halbpositionen nachlegen würde, war zunächst nicht bestätigt.

Für Doan wäre ein Wechsel zugleich das Ende eines nur gut einjährigen Aufenthalts am Main. Sein bestehender Vertrag würde ihn noch bis 2030 an Eintracht Frankfurt binden. Deshalb bleibt die Entscheidung des Bundesligisten der entscheidende Punkt des möglichen Geschäfts.

Nach dem von Sky gemeldeten Stand hätte Doan seinen Teil einer möglichen Vereinbarung mit Al-Ittihad bereits grundsätzlich geklärt. Eintracht Frankfurt müsste nun jedoch dem Transfer zustimmen und sich mit dem saudischen Club über die Konditionen einigen. Solange dies nicht geschehen und der Wechsel von den Clubs verkündet wäre, bliebe Ritsu Doan Spieler von Eintracht Frankfurt.

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