
An den asiatischen Aktienmärkten zeichnet sich am Freitagmorgen eine Erholung ab. Nach den deutlichen Kursverlusten vom Donnerstag legen die wichtigsten Börsenindizes in Japan, Südkorea und Hongkong wieder zu. Besonders kräftig fällt die Gegenbewegung in Seoul aus. Auch für den deutschen Aktienmarkt sind die Vorgaben zunächst positiv. Allerdings bleiben die Sorgen um die Finanzierung des weltweiten KI-Booms und steigende Zinsen bestehen.
Die asiatischen Börsen haben am Freitag, 16. Oktober 2026, einen Teil ihrer Vortagesverluste ausgeglichen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 stieg laut einer Reuters-Marktübersicht von 6.31 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit um rund 1,5 Prozent. Am Donnerstag hatte er noch 4,9 Prozent verloren und bei 64.425,95 Punkten geschlossen.
Deutlich stärker erholte sich der südkoreanische Kospi. Er gewann am Freitagmorgen rund drei Prozent, nachdem er am Vortag um 7,57 Prozent auf 5.554,22 Punkte eingebrochen war. Während des Handels am Donnerstag hatten die Verluste zeitweise sogar mehr als neun Prozent betragen. Der Handel wurde zwischenzeitlich für 20 Minuten ausgesetzt.
Auch in Hongkong ging es aufwärts. Der Hang Seng verzeichnete laut Reuters am Freitagmorgen um 4.52 Uhr deutscher Zeit ein Plus von rund 1,1 Prozent. Der chinesische CSI 300 gewann zum selben Zeitpunkt etwa 0,3 Prozent. Die Erholung erfasste damit mehrere wichtige Handelsplätze der Region.
Auslöser der kräftigen Kursverluste waren vor allem neue Zweifel an der Finanzierung großer Investitionen in künstliche Intelligenz. Im Mittelpunkt stand unter anderem der amerikanische Cloud-Anbieter CoreWeave. Die Entwicklung seiner Anleiherenditen hatte Sorgen über die hohe Verschuldung und die langfristige Finanzierung von KI-Rechenzentren verstärkt.
Gleichzeitig sorgten Fortschritte des chinesischen Speicherchipherstellers ChangXin Memory Technologies für zusätzliche Unsicherheit. Neue Entwicklungen bei Speichertechnologien könnten den Wettbewerb für etablierte Halbleiterkonzerne verschärfen.
Besonders stark waren am Donnerstag südkoreanische Technologieunternehmen betroffen. Samsung Electronics verlor 9,5 Prozent, während SK Hynix um 11,1 Prozent nachgab.
Hinzu kommt die angespannte Zinssituation in den USA. Die amerikanischen Erzeugerpreise stiegen im September gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent und lagen 6,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Das teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Die Daten verstärkten die Befürchtung, dass die US-Notenbank ihre Zinsen weiter erhöhen könnte. Höhere Finanzierungskosten würden insbesondere stark investierende Technologieunternehmen belasten.
Für den deutschen Aktienmarkt könnten die Kursgewinne in Asien zunächst eine Unterstützung darstellen. Auch die europäischen Aktienindex-Futures tendierten am Freitagmorgen laut Reuters leicht im Plus. Ein entsprechender Anstieg des DAX im regulären Handel war damit allerdings noch nicht bestätigt.
Der deutsche Leitindex hatte sich bereits am Donnerstag vergleichsweise stabil gezeigt. Nach Daten der Deutschen Börse schloss er um 17.50 Uhr bei 25.382,62 Punkten. Das entsprach einem Tagesgewinn von 0,33 Prozent beziehungsweise 84,01 Punkten.
Während Technologieaktien international unter Druck gerieten, profitierten andere europäische Branchen von einer stärkeren Nachfrage. Der europäische Gesundheitssektor gewann am Donnerstag 2,4 Prozent, während Technologieaktien im entsprechenden Branchenindex 1,5 Prozent verloren.
Damit zeigte sich, dass die Verluste im Technologiesektor nicht sämtliche Aktienmärkte gleichermaßen belasteten.
Zum Wochenschluss richtet sich der Blick der Investoren erneut auf Konjunkturdaten und die Notenbanken. Für Freitag stehen unter anderem endgültige Inflationsdaten aus dem Euroraum sowie neue amerikanische Wirtschaftszahlen auf dem Kalender. In den USA werden Daten zur Industrieproduktion sowie zu Import- und Exportpreisen erwartet.
Die Entwicklung könnte weitere Hinweise darauf liefern, wie sich der Inflationsdruck und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern. Für die Aktienmärkte bleibt insbesondere die Frage wichtig, ob die amerikanische Notenbank ihre Geldpolitik weiter verschärft.
Die Kursgewinne in Asien deuten zunächst auf eine Beruhigung nach dem Ausverkauf vom Donnerstag hin. Da sowohl die Finanzierung großer KI-Projekte als auch die künftige Zinsentwicklung für Unsicherheit sorgen, ist daraus jedoch noch keine dauerhafte Trendwende abzuleiten. Ob der DAX die positiven Vorgaben im Freitagshandel aufgreifen kann, hängt auch von der weiteren Entwicklung der internationalen Märkte ab.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu