Krösches Abschied: Frankfurt sucht neue Sportführung

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Eintracht Frankfurt steht nach dem Abschied von Sportvorstand Markus Krösche vor einer personellen und strategischen Neuordnung. Der Bundesligist hat den 46-Jährigen auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Axel Hellmann übernimmt vorläufig die sportliche Verantwortung. Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise auf einen möglichen Wechsel Krösches zum italienischen Spitzenklub AC Mailand. Eine offizielle Einigung wurde bislang nicht bekannt gegeben.

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Eintracht Frankfurt bestätigt Abschied von Markus Krösche

Die Entscheidung über die Zukunft von Markus Krösche fiel am Sonntag, 18. Oktober 2026. Wie Eintracht Frankfurt am selben Tag offiziell bekannt gab, stimmte der Aufsichtsrat der Fußball AG in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig seinem Wunsch nach sofortiger Freistellung zu.

Der Vertrag des bisherigen Sportvorstands läuft allerdings in angepasster Form weiter. Ursprünglich war Krösche noch bis zum 30. Juni 2028 an den Bundesligisten gebunden. Diese Vertragslaufzeit hatten beide Seiten bei einer vorzeitigen Verlängerung im April 2024 vereinbart. Die genauen finanziellen Bedingungen der jetzigen Vereinbarung veröffentlichte die Eintracht nicht.

Nach Angaben des Vereins hatten Krösche und Aufsichtsratschef Mathias Beck in den vergangenen Wochen mehrfach über die sportliche Situation, die Zukunft des Klubs und ihre weitere Zusammenarbeit gesprochen.

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Krösche erklärte seinen Schritt mit dem Wunsch nach einer persönlichen und beruflichen Veränderung. Nach mehr als fünf Jahren in verantwortlicher Position habe er zunehmend den Eindruck gewonnen, einen neuen Abschnitt beginnen zu müssen. Zugleich hielt er einen neuen Impuls für die Eintracht für möglicherweise hilfreich.

Am Montag, 19. Oktober, verabschiedete sich Krösche bei der Mitgliederversammlung in der Frankfurter Jahrhunderthalle persönlich. Präsident Beck würdigte dort seine Leistungen und insbesondere den Europapokalsieg 2022. Auch Trainer Adi Hütter bedankte sich bei Krösche für die gemeinsame Zeit.

AC Mailand: Berichte über Einigung bei Dreijahresvertrag

Als mögliche nächste Station Krösches gilt der AC Mailand. Bereits am 19. Oktober meldete SPORT1 unter Berufung auf eigene Informationen, dass Gespräche zwischen dem deutschen Fußballmanager und dem italienischen Traditionsverein liefen. Eine endgültige Vereinbarung sei damals noch nicht erreicht gewesen.

Am Mittwoch, 21. Oktober, berichtete BILD über eine weitere Entwicklung. Demnach soll sich Krösche mit Milan bereits über die finanziellen Rahmenbedingungen eines Dreijahresvertrags verständigt haben. BILD berief sich dabei auf das italienische Fußballportal Calciomercato. Offen sei demnach noch die Ablöse an Eintracht Frankfurt.

Nach Informationen von BILD enthält Krösches angepasste Vertragsvereinbarung eine Ausstiegsklausel, deren Höhe zwischen 3,5 und fünf Millionen Euro liegen soll. Eine offizielle Bestätigung dieser Summe gab es zunächst nicht.

In Mailand wird Krösche für eine übergeordnete Führungsposition im sportlichen Bereich gehandelt. Bereits im Juni 2026 hatte der italienische Verein Interesse an einer Verpflichtung gezeigt. Damals kam der Wechsel nicht zustande.

Eine offizielle Bestätigung der nun gemeldeten Einigung durch den AC Mailand oder Krösche lag am Mittwoch zunächst nicht vor. Auch ein möglicher Zeitpunkt für den Amtsantritt blieb offen.

Axel Hellmann führt die Eintracht vorläufig

In Frankfurt wurde die unmittelbare Nachfolge organisatorisch bereits geregelt. Der bisherige Vorstandssprecher Axel Hellmann wurde am 18. Oktober mit sofortiger Wirkung zum Vorstandsvorsitzenden der Eintracht Frankfurt Fußball AG ernannt. Gleichzeitig übernahm er kommissarisch die Aufgaben des Sportvorstands.

Hellmann gehört dem Vorstand seit 2012 an und war seit 2021 dessen Sprecher. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2031. Der Aufsichtsrat begründete seine Ernennung mit dem Ziel, Verantwortlichkeiten klarer zu ordnen und Entscheidungsprozesse zu verkürzen.

Hellmann kündigte an, den Verein auf der bestehenden wirtschaftlichen und sportlichen Grundlage weiterzuentwickeln. Aufsichtsratschef Beck sieht in der vorläufigen Doppelfunktion eine Möglichkeit, die Arbeit im Sportressort bis zur dauerhaften Neubesetzung fortzuführen.

Die langfristige personelle und strukturelle Besetzung soll nach der offiziellen Vereinsmitteilung innerhalb der nächsten Wochen entschieden werden.

Mehrere Kandidaten für Krösches Nachfolge im Gespräch

Für die dauerhafte Nachfolge werden inzwischen mehrere Fußballmanager gehandelt. Nach Informationen von Sky Sport galt zunächst Christoph Spycher als Wunschkandidat der Frankfurter. Der frühere Eintracht-Spieler ist bei den Young Boys Bern in verantwortlicher Position tätig.

Die Schweizer Zeitung Blick berichtete allerdings bereits am 19. Oktober, dass Spycher nicht nach Frankfurt wechseln werde. Eine offiziell bestätigte Entscheidung der Eintracht über die Besetzung des Sportvorstands gibt es bislang nicht.

Als weiteren aussichtsreichen Kandidaten nannte die Frankfurter Rundschau den derzeitigen Nürnberger Sportvorstand Joti Chatzialexiou. Der gebürtige Frankfurter arbeitete zuvor unter anderem beim Deutschen Fußball-Bund.

Nach Informationen des Fachmagazins kicker beschäftigen sich die Frankfurter außerdem mit Johannes Spors vom FC Southampton und Marcel Schäfer von RB Leipzig. Die Namen Fredi Bobic, Pirmin Schwegler und Marco Neppe wurden ebenfalls in verschiedenen Berichten mit der Nachfolge in Verbindung gebracht.

Wer tatsächlich in die engere Auswahl kommt, wurde von Vereinsseite nicht mitgeteilt. Auch konkrete Vertragsverhandlungen mit einem dieser Kandidaten waren zunächst nicht offiziell bestätigt.

Krösche prägte eine erfolgreiche Transferphase

Markus Krösche hatte sein Amt bei Eintracht Frankfurt am 1. Juni 2021 als Nachfolger von Fredi Bobic angetreten. Zuvor war er bei RB Leipzig tätig.

In seine Amtszeit fiel der Gewinn der UEFA Europa League im Mai 2022. Frankfurt setzte sich im Finale gegen die Glasgow Rangers im Elfmeterschießen durch und qualifizierte sich dadurch erstmals für die Champions League. 2023 erreichte die Mannschaft das DFB-Pokalfinale. In der Bundesligasaison 2024/25 gelang mit Rang drei erneut die Qualifikation für die Königsklasse.

Auch wirtschaftlich war Krösches Zeit von bedeutenden Spielertransfers geprägt. Ein Beispiel ist Randal Kolo Muani, der 2022 ablösefrei vom FC Nantes nach Frankfurt kam. Im September 2023 wechselte er für eine von Eintracht Frankfurt offiziell bestätigte Rekordablöse von 95 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain.

Der ebenfalls ablösefrei verpflichtete Omar Marmoush wechselte im Januar 2025 zu Manchester City. Im Juli desselben Jahres verkaufte Frankfurt Hugo Ekitiké an den FC Liverpool. Beide Transfers gehörten zu den prägenden Personalentscheidungen während Krösches Amtszeit.

Eintracht will ihre Transferstrategie verändern

Mit der Neubesetzung des Sportressorts steht auch eine Anpassung der bisherigen Transferpolitik bevor. Präsident Mathias Beck kündigte auf der Mitgliederversammlung an, künftig stärker auf den deutschen Spielermarkt und das eigene Nachwuchsleistungszentrum zu setzen.

Die Eintracht will weiterhin junge Spieler entwickeln und internationale Talente verpflichten. Allerdings sollen wirtschaftliche Risiken stärker berücksichtigt werden. Hintergrund sind aus Sicht der Vereinsführung gestiegene Preise für Nachwuchsspieler und veränderte Bedingungen auf dem internationalen Transfermarkt.

Hellmann erklärte, dass der wirtschaftliche Erfolg künftig weniger stark von hohen Einnahmen aus Spielertransfers abhängen solle. Stattdessen sollen andere Einnahmequellen des Vereins an Bedeutung gewinnen. Auch Spieler aus unteren deutschen Ligen und mögliche künftige Nationalspieler rücken stärker in den Fokus.

Der Vorstandsvorsitzende machte zugleich deutlich, dass Frankfurt seine bisherige sportliche Ausrichtung nicht vollständig aufgeben wolle. Vielmehr gehe es darum, das Geschäftsmodell an veränderte Marktbedingungen anzupassen.

Eine zusätzliche Personalfrage betrifft Sportdirektor Timmo Hardung. SPORT1 berichtete, dass der AC Mailand auch an seiner Verpflichtung interessiert sei. Hardung hatte seinen Vertrag bei Eintracht Frankfurt allerdings erst im August 2025 vorzeitig bis 2028 verlängert. Eine Entscheidung über seinen möglichen Wechsel wurde nicht bekannt gegeben.

Damit liegen für den Bundesligisten zwei wichtige Aufgaben unmittelbar nebeneinander: die dauerhafte Besetzung des Sportvorstands und die Umsetzung der angekündigten Veränderungen in der Kaderplanung. Während Hellmann vorläufig beide Führungsfunktionen ausübt, ist Krösches berufliche Zukunft trotz der konkreter gewordenen Gespräche mit Mailand noch nicht offiziell geklärt.

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