
Der dänische Spielwarenkonzern Lego hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 21 Prozent auf 41,9 Milliarden dänische Kronen. Das operative Ergebnis legte um 22 Prozent auf 10,9 Milliarden Kronen zu. Damit wuchs der Hersteller erneut schneller als der internationale Spielwarenmarkt.
Die am 25. August veröffentlichten Lego Halbjahreszahlen 2026 zeigen zugleich, dass das Unternehmen trotz hoher Investitionen seine Profitabilität ausbauen konnte. Unter Herausrechnung von Wechselkurseffekten stieg der Umsatz nach Angaben von Lego sogar um 26 Prozent, das operative Ergebnis um 29 Prozent. Der Nettogewinn erhöhte sich um 32 Prozent von 6,5 Milliarden auf 8,6 Milliarden dänische Kronen.
Als einen wesentlichen Wachstumstreiber nennt Lego die breite Produktpalette. In den ersten sechs Monaten des Jahres brachte der Konzern mehr als 330 neue Produkte auf den Markt. Zu den besonders gut verkauften Themen zählten nach Unternehmensangaben Speed Champions, Botanicals, Technic, Icons und Star Wars.
Hinzu kamen Kooperationen rund um große Sport- und Unterhaltungsmarken. Lego nennt unter anderem die Formel 1, die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 und KPop Demon Hunters. Auch die neue interaktive Plattform Smart Play wurde unter anderem mit Star-Wars- und Pokémon-Produkten eingesetzt. Nach Angaben des Unternehmens halfen gerade die Fußball-, Formel-1- und Entertainment-Produkte dabei, zusätzliche Käufergruppen zu erreichen.
Die sogenannten Consumer Sales, also die Verkäufe an Endkunden, stiegen nach Angaben des Unternehmens um 22 Prozent. Besonders kräftiges Wachstum verzeichnete Lego in Nord- und Südamerika, Westeuropa, der Region Mittel- und Osteuropa, Nahost und Afrika sowie im asiatisch-pazifischen Raum.
Der operative Gewinn erreichte im Zeitraum Januar bis Juni 10,9 Milliarden dänische Kronen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 entspricht das einem Plus von 22 Prozent. Lego führt die Entwicklung auf das Umsatzwachstum, Skaleneffekte und Produktivitätssteigerungen zurück. Gleichzeitig setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben umfangreiche Investitionen in Wachstum und Nachhaltigkeit fort.
Der operative Cashflow stieg um 47 Prozent auf 8,6 Milliarden Kronen. Die Investitionen in neue sowie bestehende Produktionsanlagen erhöhten sich von 4,2 Milliarden auf 4,6 Milliarden Kronen. Weitere 1,9 Milliarden Kronen flossen in den Erwerb von 29 Lego und Legoland Discovery Centres von Merlin Entertainments. Der freie Cashflow lag dadurch bei 2,1 Milliarden Kronen nach 1,7 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum.
Lego baut außerdem seine Produktionskapazitäten weiter aus. Eine neue Fabrik und ein regionales Distributionszentrum im US-Bundesstaat Virginia sollen nach Unternehmensangaben 2027 eröffnet werden. Damit verfolgt der Konzern weiterhin das Ziel, wichtige Absatzmärkte stärker aus regionalen Produktionsstandorten zu beliefern.
Die starken Lego-Zahlen treffen nicht auf einen insgesamt schrumpfenden Spielwarenmarkt. Daten des Marktforschungsunternehmens Circana zeigen vielmehr, dass die Spielwarenverkäufe in den von dem Unternehmen beobachteten internationalen Märkten im ersten Halbjahr 2026 wertmäßig um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zunahmen. Über die zwölf Monate bis Ende Juni lag der Zuwachs bei 9,5 Prozent.
Besonders gefragt waren unter anderem Sammelprodukte, lizenzierte Artikel, Spiele und Bausets. In den USA legten die Spielwarenumsätze im ersten Halbjahr nach Circana sogar um 17 Prozent zu. Gleichzeitig verwies das Marktforschungsunternehmen auf anhaltenden Druck durch die Bezahlbarkeit für Verbraucher.
Ein direkter Vergleich der Wachstumsraten ist allerdings nur eingeschränkt möglich. Circana erfasst Verkäufe im Einzelhandel, während Legos Konzernumsatz eine andere Kennzahl darstellt. Bei den ebenfalls auf Endkundenebene gemessenen Consumer Sales kam Lego auf ein Plus von 22 Prozent und lag damit über dem von Circana ermittelten Wachstum seiner beobachteten Weltmärkte von 14 Prozent.
Auch die Ergebnisse großer Wettbewerber unterstreichen, wie unterschiedlich sich der Markt entwickelt. Mattel erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,125 Milliarden US-Dollar und damit zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im gesamten ersten Halbjahr erreichten die Nettoumsätze knapp 1,99 Milliarden Dollar, ein Plus von acht Prozent. Gleichzeitig sank das operative Ergebnis im zweiten Quartal von 79 Millionen auf 11 Millionen Dollar. Das Unternehmen nannte unter anderem höhere Zollkosten, Inflation, Lizenzgebühren und ungünstige Wechselkurse als Belastungen.
Hasbro steigerte seinen Konzernumsatz im ersten Halbjahr um 15 Prozent. Allerdings wurde das Wachstum vor allem vom Geschäft mit Wizards of the Coast und digitalen Spielen getragen, das um 27 Prozent zulegte. Das klassische Consumer-Products-Segment wuchs im selben Zeitraum lediglich um zwei Prozent. Für das Gesamtjahr erhöhte Hasbro seine Prognose und erwartet nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent. Dabei handelt es sich um eine Unternehmensprognose, nicht um ein bereits erreichtes Ergebnis.
Lego selbst erklärte, im ersten Halbjahr erneut Marktanteile hinzugewonnen zu haben. Die Kombination aus eigenen Produktwelten, starken Lizenzmarken, Angeboten für Erwachsene und neuen interaktiven Konzepten verschafft dem Unternehmen derzeit eine breite Kundenbasis. Die Zahlen zeigen, dass Lego nicht lediglich von der Erholung des Spielwarenmarktes profitiert, sondern darüber hinaus wächst.
Neue Kostenrisiken bleiben dennoch bestehen. Lego-Chef Niels B. Christiansen erklärte, dass gestiegene Ölpreise die Kosten bestimmter Kunststoffe erhöht hätten. Im ersten Halbjahr sei der Effekt für Lego noch nicht wesentlich gewesen. Ob und wie stark sich höhere Rohstoffpreise im weiteren Jahresverlauf auf das Ergebnis auswirken, ist damit nicht festgelegt.
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