Leicas Rekordserie endet: Umsatz sinkt auf 573 Millionen Euro

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Leica Camera hat nach mehreren Jahren mit Rekordwerten erstmals wieder einen Umsatzrückgang verbucht. Im Geschäftsjahr 2025/26, das Ende März abgeschlossen wurde, sanken die Erlöse nach Unternehmensangaben um 3,8 Prozent auf 573 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte die Leica Camera Gruppe mit 596 Millionen Euro noch den höchsten Umsatz ihrer Geschichte erzielt. Trotz des Rückgangs blieb das Unternehmen profitabel. Eine konkrete Gewinnzahl wurde zunächst nicht genannt.

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Der Umsatzrückgang bei Leica beendet damit eine Serie von vier Rekordjahren in Folge. Zugleich liegt der aktuelle Erlös weiterhin über dem Niveau des Geschäftsjahres 2023/24, als Leica 554 Millionen Euro umgesetzt hatte. Der Rückgang fällt damit vergleichsweise moderat aus, markiert für den Premiumhersteller aus Wetzlar aber einen deutlichen Wechsel nach mehreren Jahren kräftigen Wachstums.

Fotogeschäft verliert, Mobile wächst

Den größten Teil seiner Erlöse erwirtschaftet Leica weiterhin im Fotogeschäft. Gerade dieser Kernbereich entwickelte sich im abgeschlossenen Geschäftsjahr schwächer und verlor im Jahresvergleich Umsatz. Als Belastungen nannte das Unternehmen geopolitische Unsicherheiten, ungünstige Wechselkurseffekte und verschärfte Zollregelungen. Hinzu kam eine zurückhaltendere Konsumstimmung im wichtigen Markt der USA.

Andere Geschäftsbereiche entwickelten sich dagegen günstiger. Das Mobile-Geschäft mit Smartphone-Technik legte laut Leica kräftig zu. Auch die Sportoptik zeigte sich stabil. Positiv verliefen nach Unternehmensangaben zudem die Geschäfte mit Uhren und Accessoires, Heimkinoprojektoren und Brillengläsern. Damit wurde der Rückgang im klassischen Fotogeschäft zumindest teilweise durch andere Sparten ausgeglichen.

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Leica arbeitet im Bereich Mobile Imaging unter anderem mit dem chinesischen Technologiekonzern Xiaomi zusammen. Ende Februar 2026 stellte das Unternehmen das Leitzphone powered by Xiaomi als erstes international vermarktetes Smartphone dieser Leica Produktlinie vor. Leica bezeichnete die Markteinführung später als erfolgreich und erklärte, die eigenen Erwartungen seien übertroffen worden. Konkrete Verkaufszahlen wurden dazu jedoch nicht veröffentlicht.

Vier Rekordjahre enden mit einem Minus

Noch im Geschäftsjahr 2024/25 war der Umsatz der Leica Camera Gruppe um 7,6 Prozent von 554 Millionen auf rund 596 Millionen Euro gestiegen. Es war der vierte Umsatzrekord in Folge. Im Geschäftsjahr 2023/24 hatte Leica sogar ein Umsatzplus von 14 Prozent gemeldet.

Der aktuelle Rückgang auf 573 Millionen Euro entspricht gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres einem Minus von rund 23 Millionen Euro. Dennoch schrieb die Gruppe weiterhin schwarze Zahlen. Wie hoch das operative Ergebnis oder der Jahresüberschuss ausfielen, wurde mit den aktuellen Umsatzangaben nicht beziffert. Die Entwicklung der Profitabilität lässt sich deshalb nicht vollständig mit dem Vorjahr vergleichen.

Die Zahlen fallen zudem in eine Phase des Führungswechsels. Andreas Voll ist seit dem 1. April 2026 Vorstandsvorsitzender von Leica und trat damit unmittelbar nach Ende des Geschäftsjahres die Nachfolge von Matthias Harsch an. Voll setzt nach Angaben des Unternehmens auf neue Produkte im Premiumsegment, einen weiteren Ausbau des internationalen Vertriebs und zusätzliche Zielgruppen.

Weltweiter Kameramarkt wächst wieder

Der Umsatzrückgang bei Leica fällt in einen Kameramarkt, der sich nach dem jahrelangen Einbruch durch Smartphones zuletzt wieder stabilisiert hat. Daten des japanischen Branchenverbands Camera & Imaging Products Association, kurz CIPA, zeigen für 2025 weltweit rund 9,44 Millionen ausgelieferte Digitalkameras. Das waren 11,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Wert dieser Auslieferungen stieg in Yen gerechnet um 6,8 Prozent.

Besonders stark entwickelte sich das Segment der Kameras mit fest eingebautem Objektiv. Dort stiegen die Stückzahlen laut CIPA um 29,6 Prozent. Auch spiegellose Systemkameras legten bei den Auslieferungen um 12,5 Prozent zu. Die CIPA-Zahlen bilden allerdings die Lieferungen der beteiligten Hersteller ab und sind nicht direkt mit dem Konzernumsatz von Leica vergleichbar. Sie zeigen aber, dass die Branche insgesamt zuletzt höhere Stückzahlen verzeichnete und sich Nachfrage sowie Produktmix weiter verschieben.

Leica baut Vertrieb und Produktpalette weiter aus

Leica reagiert auf das schwierigere Umfeld mit neuen Produkten und einem breiteren Vertriebsnetz. Zum Portfolio gehören neben den klassischen Kameras und Objektiven inzwischen unter anderem Projektoren, Smartphone-Produkte, Uhren, Sportoptik und Brillengläser. Das weltweite Vertriebsnetz umfasst rund 120 Leica Stores.

Auch der Onlinehandel legte im vergangenen Geschäftsjahr zu. Nach Unternehmensangaben stiegen die Online-Umsätze um fünf Prozent. Vorstandschef Voll will zusätzlich mehr Frauen, jüngere Menschen und neue kreative Communities für die Marke gewinnen.

Einen konkreten Umsatzausblick für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 nannte Leica zunächst nicht. Fest steht damit vorerst: Nach vier Rekordjahren ist der Konzernumsatz erstmals wieder gesunken, während mehrere Geschäftsfelder außerhalb des klassischen Fotobereichs weiter zulegten.

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