
Der Laserspezialist LPKF Laser & Electronics hat seine Ziele für das Geschäftsjahr 2026 deutlich gesenkt. Ein für die bisherige Prognose wichtiger Solarauftrag wird nach Angaben des Unternehmens voraussichtlich nicht mehr rechtzeitig abgeschlossen, um noch in diesem Jahr Umsatz beizusteuern. Auch erwartete Aufträge aus dem Geschäft mit Advanced Packaging für die Halbleiterindustrie verschieben sich. An der Börse geriet die LPKF-Aktie nach der Mitteilung deutlich unter Druck.
LPKF rechnet für 2026 nun mit einem Konzernumsatz von 93 bis 100 Millionen Euro. Bislang hatte der Vorstand 105 bis 120 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Gleichzeitig wird die Ergebnisprognose deutlich vorsichtiger.
Bei der bereinigten EBIT-Marge erwartet das Unternehmen jetzt einen Wert zwischen minus 7,0 und minus 2,5 Prozent. Die bisherige Spanne hatte von minus 3,0 bis plus 4,5 Prozent gereicht. Damit stellt sich LPKF inzwischen auch auf bereinigter Basis auf einen operativen Verlust im Gesamtjahr ein.
Die LPKF Prognose 2026 wird damit nur gut zwei Monate nach der Vorlage des Halbjahresberichts nach unten korrigiert. Ende Juli hatte das Unternehmen seine damaligen Jahresziele noch bestätigt. Zu diesem Zeitpunkt setzte LPKF insbesondere auf positive Impulse aus den Bereichen Solar und Electronics im zweiten Halbjahr.
Auslöser der Prognosesenkung ist vor allem die zeitliche Verschiebung eines größeren Projekts im Solargeschäft. Dieser Auftrag war nach Angaben von LPKF wesentlich dafür, die bisherige Jahresprognose erreichen zu können. Das Unternehmen rechnet inzwischen nicht mehr damit, dass der Abschluss so früh erfolgt, dass daraus 2026 noch Umsatz verbucht werden kann.
Das Solargeschäft hatte LPKF bereits im ersten Halbjahr belastet. Der Konzernumsatz sank in den ersten sechs Monaten auf 36,5 Millionen Euro, nach 59,2 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Als wesentlichen Grund hatte das Unternehmen damals den deutlich geringeren Umsatz im Solarsegment genannt.
LPKF entwickelt unter anderem Lasersysteme für Produktionsprozesse in der Elektronik-, Halbleiter- und Solarindustrie. Im Solargeschäft setzt das Unternehmen langfristig unter anderem auf neue Zelltechnologien wie Perowskit-Anwendungen. Der erwartete Technologiewechsel hatte sich bislang allerdings langsamer entwickelt als erhofft.
Zusätzlich verschieben sich geplante Bestellungen im Bereich Advanced Packaging. Dabei geht es um Technologien für moderne Halbleitergehäuse und die Bearbeitung von Glas für Chipanwendungen. LPKF hatte diesen Bereich in den vergangenen Monaten zunehmend als wichtigen Wachstumstreiber herausgestellt.
Erst am 23. September hatte das Unternehmen über eine Absichtserklärung eines führenden asiatischen Herstellers aus dem Bereich Advanced Semiconductor Packaging informiert. Diese betrifft den geplanten Kauf von NEXAR-Systemen auf Basis der von LPKF entwickelten LIDE-Technologie. Die Auswahl von LPKF für den Produktionshochlauf war damit bestätigt worden, ein entsprechender Umsatz war daraus jedoch noch nicht gesichert.
Nach der neuen Einschätzung des Vorstands werden Aufträge aus dem erfolgreichen Einstieg in diesen Markt später eingehen als ursprünglich erwartet. Sie sollen deshalb erst im nächsten Geschäftsjahr zum Umsatz beitragen. Die dadurch entstehende Lücke könne nach aktuellem Stand nicht durch höhere Erlöse in anderen Geschäftsbereichen ausgeglichen werden.
Parallel arbeitet LPKF an seinem Effizienz- und Transformationsprogramm. Nach Unternehmensangaben entwickeln sich die Maßnahmen zur Kostensenkung sogar besser als ursprünglich geplant. Die Einsparungen reichen allerdings nicht aus, um die schwächere Umsatzentwicklung vollständig zu kompensieren.
Das ist insbesondere für die Ergebnisprognose relevant. Für 2026 fallen zusätzlich hohe Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit dem Transformationsprogramm North Star an. LPKF veranschlagt dafür eine Größenordnung von etwa drei bis vier Prozent des Jahresumsatzes. Die veröffentlichte Prognose für die bereinigte EBIT-Marge rechnet bestimmte Restrukturierungs- und Sondereffekte bereits heraus.
Am langfristigen strategischen Schwerpunkt im Halbleitergeschäft hält das Unternehmen fest. Advanced Packaging soll weiterhin ein zentraler Wachstumsschwerpunkt sein. LPKF setzt dort vor allem auf seine LIDE-Technologie zur hochpräzisen Bearbeitung von Glas.
An der Börse reagierten Anleger unmittelbar auf die neue Prognose. Kurz nach Veröffentlichung der Ad-hoc-Mitteilung am Mittwochvormittag geriet die LPKF-Aktie deutlich ins Minus. Gegen 11.28 Uhr wurde das Papier mit rund 14,40 Euro gehandelt und lag damit etwa 8,9 Prozent unter dem vorherigen Vergleichsniveau.
Die Kursreaktion folgte auf einen kräftigen Anstieg am Vortag. Am Dienstag hatte die Aktie deutlich zugelegt. Entsprechend volatil verlief der Handel nach der neuen Nachricht.
Für Anleger verschiebt sich damit der zeitliche Schwerpunkt der erwarteten Großprojekte. Sowohl der wichtige Solarauftrag als auch zusätzliche Umsätze aus Advanced Packaging sollen nach derzeitiger Planung nicht mehr ausreichend zum Geschäftsjahr 2026 beitragen. Entscheidend für die kommenden Geschäftszahlen wird damit, wann die verschobenen Projekte tatsächlich abgeschlossen werden und in welchem Umfang daraus ab 2027 Umsätze entstehen.






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