Lufthansa kämpft um die Rückkehr in den DAX

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Deutsche Lufthansa könnte nach sechs Jahren in den deutschen Leitindex DAX zurückkehren. Entschieden wird darüber bei der nächsten planmäßigen Überprüfung der DAX-Indexfamilie am Donnerstag, 3. September 2026. Änderungen der Zusammensetzung sollen am Montag, 21. September, wirksam werden. Ob die Airline tatsächlich aufsteigt, ist wenige Tage vor dem Stichtag noch offen.

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Die Lufthansa vor DAX-Rückkehr ist vor allem deshalb ein knappes Rennen, weil für die Indexentscheidung nicht der Börsenwert des gesamten Unternehmens zählt. Maßgeblich ist die Marktkapitalisierung der Aktien im Streubesitz, die sogenannte Free-Float-Marktkapitalisierung. Dafür wird unter anderem ein volumengewichteter Durchschnittskurs über 20 Handelstage verwendet.

Rang 33 brachte Lufthansa Ende Juli in eine starke Position

Ende Juli lag Lufthansa nach Angaben des Indexexperten Achim Matzke auf Rang 33 der relevanten Rangliste. Bei einer damaligen Überprüfung hätte diese Position für die Aufnahme in den DAX gereicht.

Im August verschlechterte sich die Ausgangslage jedoch. Die Lufthansa-Aktie verlor gegenüber ihrem Stand Ende Juli deutlich an Wert. Gleichzeitig vergrößerte sich der Streubesitz beim DAX-Mitglied Fresenius Medical Care nach einer Aktienplatzierung des Großaktionärs Fresenius. Dadurch rückte Fresenius Medical Care in der Rangfolge vor Lufthansa.

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Eine endgültige offizielle August-Rangliste lag am Samstag, 29. August, noch nicht vor. Berechnungen von Marktbeobachtern sahen Lufthansa zuletzt knapp unterhalb der besonders wichtigen Schwelle für einen direkten Aufstieg. Neben Fresenius Medical Care bewegte sich auch Qiagen in dem für Lufthansa relevanten Bereich der Rangliste.

Am Freitag, 28. August 2026, schloss die Lufthansa-Aktie im Xetra-Handel bei 7,992 Euro. Das entsprach einem Tagesminus von 0,15 Prozent. Die Kursangabe bezieht sich auf den Xetra-Schlusskurs vom 28. August.

Diese Regeln entscheiden über die DAX-Aufnahme

STOXX, die Indexgesellschaft innerhalb der Deutsche-Börse-Gruppe, wendet bei der Zusammensetzung des DAX feste quantitative Regeln an. Im März und September gelten neben den sogenannten Fast-Regeln auch Regular Entry und Regular Exit.

Bei einem Fast Entry kann ein Unternehmen in den DAX aufgenommen werden, wenn es bei der Free-Float-Marktkapitalisierung mindestens Rang 33 erreicht. In diesem Fall wird der am niedrigsten platzierte bestehende DAX-Wert ersetzt.

Bei einem Regular Entry reicht für einen Nicht-DAX-Wert grundsätzlich Rang 40 oder besser. Ein Austausch findet dann allerdings nur statt, wenn zugleich ein bestehendes DAX-Unternehmen schlechter als Rang 47 liegt.

Für einen Regular Exit muss ein bestehendes Mitglied schlechter als Rang 53 liegen. Gleichzeitig muss ein geeigneter Nicht-DAX-Wert Rang 47 oder besser erreichen. Beim Fast Exit liegt die DAX-Schwelle bei einem Rang schlechter als 60.

Zusätzlich müssen Kandidaten mehrere Grundvoraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem eine Notierung im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse, ein Streubesitz von mindestens zehn Prozent, fortlaufender Xetra-Handel, bestimmte Liquiditätsanforderungen und vorgeschriebene Finanzberichte. Für eine Aufnahme in den DAX muss ein Unternehmen zudem in den beiden jüngsten Geschäftsjahren ein positives EBITDA vorweisen können.

Zalando und Scout24 gelten als mögliche Absteiger

Auf der anderen Seite des Rankings standen zuletzt vor allem Zalando und Scout24 im Fokus. Indexexperte Matzke ordnete beide Unternehmen zuletzt auf den Positionen 45 und 46 ein. Damit wären sie zwar die am stärksten gefährdeten DAX-Mitglieder, lägen aber noch oberhalb der für einen Regular Entry eines Konkurrenten entscheidenden Grenze.

Auch diese Platzierungen sind keine endgültige Entscheidung der Deutschen Börse. Änderungen der Kurse und des Streubesitzes können die Rangfolge noch verändern.

Unter den Unternehmen außerhalb des DAX galt neben Lufthansa zuletzt insbesondere der Softwarekonzern Nemetschek als möglicher Kandidat aus dem MDAX. Die unmittelbare Entscheidung über einen Wechsel hängt jedoch von der endgültigen Auswahlrangliste und der Anwendung der festgelegten Regeln ab.

Lufthansa hatte den DAX im Juni 2020 während der Corona-Krise verlassen. Damals rückte Deutsche Wohnen in den Leitindex auf. Seither gehört Lufthansa dem MDAX an. Im Juni 2026 verpasste die Fluggesellschaft die Rückkehr erneut knapp: In der für diese Überprüfung maßgeblichen Mai-Rangliste lag Lufthansa auf Position 34. Hochtief erreichte Rang 32 und stieg anschließend in den DAX auf.

Lufthansa steigert Umsatz, Ergebnis aber schwächer

Die mögliche Indexrückkehr fällt in ein wirtschaftlich anspruchsvolles Jahr für den Luftfahrtkonzern. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz der Lufthansa Group gegenüber dem Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 19,887 Milliarden Euro.

Das bereinigte operative Ergebnis entwickelte sich dagegen schwächer. Das Adjusted EBIT lag nach sechs Monaten bei minus 229 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch plus 149 Millionen Euro. Allein im zweiten Quartal 2026 erreichte Lufthansa allerdings ein positives Adjusted EBIT von 383 Millionen Euro.

Belastungen kamen nach Unternehmensangaben unter anderem von höheren Treibstoffkosten, zeitweisen Streckenstreichungen infolge der Krise im Nahen Osten und Arbeitskämpfen. Gleichzeitig entwickelten sich Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik positiv. Cargo steigerte das Adjusted EBIT im ersten Halbjahr um 47 Prozent auf 199 Millionen Euro. Bei Lufthansa Technik stieg es um zwei Prozent auf 315 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern derzeit ein Adjusted EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um die Unternehmensprognose und nicht um ein bereits feststehendes Ergebnis.

Ob Lufthansa nach sechs Jahren tatsächlich wieder zum DAX gehört, hängt damit nicht unmittelbar von Umsatz oder operativem Gewinn des laufenden Jahres ab. Ausschlaggebend für die anstehende Indexentscheidung sind die festgelegten Zulassungsvoraussetzungen und vor allem die Free-Float-Marktkapitalisierung in der endgültigen Rangliste.

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