Lufthansa steigert Quartalsgewinn trotz deutlich höherer Kerosinkosten

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Die Lufthansa hat im dritten Quartal 2026 einen Rekordumsatz erzielt und ihren Gewinn gesteigert. Trotz erheblich höherer Treibstoffkosten verbesserte der Luftfahrtkonzern sein operatives Ergebnis. Gleichzeitig schränkte das Unternehmen am Dienstag, 3. November 2026, seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr ein. Ausschlaggebend sind die weiterhin hohen Kerosinpreise.

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Lufthansa erzielt 12,24 Milliarden Euro Quartalsumsatz

Der Umsatz der Lufthansa Group stieg zwischen Juli und September 2026 um 9,3 Prozent auf 12,24 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte der Konzern 11,20 Milliarden Euro umgesetzt. Damit erreichte die Unternehmensgruppe nach eigenen Angaben den bislang höchsten Quartalsumsatz ihrer Geschichte.

Auch das bereinigte operative Ergebnis entwickelte sich positiv. Das sogenannte Adjusted EBIT erhöhte sich um sechs Prozent von 1,33 Milliarden Euro auf 1,41 Milliarden Euro. Damit übertraf Lufthansa die von Analysten erwarteten rund 1,37 Milliarden Euro leicht.

Noch deutlicher fiel die Verbesserung beim Konzernergebnis aus. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 1,26 Milliarden Euro nach 966 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das entsprach einem Anstieg um 30 Prozent. Neben dem höheren operativen Ergebnis trugen positive Bewertungseffekte und steuerliche Vergleichseffekte zu dieser Entwicklung bei.

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Die operative Gewinnmarge ging allerdings leicht zurück. Sie lag bei 11,5 Prozent nach 11,9 Prozent im dritten Quartal 2025. Trotz des höheren absoluten Gewinns blieb damit ein etwas geringerer Anteil des Umsatzes als bereinigter operativer Gewinn übrig.

Höhere Kerosinkosten belasten das Fluggeschäft

Die positive Ergebnisentwicklung gelang trotz deutlich gestiegener Ausgaben für Flugzeugtreibstoff. Im dritten Quartal lagen die Treibstoffkosten des Lufthansa-Konzerns um 543 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau.

Besonders betroffen waren die Netzwerkfluggesellschaften. Zu diesem Geschäftsbereich gehören unter anderem Lufthansa Airlines, Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines. Dort erhöhten sich die Treibstoffkosten gegenüber dem Vorjahr um mehr als 400 Millionen Euro.

Als wesentlichen Grund für die Verteuerung nennt der Konzern die Krise im Nahen Osten. Die gestiegenen Kerosinpreise erhöhen die Kosten für den Flugbetrieb und belasten die Ertragsentwicklung.

Gleichzeitig profitierte Lufthansa von einer hohen Nachfrage nach Flugreisen. Besonders gefragt waren nach Unternehmensangaben höherpreisige Angebote sowie Verbindungen nach Asien und Nordamerika.

Bei den Netzwerkfluggesellschaften erhöhten sich die durchschnittlichen Erlöse pro verkaufter Verkehrsleistung um 6,8 Prozent. Das Sitzplatzangebot nahm um 1,6 Prozent zu.

Trotzdem sank das bereinigte operative Ergebnis der Netzwerk-Airlines von 961 Millionen Euro auf 853 Millionen Euro. Neben den höheren Treibstoffkosten belasteten Lufthansa Airlines zusätzliche Kosten von rund 65 Millionen Euro, die aus Arbeitskämpfen im ersten Halbjahr resultierten.

Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik mit deutlichen Gewinnsteigerungen

Während das Geschäft der Netzwerkfluggesellschaften unter Druck stand, entwickelten sich andere Konzernbereiche deutlich besser.

Lufthansa Cargo steigerte ihren bereinigten operativen Gewinn von 49 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 162 Millionen Euro. Die Luftfrachtsparte profitierte von einer hohen Nachfrage und gestiegenen Frachtraten.

Auch Lufthansa Technik erzielte ein deutlich besseres Ergebnis. Der auf Wartung, Reparatur und Überholung von Flugzeugen spezialisierte Geschäftsbereich erhöhte seinen operativen Gewinn von 130 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 20 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Bei den Punkt-zu-Punkt-Fluggesellschaften, zu denen insbesondere Eurowings gehört, verbesserte sich das bereinigte operative Ergebnis ebenfalls. Es erreichte 214 Millionen Euro nach 197 Millionen Euro im Vergleichsquartal.

Die Quartalszahlen der Lufthansa zeigen damit unterschiedliche Entwicklungen innerhalb des Konzerns. Während die großen Netzwerkfluggesellschaften unter höheren Kosten litten, verbesserten insbesondere das Frachtgeschäft und die Wartungssparte ihre Ergebnisse.

Lufthansa begrenzt Gewinnprognose für 2026 auf zwei Milliarden Euro

Trotz des erfolgreichen Sommerquartals hat Lufthansa ihre Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr angepasst.

Der Konzern rechnet für 2026 nun mit einem bereinigten operativen Gewinn zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Prognose bei 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro gelegen.

Die Untergrenze bleibt damit unverändert. Das obere Ende der erwarteten Gewinnspanne fällt dagegen um 200 Millionen Euro niedriger aus.

Hintergrund sind insbesondere die gestiegenen Treibstoffkosten. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Lufthansa inzwischen Ausgaben für Kerosin von rund 9,3 Milliarden Euro. Damit liegt die aktuelle Erwartung etwa 600 Millionen Euro über der Prognose von vor drei Monaten.

Finanzvorstand Till Streichert erklärte, dass die tatsächliche Ergebnisentwicklung insbesondere von den weiteren Treibstoffkosten, der Nachfrage nach Flugreisen und dem Ergebnis von Lufthansa Cargo im vierten Quartal abhängen werde.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern weiterhin einen deutlichen Umsatzanstieg. Das angebotene Flugvolumen soll insgesamt ungefähr auf dem Vorjahresniveau liegen.

Neunmonatsergebnis bleibt hinter dem Vorjahr zurück

Der Blick auf die ersten neun Monate des Geschäftsjahres zeigt, dass das starke Sommerquartal die bisherigen Belastungen nicht vollständig ausgleichen konnte.

Zwischen Januar und September 2026 erwirtschaftete Lufthansa ein bereinigtes operatives Ergebnis von 1,18 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,48 Milliarden Euro gewesen. Damit ging das Ergebnis um rund 20 Prozent zurück.

Der Umsatz erhöhte sich dagegen in den ersten neun Monaten von 29,65 Milliarden Euro auf 32,13 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr 2025 hatte Lufthansa einen bereinigten operativen Gewinn von 1,96 Milliarden Euro ausgewiesen. Die neue Prognosespanne für 2026 lässt somit sowohl ein niedrigeres als auch ein geringfügig höheres Jahresergebnis zu.

Außerdem reduzierte das Unternehmen seine erwarteten Nettoinvestitionen für 2026 von zuvor 2,5 Milliarden Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro. Grund dafür seien weniger Flugzeugauslieferungen als ursprünglich vorgesehen.

Lufthansa-Aktie reagiert zunächst mit Kursgewinnen

An der Börse wurden die Quartalszahlen zunächst positiv aufgenommen.

An der Börse Stuttgart lag die Lufthansa-Aktie am Dienstag, 3. November 2026, um 8:49 Uhr bei 7,484 Euro. Gegenüber dem dortigen Vortagesschluss von 7,408 Euro entsprach dies einem Anstieg um 1,03 Prozent. Quelle der Kursdaten ist die Börse Stuttgart.

Der höhere Quartalsgewinn steht damit einer vorsichtigeren Ergebnisprognose gegenüber. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Lufthansa hängt insbesondere davon ab, wie sich die Treibstoffkosten und die Nachfrage in den verbleibenden Monaten des Jahres entwickeln.

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