Lufthansa öffnet erste Nahost-Routen wieder und hält andere Ziele ausgesetzt

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Die Lufthansa Group ordnet ihren Flugverkehr in den Nahen Osten weiter neu. Während Lufthansa die Verbindung zwischen Frankfurt und der saudi-arabischen Hauptstadt Riad im September wieder aufnehmen will, bleiben zahlreiche andere Ziele im Streckennetz der Gruppe vorerst ausgesetzt. Gleichzeitig steht der Konzern wegen hoher Treibstoffkosten und der Folgen der geopolitischen Spannungen wirtschaftlich unter Druck. Auch im Verhältnis zum Wettbewerber Condor gibt es eine Veränderung: Eine Vereinbarung über vergünstigte Dienstreisen von Beschäftigten ist zum 1. September beendet worden.

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Das Lufthansa Nahost-Streckenprogramm bleibt damit von einer schrittweisen Rückkehr auf einzelne Strecken und gleichzeitig längerfristigen Einschränkungen auf anderen Verbindungen geprägt.

Lufthansa will ab 10. September wieder nach Riad fliegen

Die Wiederaufnahme der Strecke Frankfurt nach Riad ist offiziell angekündigt. Lufthansa plant, die saudi-arabische Hauptstadt ab dem 10. September 2026 wieder dreimal pro Woche direkt von Frankfurt aus anzufliegen. Die Lufthansa Group hatte die Rückkehr auf diese Verbindung bereits im Juli angekündigt und den Termin später erneut bestätigt.

Auch andere Verbindungen sollen schrittweise zurückkehren. Austrian Airlines plant nach Angaben der Lufthansa Group, Wien und Amman ab dem 2. Oktober dreimal wöchentlich miteinander zu verbinden. Eurowings hatte Flüge nach Beirut bereits am 1. Juli wieder aufgenommen. Die Verbindung nach Erbil war ebenfalls Anfang Juli zurückgekehrt, wurde anschließend jedoch erneut ausgesetzt. Nach dem zuletzt veröffentlichten Konzernstand ist die Wiederaufnahme der Eurowings-Flüge nach Erbil für den 10. September vorgesehen.

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Das Flugangebot nach Tel Aviv ist bereits wieder umfangreicher. Ende August teilte die Lufthansa Group mit, dass unter anderem Lufthansa, Austrian Airlines, SWISS, Brussels Airlines und Eurowings wieder Verbindungen nach Israel anbieten. Ab September waren innerhalb der Gruppe insgesamt 67 wöchentliche Flüge nach Tel Aviv vorgesehen. Lufthansa verzichtet allerdings zunächst auf die ursprünglich geplante dritte tägliche Verbindung.

Dubai, Teheran und weitere Ziele bleiben ausgesetzt

Von einer vollständigen Rückkehr des Konzerns in die Region kann dennoch keine Rede sein. Nach dem am 27. August veröffentlichten Stand bleiben Lufthansa-, Eurowings- und SWISS-Flüge von und nach Dubai aus betrieblichen Gründen bis einschließlich 24. Oktober ausgesetzt.

Auch weitere Ziele bleiben bei mehreren Gesellschaften der Lufthansa Group vorerst aus dem Flugplan. Für Abu Dhabi, Beirut, Dammam und Maskat nennt der Konzern derzeit Aussetzungen bis einschließlich 24. Oktober. Für Teheran und Erbil reicht der veröffentlichte Zeitraum teilweise bis Ende Oktober. Dabei unterscheiden sich die Termine zwischen den einzelnen Airlines innerhalb der Gruppe. So fliegt Eurowings bereits wieder nach Beirut, während andere Konzernfluggesellschaften ihre entsprechenden Verbindungen weiterhin ausgesetzt haben.

Die Situation kann sich kurzfristig ändern. Die Lufthansa Group verweist bei ihren Entscheidungen auf fortlaufende Sicherheitsbewertungen. Auch die europäische Luftfahrtbehörde EASA hält angesichts der erneuten militärischen Spannungen Einschränkungen und Warnungen für Teile des regionalen Luftraums aufrecht. Ende August verlängerte sie ihre Hinweise für den Golfraum bis zum 30. September. Für Iran, Irak und Libanon gelten weiterhin besondere Beschränkungen beziehungsweise Vorsichtsmaßnahmen.

Für europäische Fluggesellschaften hat die Lage nicht nur Folgen für einzelne Destinationen. Gesperrte oder gemiedene Lufträume können längere Flugstrecken notwendig machen und damit den Treibstoffverbrauch sowie die Kosten erhöhen. Die Lufthansa Group nennt die Entwicklung der Kerosinpreise ausdrücklich als einen wesentlichen Faktor für ihre Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr.

Dienstreise-Abkommen zwischen Lufthansa und Condor beendet

Parallel zu den Änderungen im Streckennetz hat Lufthansa eine Vereinbarung mit Condor über vergünstigte Dienstreisen beendet. Nach Informationen des Luftfahrtportals airliners.de wurde das sogenannte Duty-Travel-ID-Abkommen zum 1. September 2026 beendet. Grundlage des Berichts war zunächst eine interne Mitteilung von Condor. Lufthansa bestätigte die Neuregelung anschließend gegenüber dem Portal.

Betroffen sind dienstlich veranlasste Reisen von Mitarbeitern. Bislang konnten Beschäftigte beider Fluggesellschaften für solche Reisen unter bestimmten Voraussetzungen vergünstigte Plätze bei der jeweils anderen Airline buchen. Lufthansa erklärte gegenüber airliners.de, die gegenseitige Nutzung der Vereinbarung sei über längere Zeit nicht mehr ausgewogen gewesen.

Für reguläre Passagiere hat die Änderung keine unmittelbaren Folgen. Auch die Regelung für private Reisen von Beschäftigten bleibt bestehen. Nach Angaben von airliners.de wollte sich Condor auf Anfrage nicht öffentlich zur Entscheidung äußern.

Lufthansa-Aktie seit Anfang August deutlich gefallen

Auch an der Börse waren die vergangenen Wochen für Lufthansa von deutlichen Kursverlusten geprägt. Für die Aussage, die Lufthansa-Aktie habe binnen 30 Tagen rund 18 Prozent verloren, kommt es allerdings auf den genauen Stichtag und Handelsplatz an.

Am 3. August 2026 lag der Xetra-Schlusskurs der Lufthansa-Aktie bei 9,238 Euro. Am Dienstag, 1. September, lag der Xetra-Schlusskurs bei rund 7,64 Euro. Daraus ergibt sich ein Rückgang von etwa 17,3 Prozent. Da der 2. August ein Sonntag war und am frühen Mittwochmorgen, 2. September, noch kein Xetra-Handel stattgefunden hatte, bietet der 3. August den nächstliegenden Börsenvergleich für einen Zeitraum von 30 Kalendertagen. Die Angabe von rund 18 Prozent trifft die Größenordnung, präziser liegt der Rückgang auf dieser Basis bei rund 17 Prozent.

Ein wesentlicher Einschnitt erfolgte bereits Anfang August. Am 4. August verlor die Aktie nach Veröffentlichung der Quartalszahlen deutlich. Lufthansa hatte für das zweite Quartal ein Adjusted EBIT von 383 Millionen Euro gemeldet, nach 870 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz lag bei 11,1 Milliarden Euro. Nach Unternehmensangaben entstanden im Quartal rund 750 Millionen Euro zusätzliche Treibstoffkosten gegenüber dem Vorjahr.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern derzeit ein Adjusted EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Lufthansa nennt dabei insbesondere die hohe Volatilität der Kerosinpreise, kürzere Buchungszyklen sowie die weitere Entwicklung des Nahost-Konflikts als Unsicherheitsfaktoren. Die Prognose ist damit ausdrücklich eine Unternehmensplanung und keine Zusage für das tatsächlich erreichbare Jahresergebnis.

Die schrittweise Rückkehr nach Riad steht deshalb in einem größeren Zusammenhang. Lufthansa baut einzelne Verbindungen wieder auf, während ein beträchtlicher Teil des Nahost-Netzes weiterhin eingeschränkt bleibt. Gleichzeitig wirken sich die geopolitischen Spannungen über höhere Treibstoffkosten und veränderte Flugrouten auch auf das operative Geschäft des Konzerns aus.

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