
Der 1. FC Magdeburg hat sich am Samstagabend eindrucksvoll im Abstiegskampf zurückgemeldet. In einer lange offenen, später aber einseitigen Zweitligapartie setzte sich die Mannschaft von Trainer Petrik Sander mit 3:0 gegen den 1. FC Nürnberg durch. Besonders der Schlussspurt in einer außergewöhnlich langen Nachspielzeit brachte die Entscheidung. Für Magdeburg war es der erste Heimsieg gegen den Club in der Liga – und ein dringend benötigter nach vier Niederlagen in Serie.
Nürnberg reiste eigentlich mit Rückenwind an, seit sechs Spielen ungeschlagen, stabil in den Abläufen und in den direkten Duellen gegen Magdeburg zuletzt sehr erfolgreich. Doch der Abend im ausverkauften Stadion sollte ein anderes Drehbuch schreiben.
Beide Teams begannen mutig. Nürnberg suchte früh den Abschluss, Magdeburg antwortete mit schnellen Vorstößen über die Flügel. Hercher und Michel hatten die ersten nennenswerten Optionen, während Nürnberg über Stepanov und Becker gefährlich wurde. Die Gastgeber mussten zudem eine heikle Szene überstehen, als Torhüter Reimann nach einem Distanzschuss von Ulrich patzte – der Ball trudelte jedoch knapp am Pfosten vorbei.
Die Atmosphäre war zunächst ungewöhnlich gedämpft, da ein angekündigter Stimmungsboykott erst nach rund 30 Minuten endete. Anschließend bekam das Spiel mehr Wucht und Intensität. Nürnberg verzeichnete durch Reicherts Glanztat gegen Hercher die größte Gelegenheit der ersten Hälfte, auf der anderen Seite setzte Stepanov einen Kopfball knapp über das Tor. Trotz ordentlicher Ansätze ging es torlos in die Kabinen.
Kurz nach Wiederanpfiff stoppte eine massive Pyro-Wolke aus beiden Fanlagern das Spiel für mehrere Minuten. Danach wurde es hektischer. Magdeburg erhöhte den Druck, Nürnberg lauerte weiter auf Umschaltmomente – doch die Passqualität auf beiden Seiten ließ nach.
Gelbe Karten prägten die Phase, Magdeburgs Atik und Mathisen wurden ebenso verwarnt wie Nürnbergs Yilmaz. Das Spiel kippte endgültig, als Rafael Lubach innerhalb weniger Minuten zweimal verwarnungswürdig zu spät kam und folgerichtig Gelb-Rot sah. Der Club musste die Schlussphase in Unterzahl bestreiten – ein Einschnitt, der sich sofort bemerkbar machte.
In der 73. Minute fiel das längst überfällige erste Tor. Einen Freistoß aus dem linken Halbfeld brachte Atik scharf vor das Tor, wo Mateusz Zukowski im Sprint das Bein hineinstreckte und zur Führung traf. Der VAR prüfte eine mögliche Abseitsstellung, gab den Treffer jedoch frei.
Mit der Führung im Rücken wirkte Magdeburg deutlich stabiler und zielstrebiger. Nürnberg dagegen fand in Unterzahl kaum noch den Weg nach vorne und verteidigte zunehmend tiefer.
Die Nachspielzeit betrug aufgrund der Pyro-Unterbrechung stattliche 17 Minuten – und wurde für Nürnberg zum Albtraum.
Zunächst setzte sich Nollenberger auf der linken Seite stark durch und bediente Zukowski, der aus wenigen Metern zum 2:0 einschob. Der Club wirkte nun gebrochen, Magdeburg spielte den Vorteil routiniert aus.
Nur wenige Minuten später folgte der nächste Angriff über die linke Seite: Wieder war Nollenberger der Ausgangspunkt, seine Flanke erreichte am zweiten Pfosten Maximilian Breunig, der kompromisslos ins kurze Eck vollendete – das 3:0, gleichzeitig der Endstand.
Während Magdeburg in der Schlussphase seine beste Saisonleistung zeigte, blieb vom stabilen Nürnberg der vergangenen Wochen wenig übrig. Die Gäste verteidigten in Unterzahl nur noch Schadensbegrenzung, wirkten körperlich und mental geschlagen.
Der FCM dagegen feierte einen Sieg, der nicht nur drei Punkte bringt, sondern auch ein Signal sendet: Die Mannschaft lebt und hat sich gegen einen formstarken Gegner zurückgemeldet. Nach den Rückschlägen der vergangenen Wochen war dieser Abend ein emotionales wie sportliches Aufatmen – und ein wichtiger Schritt im Kampf um den Klassenerhalt.