Mercado Bitcoin setzt Ein- und Auszahlungen nach Cyberangriff aus

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die brasilianische Kryptobörse Mercado Bitcoin hat am Montag, 2. November 2026, einen Cyberangriff auf eines ihrer Systeme bestätigt. Das Unternehmen erklärte, den Sicherheitsvorfall in der Nacht erkannt und schnell eingedämmt zu haben. Als Vorsichtsmaßnahme wurden Ein- und Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt. Blockchain-Analysten gehen unterdessen von verdächtigen Kryptowährungstransfers im Wert von mehr als 40 Millionen US-Dollar aus. Eine offizielle Schadenssumme liegt nicht vor.

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Mercado Bitcoin bestätigt Cyberangriff auf internes System

Der Cyberangriff bei Mercado Bitcoin ereignete sich nach Unternehmensangaben in der Nacht zum Montag. Die Plattform gehört zu den größten Handelsplätzen für Kryptowährungen in Brasilien und ermöglicht ihren Kunden den Kauf, Verkauf und die Verwahrung digitaler Vermögenswerte.

In einer Mitteilung auf der Plattform X erklärte das Unternehmen, dass der Vorfall rasch unter Kontrolle gebracht worden sei. Nach Darstellung der Kryptobörse habe es weder finanzielle Schäden bei Kunden noch einen Abfluss von Kundendaten gegeben. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben lag zunächst nicht vor.

Die zuständigen Teams untersuchten weiterhin die Umstände des Angriffs, verfolgten verdächtige Vermögensbewegungen und stimmten Maßnahmen mit den zuständigen Behörden ab.

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Sicherheitsanalysten vermuten Abflüsse von mehr als 40 Millionen Dollar

Die Blockchain-Sicherheitsfirma Hypernative identifizierte auffällige Transfers aus digitalen Geldbörsen, die Mercado Bitcoin zugeordnet werden. Nach ihrer vorläufigen Einschätzung könnten Kryptowährungen im Gegenwert von mehr als 40 Millionen US-Dollar bewegt worden sein.

Die verdächtigen Transaktionen erstreckten sich demnach über mindestens zehn Blockchain-Netzwerke. Dazu zählen unter anderem Bitcoin, Ethereum, Solana, Tron und Stellar. Ein Teil der Vermögenswerte wurde an neu eingerichtete Wallet-Adressen übertragen.

Eine weitere Untersuchung der Unternehmen AuditKey und Cilada Cripto bezifferte den Wert der erfassten Vermögensbewegungen mit verlässlich bestimmbaren Marktpreisen auf rund 30,3 Millionen US-Dollar. Die unterschiedlichen Schätzungen beruhen unter anderem auf abweichenden Bewertungsgrundlagen.

Mercado Bitcoin selbst veröffentlichte zunächst keine Schadenssumme. Ob sämtliche auffälligen Transfers tatsächlich auf den Angriff zurückzuführen sind und welche Vermögenswerte endgültig verloren gingen, blieb offen.

Kunden können vorübergehend kein Geld einzahlen oder abheben

Für Kunden hatte der Vorfall unmittelbare Auswirkungen auf die Nutzung der Handelsplattform. Mercado Bitcoin stoppte sowohl Einzahlungen als auch Auszahlungen, um die betroffenen Systeme zu überprüfen und weitere Risiken zu begrenzen.

Ein konkreter Termin für die vollständige Wiederaufnahme der Dienste wurde zunächst nicht genannt. Das Unternehmen erklärte in einer weiteren Mitteilung, an der sicheren Wiederherstellung des Betriebs zu arbeiten.

Zugleich veröffentlichte die Kryptobörse Wallet-Adressen, die bei der Nachverfolgung der verdächtigen Transfers helfen sollen. Die Auswirkungen auf einzelne Kundenkonten und die abschließende finanzielle Bilanz waren damit noch nicht unabhängig geklärt.

Tether meldet eingefrorene Kryptowährungen

Auch der Stablecoin-Anbieter Tether wurde im Zusammenhang mit dem Vorfall aktiv. Unternehmenschef Paolo Ardoino erklärte am Montag auf X, dass mehr als 4,5 Millionen USDT im Zusammenhang mit dem Sicherheitsvorfall eingefroren worden seien.

USDT ist eine an den US-Dollar gekoppelte Kryptowährung. Durch das Einfrieren bestimmter Bestände können weitere Übertragungen technisch verhindert werden. Eine solche Sperrung bedeutet allerdings nicht, dass die Vermögenswerte bereits an ihren ursprünglichen Eigentümer zurückgeführt wurden.

Die genaue Vorgehensweise beim Angriff blieb zunächst ungeklärt. Blockchain-Untersuchungen deuteten auf regulär signierte Kryptowährungstransaktionen hin. Wie die erforderlichen Berechtigungen erlangt worden sein könnten, war zunächst nicht bekannt.

Sicherheitsvorfall folgt auf Milliardenangriff bei Binance

Der Vorfall in Brasilien ereignete sich wenige Tage nach einem erheblich größeren Angriff auf die internationale Kryptobörse Binance. Dort waren am 29. Oktober 2026 digitale Vermögenswerte im geschätzten Wert von rund 6,3 Milliarden US-Dollar betroffen.

Binance hatte daraufhin Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt und umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Am Sonntag, 1. November, begann das Unternehmen mit der schrittweisen Wiederaufnahme der Auszahlungen. Nach eigenen Angaben sollten die finanziellen Verluste vollständig aus Unternehmensmitteln und Sicherheitsreserven gedeckt werden.

Ein Zusammenhang zwischen dem Binance-Angriff und dem Sicherheitsvorfall bei Mercado Bitcoin war zunächst nicht bekannt. Beide Ereignisse verdeutlichen jedoch die Bedeutung der technischen Absicherung zentral verwalteter Kryptowährungsbestände.

Während die Blockchain-Netzwerke selbst weiterhin funktionieren, können Angriffe auf Handelsplattformen und deren interne Systeme den Zugriff auf verwahrte Vermögenswerte erheblich beeinträchtigen. Bei Mercado Bitcoin standen deshalb neben der Klärung der finanziellen Folgen vor allem die sichere Wiederaufnahme der Ein- und Auszahlungen im Mittelpunkt.

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