Mercedes und Nvidia wollen das Autofahren weiter automatisieren

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Mercedes-Benz und der US-Technologiekonzern Nvidia vertiefen ihre Zusammenarbeit beim automatisierten Fahren. Beide Unternehmen wollen gemeinsam neue Systeme entwickeln, die auch schwierige Verkehrssituationen mithilfe künstlicher Intelligenz bewältigen können. Die am 16. Oktober 2026 angekündigte Erweiterung der Partnerschaft reicht dabei über klassische Fahrassistenz hinaus. Langfristig sollen die Technologien auch autonomes Fahren nach Level 4 ermöglichen, bei dem Fahrzeuge unter festgelegten Bedingungen ohne menschlichen Fahrer auskommen. Wann entsprechende Autos auf den Markt kommen, ist allerdings noch offen.

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Neue KI-Technik soll komplexe Verkehrssituationen bewältigen

Im Mittelpunkt der erweiterten Zusammenarbeit steht die Verbindung des Mercedes-Betriebssystems MB.OS mit mehreren Technologien von Nvidia. Die Rechen- und Sensorplattform Hyperion soll große Datenmengen aus der Fahrzeugumgebung verarbeiten. Hinzu kommt die KI-Software Alpamayo, die Verkehrssituationen analysieren und darauf aufbauend Fahrentscheidungen unterstützen soll. Vorgesehen sind unter anderem Funktionen für das automatisierte Fahren durch Städte, zusätzliche Sicherheitssysteme und selbstständige Parkmanöver.

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Nvidia-System Halos. Es ergänzt die Sicherheitsarchitektur von Mercedes durch einen zweiten, parallel arbeitenden Sicherheitsmechanismus. Damit sollen zusätzliche Absicherungen geschaffen werden, wenn automatisierte Systeme immer mehr Aufgaben übernehmen. Die Technik soll außerdem mit dem Fahrzeugbetriebssystem verbunden werden, das neue Funktionen und Softwareaktualisierungen über das Internet ermöglicht.

Mercedes-Technikvorstand Jörg Burzer bezeichnete Nvidia anlässlich der Vereinbarung als wichtigsten strategischen Partner des Unternehmens beim automatisierten Fahren. Die gemeinsame Entwicklung soll künftig auch Anwendungen nach SAE-Level 4 unterstützen. Dazu zählen sogenannte Robotaxis, die innerhalb definierter Einsatzbereiche selbstständig fahren können. Eine Serienproduktion solcher Fahrzeuge wurde mit der Ankündigung jedoch noch nicht terminiert.

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Mercedes CLA nutzt bereits gemeinsam entwickelte Technik

Die Partnerschaft beginnt nicht bei null. Bereits im Januar 2026 präsentierte Mercedes-Benz mit dem CLA das gemeinsam mit Nvidia entwickelte System MB.DRIVE ASSIST PRO. Es verbindet Navigation mit fortschrittlichen Assistenzfunktionen und soll Fahrzeuge auch durch komplexen Stadtverkehr führen können. Dabei kann das System beispielsweise Ampeln berücksichtigen, die Fahrspur wechseln und auf andere Verkehrsteilnehmer reagieren. Es handelt sich allerdings um ein System der Automatisierungsstufe 2. Der Fahrer muss den Verkehr weiterhin überwachen und jederzeit eingreifen können.

In China wird die Technik bereits seit Ende 2025 angeboten. Für die USA ist eine Einführung im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen. In Deutschland plant Mercedes nach bisherigen Angaben den Start zunächst für Ende 2026 in ausgewählten Städten, darunter Stuttgart und München. Anfang 2027 soll die Verfügbarkeit deutschlandweit ausgeweitet werden. Diese Termine beziehen sich auf das bereits entwickelte Assistenzsystem und nicht auf die jetzt angekündigte nächste Technologiegeneration. Für diese haben Mercedes und Nvidia bislang weder konkrete Modelle noch Einführungstermine oder Investitionssummen veröffentlicht.

Daneben verfügt Mercedes mit DRIVE PILOT bereits über eine andere Technologie für hochautomatisiertes Fahren. Das für die S-Klasse und den EQS angebotene System ist für Level 3 zugelassen und darf unter bestimmten Voraussetzungen auf deutschen Autobahnen bis zu 95 Kilometer pro Stunde die Fahraufgabe übernehmen. Im Unterschied zu Level 2 darf sich der Fahrer bei aktiviertem Level 3 innerhalb der vorgesehenen Bedingungen vorübergehend anderen Tätigkeiten zuwenden, muss jedoch bei Aufforderung wieder übernehmen. Level 4 geht darüber hinaus, weil innerhalb seines zugelassenen Einsatzbereichs kein menschlicher Eingriff zur Bewältigung der Fahraufgabe erforderlich sein soll.

Nvidia wird zum Technologiepartner mehrerer Autohersteller

Mit dem Ausbau der Kooperation verschärft sich auch der internationale Wettbewerb um automatisierte Fahrsysteme. Hersteller wie Tesla und BMW arbeiten ebenfalls an Technologien, die immer mehr Fahraufgaben im Stadtverkehr übernehmen sollen. Gerade dort sind die Anforderungen besonders hoch, weil Fahrzeuge nicht nur andere Autos, sondern auch Fußgänger, Radfahrer, Ampeln und unvorhersehbare Verkehrssituationen berücksichtigen müssen.

Nvidia arbeitet dabei nicht ausschließlich mit Mercedes zusammen. Bereits am 15. Oktober 2026 kündigte Volvo eine Erweiterung seiner eigenen Partnerschaft mit dem US-Konzern an. Auch der schwedische Autohersteller will künftig die Nvidia-Technologien Hyperion, Alpamayo und Halos einsetzen. Geplant sind Fahrzeuge, die auf längeren Strecken ebenso wie im Stadtverkehr zunehmend automatisiert unterwegs sein können. Das zeigt, dass Nvidia seine Plattform mehreren Herstellern anbietet, die darauf eigene Fahrsysteme und Sicherheitskonzepte aufbauen.

Für Mercedes steht mit der neuen Vereinbarung vor allem die langfristige Weiterentwicklung im Vordergrund. Die bestehenden Assistenzsysteme sollen leistungsfähiger werden, während parallel Technologien für höhere Automatisierungsstufen entstehen. Bis Fahrzeuge tatsächlich ohne Fahrer durch den öffentlichen Straßenverkehr fahren können, müssen die Systeme ihre Sicherheit nachweisen und die jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit schafft dafür eine technologische Grundlage, ist aber noch keine Ankündigung eines unmittelbar bevorstehenden Marktstarts von Level-4-Fahrzeugen.

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