
Autofahrer im Nordosten Stuttgarts müssen sich ab Montag, 19. Oktober 2026, auf Einschränkungen einstellen. Der Tunnel Neugereut im Seeblickweg wird umfassend saniert. Zunächst ist die Durchfahrt in Richtung Fellbach nicht mehr möglich. Ab November folgt eine mehrwöchige Vollsperrung, bei der auch die Gegenrichtung betroffen ist. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum 18. Dezember dauern. Für den Verkehr werden Umleitungen eingerichtet, während im Tunnel unter anderem die Beleuchtung und wichtige technische Anlagen erneuert werden.
Die erste Bauphase beginnt am Montag, 19. Oktober, um 9 Uhr. Von diesem Zeitpunkt an wird die Fahrtrichtung Fellbach vollständig gesperrt. Wer aus Richtung Max-Eyth-See nach Fellbach beziehungsweise Schmiden unterwegs ist, kann den Tunnel nicht mehr wie gewohnt nutzen. Die entgegengesetzte Fahrtrichtung bleibt zunächst befahrbar. Nach dem Zeitplan der Stuttgart Netze GmbH gilt diese Verkehrsregelung bis Montag, 9. November, um 9 Uhr. Damit müssen sich Verkehrsteilnehmer bereits für drei Wochen auf eine veränderte Streckenführung einstellen.
Am 9. November beginnt die nächste Phase der Sanierung. Dann soll der Tunnel in beiden Fahrtrichtungen vollständig geschlossen werden. Die Landeshauptstadt Stuttgart nennt dafür zwei Zeiträume: zunächst vom 9. November um 9 Uhr bis zum 13. November um 18 Uhr sowie anschließend vom 16. November um 9 Uhr bis zum 27. November um 18 Uhr. Stuttgart Netze beschreibt dagegen eine durchgehende Vollsperrung vom 9. bis zum 27. November. Ob zwischen den beiden von der Stadt genannten Zeitfenstern am Wochenende des 14. und 15. November eine Durchfahrt möglich sein wird, blieb zunächst unklar.
Ab Freitag, 27. November, um 18 Uhr soll der Tunnel wieder zumindest in einer Richtung befahrbar sein. Die Fahrtrichtung Fellbach bleibt nach dem aktuellen Zeitplan allerdings weiterhin gesperrt. Diese letzte Phase soll bis Freitag, 18. Dezember, um 18 Uhr dauern. Erst anschließend ist die vollständige Freigabe vorgesehen. Damit erstrecken sich die Einschränkungen insgesamt über rund zwei Monate. Die genannten Termine entsprechen dem veröffentlichten Bauzeitenplan und stehen unter dem Vorbehalt möglicher Änderungen während der Umsetzung.
Für den gesperrten Abschnitt im Seeblickweg ist eine Umleitung eingerichtet. Sie führt nach Angaben der Stadt Stuttgart und von Stuttgart Netze über die Steinhaldenstraße und die Schmidener Straße. Diese Strecken werden während der Bauzeit entsprechend ausgeschildert. Die Umleitungsregelung gilt sowohl für die anfängliche Sperrung in Richtung Fellbach als auch für die spätere Vollsperrung, wenn der Tunnel in keiner der beiden Richtungen genutzt werden kann.
Betroffen ist damit eine Straßenverbindung zwischen dem Stuttgarter Nordosten und dem benachbarten Fellbach. Während der ersten Bauphase müssen insbesondere Verkehrsteilnehmer in Richtung Fellbach eine andere Strecke wählen. Ab dem 9. November betrifft die Umleitung auch Fahrten in der Gegenrichtung zum Max-Eyth-See. Eine genaue Aufstellung sämtlicher betroffener Kreuzungen oder Zufahrten enthalten die veröffentlichten Mitteilungen nicht. Die Stadt verweist auf die Beschilderung vor Ort und bittet Verkehrsteilnehmer sowie Anwohner um Verständnis für die Einschränkungen.
Auch für den öffentlichen Nahverkehr hat die Baumaßnahme Bedeutung, denn im Zuge der Sanierung soll eine neue Bushaltestelle entstehen. Konkrete Änderungen an bestehenden Buslinien, Ersatzhaltestellen oder zusätzliche Umleitungen der Stuttgarter Straßenbahnen AG sind für diese Tunnelbaustelle jedoch zunächst nicht veröffentlicht. Ebenso fehlen gesicherte Angaben darüber, ob Fußgänger oder Radfahrer während der einzelnen Bauphasen zusätzliche Einschränkungen beachten müssen. Für Fahrgäste empfiehlt sich deshalb vor der Fahrt ein Blick in die aktuellen Fahrplanauskünfte der SSB und des Verkehrsverbunds Stuttgart. Aus den bislang veröffentlichten Informationen ergibt sich keine bestätigte Sperrung einer Stadtbahnstrecke durch die Tunnelsanierung.
Im Mittelpunkt der Sanierung steht die technische Modernisierung des Straßentunnels. Stuttgart Netze ersetzt die bisherige Beleuchtungsanlage durch energieeffiziente LED-Leuchten. Nach Berechnungen des Unternehmens soll dadurch der Energiebedarf für die Tunnelbeleuchtung um rund 35 Prozent sinken. Die Maßnahme soll nicht nur den Stromverbrauch reduzieren, sondern auch die Beleuchtungstechnik auf einen aktuellen Stand bringen. Dafür sind zusätzlich neue Kabeltragsysteme vorgesehen, die zur erneuerten technischen Infrastruktur gehören.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Betriebssicherheit. Die bestehenden Schaltanlagen werden vollständig ausgetauscht und eine moderne Notstromversorgung eingebaut. Außerdem soll eine aktive Leiteinrichtung installiert werden, die die Verkehrsführung und Verkehrssicherheit unterstützt. Die vollständige Sperrung im November ist nach Angaben von Stuttgart Netze erforderlich, um die Arbeiten an Beleuchtung, Schaltanlagen und Notstromversorgung unter den räumlichen Bedingungen im Tunnel sicher ausführen zu können. Die begrenzten Platzverhältnisse lassen während dieser Phase keine reguläre Durchfahrt zu.
Parallel zu den Arbeiten im Tunnel übernimmt das Tiefbauamt Stuttgart weitere Maßnahmen im Umfeld. Auf der stadteinwärtigen Seite entsteht eine neue Bushaltestelle. Außerdem werden Grünflächen oberhalb des Tunnels gepflegt und Rückschnittarbeiten vorgenommen. Damit verbindet die Stadt die Erneuerung der technischen Infrastruktur mit Verbesserungen im unmittelbaren Straßenumfeld. Welche Buslinien die neue Haltestelle künftig bedienen werden und wann sie in Betrieb geht, wurde zunächst nicht näher mitgeteilt.
Die Sanierung wird gemeinsam vom städtischen Tiefbauamt und der Stuttgart Netze GmbH umgesetzt. Die Federführung liegt bei Stuttgart Netze. Mit der Erneuerung der Beleuchtung, der elektrischen Anlagen und der Notstromversorgung soll die technische Ausstattung des Tunnels langfristig zuverlässiger betrieben werden können. Angaben zu den Gesamtkosten der aktuellen Maßnahme wurden in den Mitteilungen vom 15. und 16. Oktober nicht veröffentlicht. Fest steht dagegen der Zeitrahmen: Ab dem 19. Oktober gelten Einschränkungen im Seeblickweg, die nach der bisherigen Planung erst am 18. Dezember vollständig enden sollen.
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