Metall-Tarifrunde 2026: Arbeitgeber bieten 1,3 Prozent mehr Lohn erst ab 2028

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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In der Tarifrunde der deutschen Metall- und Elektroindustrie liegt erstmals ein konkretes Angebot der Arbeitgeber vor. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall bestätigte am Dienstag, 27. Oktober 2026, dass die Unternehmen eine dauerhafte Lohnerhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 vorschlagen. Zusätzlich ist eine Einmalzahlung für das kommende Jahr vorgesehen. Die Forderungen der IG Metall liegen deutlich darüber. Für rund 3,7 Millionen Beschäftigte geht es damit in eine entscheidende Phase der Tarifverhandlungen.

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Arbeitgeber bieten Entgelterhöhung erst ab Juli 2028

Das Angebot der Arbeitgeber sieht eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2028 vor. Die tariflichen Tabellenentgelte sollen demnach erst im Juli 2028 um 1,3 Prozent steigen. Für Juli 2027 ist außerdem eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts vorgesehen.

Die Auszahlung soll allerdings von der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Unternehmens abhängen. Nach den bestehenden Regeln der sogenannten automatischen Differenzierung können bestimmte tarifliche Zahlungen bei geringer Rentabilität ausgesetzt werden. Die Arbeitgeber verlangen, diese Möglichkeit auszuweiten und dauerhaft fortzuführen.

Damit enthält der Vorschlag für 2026 keine zusätzliche Tabellenerhöhung. Auch 2027 wäre zunächst lediglich eine einmalige Zahlung vorgesehen, die unter bestimmten Voraussetzungen entfallen könnte. Erst 2028 sollen die monatlichen Tarifentgelte dauerhaft steigen.

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Erstmals gemeinsames Angebot in fünf Tarifgebieten

Eine Besonderheit der Metall-Tarifrunde 2026 ist das abgestimmte Vorgehen der regionalen Arbeitgeberverbände. Nach Angaben von Gesamtmetall wurde erstmals in der Tarifgeschichte der Branche zeitgleich in fünf Tarifgebieten ein Angebot unterbreitet.

Die Vorschläge wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen sowie im Tarifgebiet Küste vorgelegt. Weitere Tarifgebiete sollen folgen.

Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter begründete die gemeinsame Initiative mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation vieler Industrieunternehmen. Er verwies auf hohe Standortkosten, eine schwache Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplatzverluste.

Aus Sicht des Arbeitgeberverbandes müssen Tarifvereinbarungen deshalb auch Möglichkeiten schaffen, Investitionen und Beschäftigung in Deutschland zu sichern.

Arbeitgeber wollen neue betriebliche Vereinbarungen

Neben den Entgelten enthält das Angebot weitere Vorschläge. Gesamtmetall verlangt ein zusätzliches betriebliches Instrument, mit dem Investitionen, Innovationen, Produktionsstandorte und Arbeitsplätze gesichert werden sollen.

Nach den Vorstellungen der Arbeitgeber könnten entsprechende Vereinbarungen künftig stärker unmittelbar zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat ausgehandelt werden.

Außerdem wollen die Arbeitgeber über hohe Krankenstände und Möglichkeiten zur Verringerung krankheitsbedingter Kosten sprechen. Ein weiterer Punkt ist die beschleunigte Einführung künstlicher Intelligenz in den Betrieben.

Damit reicht das Angebot über eine reine Lohnvereinbarung hinaus. Die Arbeitgeber verbinden ihre finanziellen Vorschläge mit Forderungen nach Veränderungen bei betrieblichen Handlungsmöglichkeiten.

IG Metall fordert fünf Prozent für zwölf Monate

Die IG Metall hält an ihrer Forderung nach fünf Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten fest. Zusätzlich verlangt sie Verbesserungen für Beschäftigte in niedrigeren Entgeltgruppen.

Auch eine tariflich geregelte Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen gehört zum Forderungspaket. Darüber hinaus sollen Arbeitsplätze und Produktionsstandorte langfristig abgesichert werden.

Die Gewerkschaft begründet ihre Forderungen insbesondere mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten und der Notwendigkeit, die Kaufkraft der Beschäftigten zu sichern. Zugleich verweist sie darauf, dass sich die wirtschaftliche Lage innerhalb der Metall- und Elektroindustrie stark unterscheide.

Bereits vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde hatte die IG Metall ein konkretes Angebot verlangt. Eine neue offizielle Bewertung der am Dienstag vorgelegten Zahlen lag zunächst nicht vor.

Ab November sind Warnstreiks möglich

Die zweite Verhandlungsrunde läuft seit dem 27. Oktober. Weitere Gespräche sind für den 28. Oktober unter anderem in der Mittelgruppe mit Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie in Thüringen vorgesehen. Am 29. Oktober folgen Verhandlungen in Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Am 30. Oktober steht das Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim auf dem Plan.

Der zeitliche Druck nimmt zu: Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober 2026 um Mitternacht. Ab dem 1. November darf die IG Metall zu Warnstreiks aufrufen.

Die Gewerkschaft hat entsprechende Arbeitskampfmaßnahmen bereits vorbereitet. Ob sie tatsächlich stattfinden, hängt vom weiteren Verlauf der Gespräche ab.

Ein Tarifabschluss ist bislang nicht vereinbart. Zwischen dem Arbeitgeberangebot und den Forderungen der IG Metall bestehen sowohl bei der Höhe der Entgeltsteigerungen als auch bei der Laufzeit erhebliche Unterschiede.

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