Mika Baur zieht nach Glasgow: Was der Deal für Paderborn bedeutet

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Mika Baur wechselt zu Celtic Glasgow und verlässt den SC Paderborn unmittelbar vor dessen Rückkehr in die Bundesliga. Beide Vereine bestätigten den Transfer des 22 Jahre alten deutschen U21-Nationalspielers am Donnerstag. Celtic stattete den Mittelfeldspieler mit einem Vertrag über vier Jahre aus. Hinzu kommt eine Option auf eine weitere Saison. Eine Ablösesumme nannten die Clubs nicht. Nach übereinstimmenden belastbaren Berichten könnte das Gesamtpaket jedoch einen Wert von rund acht Millionen Euro erreichen. Für Paderborn wäre der Verkauf damit nach den veröffentlichten Zahlen ein neuer Vereinsrekord.

Ablöse für Mika Baur könnte auf acht Millionen Euro steigen

Der SC Paderborn machte in seiner offiziellen Mitteilung keine Angaben zur finanziellen Größenordnung des Transfers. Nach Informationen der Neuen Westfälischen, die auch von der Deutschen Presse-Agentur aufgegriffen wurden, erhält Paderborn zunächst sechs Millionen Euro. Durch vereinbarte Bonuszahlungen könne die Summe auf bis zu acht Millionen Euro steigen. Sky Sports News berichtet in britischer Währung von rund 4,5 Millionen Pfund als fester Ablöse und weiteren 2,3 Millionen Pfund an möglichen Zuschlägen. Die Aufteilung unterscheidet sich damit leicht, die Größenordnung des Gesamtpakets ist jedoch vergleichbar.

Offiziell bestätigt ist keine dieser Summen. Auch die Bezeichnung als Rekordverkauf findet sich nicht in der Transfermitteilung des SC Paderborn. Nach den berichteten Zahlen wäre Baur allerdings der bislang teuerste Abgang der Vereinsgeschichte. Als bisherige Bestmarke werden rund 4,5 Millionen Euro genannt, die der SCP im Sommer 2025 beim Wechsel von Aaron Zehnter zum VfL Wolfsburg erhalten haben soll. Auch Wolfsburg hatte die damalige Ablöse nicht veröffentlicht. Da bereits die nun für Baur berichtete feste Zahlung von sechs Millionen Euro über dieser Marke läge, wäre der Rekord nicht erst vom Erreichen sämtlicher Bonusklauseln abhängig.

Celtic bindet Baur bis 2030 mit zusätzlicher Option

Celtic bestätigte für Baur einen Vierjahresvertrag mit der Option auf ein weiteres Jahr. Damit läuft die feste Vereinbarung bis zum Sommer 2030 und könnte bis 2031 verlängert werden. Für den Mittelfeldspieler ist es die erste Station außerhalb Deutschlands. Celtic geht als schottischer Meister in die Saison und will auch international wieder eine größere Rolle spielen. Baur gehört zu mehreren Spielern, mit denen Trainer Martin O Neill den Kader in diesem Sommer verstärkt.

Der Celtic-Trainer begründete die Verpflichtung vor allem mit Baurs technischen und taktischen Qualitäten. Der Deutsche verfüge über große technische Fähigkeiten, könne verschiedene Rollen übernehmen und solle eine wichtige Verbindung im Spielaufbau schaffen. Außerdem hob er hervor, dass Baur großen Ehrgeiz für die Aufgaben in Glasgow gezeigt habe. Celtic habe zudem gewusst, dass Paderborn seinen Leistungsträger eigentlich behalten wollte. Umso zufriedener sei der schottische Meister, den Transfer nach längeren Verhandlungen abgeschlossen zu haben.

Baur selbst bezeichnete den Schritt in seinen ersten offiziellen Äußerungen bei Celtic als die richtige Entscheidung. Er verwies auf die Größe des Clubs, die Fans und den Anspruch, Titel zu gewinnen. Vor seinem Wechsel habe er sich außerdem bei Nicolas Kühn über Celtic informiert. Der frühere Celtic-Spieler wird von derselben Agentur vertreten und habe ihm zu dem Schritt geraten. Baur erklärte zugleich, nach einer vollständigen Vorbereitung körperlich bereit für seine neue Aufgabe zu sein.

Vom Freiburger Nachwuchs über Dresden zum Leistungsträger

Baur wurde am 9. Juli 2004 in Salem in Baden-Württemberg geboren und ist vor allem im zentralen beziehungsweise offensiven Mittelfeld einsetzbar. Nach ersten Jugendstationen beim FC Rot-Weiß Salem und beim FC Radolfzell wechselte er 2016 in den Nachwuchs des VfB Stuttgart. 2018 schloss er sich dem SC Freiburg an. Dort spielte er in verschiedenen Juniorenteams und später für die zweite Mannschaft in der 3. Liga. Für Freiburg II kam er nach Vereinsangaben auf 61 Pflichtspiele und fünf Tore. Zudem gehörte er mehrfach zum Spieltagskader der Freiburger Profis, ohne in einem Pflichtspiel für die erste Mannschaft eingesetzt zu werden.

Im Sommer 2024 verpflichtete Paderborn den damals 19-Jährigen. Die ursprüngliche Vertragslaufzeit wurde bei der Präsentation nicht veröffentlicht. Aus späteren Angaben ging jedoch hervor, dass die Vereinbarung bis 2027 lief. Paderborns Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange bestätigte beim Abschied ausdrücklich, dass bei Baur inzwischen weniger als ein Jahr Restlaufzeit vorhanden war. Ohne einen Transfer oder eine Vertragsverlängerung hätte der Spieler den Verein somit im kommenden Sommer ablösefrei verlassen können.

Seine erste Paderborner Saison verlief zunächst mit begrenzten Einsatzzeiten. In der Hinrunde 2024/25 absolvierte Baur sechs Zweitligaspiele. Im Januar 2025 verlieh ihn der SCP für die Rückrunde an Dynamo Dresden. Dort kam er in 18 Drittligapartien zum Einsatz. Paderborn nennt für diese Zeit ein Tor und eine Vorlage. Nach seiner Rückkehr entwickelte er sich unter Trainer Ralf Kettemann zum Stammspieler im Zentrum. Das DFB-Datencenter führt insgesamt 44 Pflichtspiele für die erste Paderborner Mannschaft, darunter 39 Begegnungen in der 2. Bundesliga, vier DFB-Pokalspiele und das Relegationsrückspiel gegen den VfL Wolfsburg.

Vier Tore und sechs Vorlagen in der Aufstiegssaison

Seinen sportlichen Durchbruch in Paderborn schaffte Baur in der Saison 2025/26. Nach Angaben seines bisherigen Clubs stand er in allen 33 Zweitligapartien auf dem Platz, erzielte vier Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor. Der SCP bezeichnete ihn nach Saisonende als Leistungsträger im Mittelfeld-Zentrum. Im März 2026 folgte zudem sein Debüt für die deutsche U21-Nationalmannschaft. Das DFB-Datencenter führt bislang einen Einsatz für die U21.

Baur gehörte anschließend auch zu der Mannschaft, die den Bundesliga-Aufstieg in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg perfekt machte. Nach einem 0:0 im Hinspiel gewann Paderborn das Rückspiel am 25. Mai mit 2:1 nach Verlängerung. Baur stand dabei in der Startelf. Damit verlässt ausgerechnet einer der zentralen Spieler des Aufstiegs den SCP noch vor seinem ersten Bundesligaspiel der neuen Saison.

Sebastian Lange will die Einnahmen in den Kader investieren

Paderborns Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange machte deutlich, dass der Verein Baur sportlich gerne gehalten hätte. Entscheidend für die Freigabe seien dessen ausdrücklicher Wechselwunsch und die kurze verbleibende Vertragsdauer gewesen. Gleichzeitig habe Paderborn nur einer Lösung zustimmen wollen, von der auch der Club profitiert. Lange bezeichnete das Ergebnis als wirtschaftlich sehr gut und kündigte ausdrücklich an, die daraus entstehenden Möglichkeiten zu nutzen, um den Kader bis zum Ende der Transferperiode weiter zu verstärken.

Ein konkreter Nachfolger für Baur wurde mit der Transferbestätigung nicht präsentiert. Deshalb wäre es zu weitgehend, bereits einen bestimmten Neuzugang als direkten Ersatz zu bezeichnen. Paderborn hatte seine Offensive allerdings schon vor Baurs Abschied erweitert. Am 10. August verpflichtete der Club den 19 Jahre alten Deniz Zeitler auf Leihbasis von der TSG Hoffenheim. Zeitler ist offensiver ausgerichtet und damit kein belegter Eins-zu-eins-Ersatz für Baurs Rolle im Mittelfeld. Die klare Aussage der sportlichen Leitung lautet vielmehr, dass weitere Kaderverstärkungen folgen sollen.

Der Abgang verändert Paderborns Planung für die Bundesliga

Der Zeitpunkt des Transfers erhöht den Handlungsbedarf. Paderborn plant nicht für eine weitere Zweitliga-Saison, sondern ist Bundesliga-Aufsteiger und startet am 29. August beim 1. FSV Mainz 05 in die neue Spielzeit. Zuvor steht am 23. August die erste Runde des DFB-Pokals beim 1. FC Phönix Lübeck an. Damit verliert Trainer Ralf Kettemann kurz vor den ersten Pflichtspielen einen Spieler, der in der Aufstiegssaison im Zentrum regelmäßig eingesetzt wurde und sowohl im Spielaufbau als auch bei Standards offensive Akzente setzte.

Für die Paderborner Kaderplanung ergeben sich dadurch zwei klar belegbare Auswirkungen. Sportlich entsteht im zentralen Mittelfeld eine Lücke an Erfahrung, Kreativität und eingespielten Abläufen. Finanziell verschafft der Transfer dem Aufsteiger nach den berichteten Summen gleichzeitig erheblichen zusätzlichen Spielraum. Die Vereinsführung hat bereits angekündigt, diesen Spielraum für weitere Verstärkungen zu nutzen. Welche Positionen dabei konkret Priorität erhalten und ob ein direkter Baur-Nachfolger verpflichtet wird, war bis Freitag zunächst nicht offiziell mitgeteilt worden.

Der Deal steht damit exemplarisch für die schwierige Balance eines Aufsteigers. Paderborn verliert einen 22 Jahre alten Stammspieler unmittelbar vor der Bundesliga-Saison, erzielt für einen Profi mit nur noch kurzer Vertragslaufzeit aber voraussichtlich die höchste Ablöse seiner bisherigen Transfergeschichte. Sicher ist bislang der sportliche Wechsel zu Celtic. Die genaue finanzielle Abrechnung hängt dagegen von nicht veröffentlichten Vertragsdetails und möglichen Bonuszahlungen ab.

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