Waldbrände an Kroatiens Küste: Rund 1000 Menschen evakuiert

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Der Waldbrand bei Omiš hat in der Nacht zum Freitag große Teile der Adriaküste südöstlich der Stadt erfasst und einen der bislang schwersten Feuerwehreinsätze dieses Sommers in Kroatien ausgelöst. Das Feuer brach am Donnerstagabend bei Lokva Rogoznica aus und breitete sich bei starkem Wind rasch über trockene Vegetation und Kiefernwald in Richtung mehrerer Küstenorte aus. Nach Angaben der kroatischen Feuerwehr waren am Freitagmorgen 286 Feuerwehrleute mit 93 Fahrzeugen im Einsatz. Rund 1000 Menschen wurden nach Angaben der Einsatzleitung in Sicherheit gebracht. 36 Menschen mussten medizinisch behandelt werden. Parallel kämpften Einsatzkräfte auf der Halbinsel Pelješac gegen einen weiteren großen Vegetationsbrand.

Feuer bei Lokva Rogoznica seit Donnerstagabend

Die Feuerwehrleitstelle der Gespanschaft Split-Dalmatien erhielt die Meldung über den Brand bei Lokva Rogoznica am Donnerstag, 13. August, gegen 20.15 Uhr. Betroffen waren zunächst Grasflächen, niedrige Vegetation und Kiefernwald. Das Feuer entstand in unmittelbarer Nähe bebauter Bereiche und breitete sich durch den starken Wind innerhalb kurzer Zeit weiter aus.

Bis Freitagmorgen erstreckte sich das Brandgebiet nach Einschätzung der Einsatzleitung über etwa 900 bis 1000 Hektar. Betroffen waren Bereiche entlang der dicht bebauten Adriaküste zwischen Lokva Rogoznica und Omiš. Die Feuerwehr berichtete unter anderem von Brandschäden an Gebäuden in Ivašnjak, Staro Selo, Nemira, Stanići und Medići. Eine abschließende Bilanz beschädigter oder zerstörter Häuser lag am Vormittag noch nicht vor.

Am Morgen hatte sich die Lage nach Angaben der örtlichen Einsatzleitung deutlich beruhigt. Offene Flammen seien zu diesem Zeitpunkt nicht mehr festgestellt worden. Die Feuerwehr war jedoch weiterhin mit Nachlöscharbeiten beschäftigt und suchte das großflächige Brandgebiet nach Glutnestern ab. Von einem vollständig gelöschten Feuer konnte daher zunächst nicht gesprochen werden.

286 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge im Einsatz

Die kroatische Feuerwehr zog während der Nacht zusätzliche Kräfte aus mehreren Teilen des Landes zusammen. Am Freitagmorgen waren nach Angaben des nationalen Feuerwehrverbandes insgesamt 286 Feuerwehrleute mit 93 Fahrzeugen im Einsatz oder auf dem Weg in das Brandgebiet.

Unterstützung kam unter anderem aus den Gespanschaften Koprivnica-Križevci, Bjelovar-Bilogora, Krapina-Zagorje, Zadar, Šibenik-Knin und Dubrovnik-Neretva sowie aus der Hauptstadt Zagreb. Damit entwickelte sich der Brand innerhalb weniger Stunden zu einem überregionalen Großeinsatz.

Gegen 6 Uhr am Freitag wurden vier Löschflugzeuge des Typs Canadair CL-415 zur Unterstützung geschickt. Einen Einsatz von Löschhubschraubern bei dem Großbrand zwischen Lokva Rogoznica und Omiš hatten die zuständigen Stellen bis zum Freitagvormittag nicht bestätigt. Nachdem sich die Lage an diesem Küstenabschnitt stabilisiert hatte, wurden Teile der verfügbaren Luftunterstützung für den gleichzeitig ausgebrochenen Brand auf der Halbinsel Pelješac benötigt.

Auch die kroatische Marine wurde vorsorglich eingebunden. Ein Landungs- und Transportschiff lag nach Angaben der Feuerwehr im Hafen von Omiš bereit, um bei Bedarf Menschen auf dem Seeweg aus dem Gefahrenbereich bringen zu können.

Rund 1000 Menschen evakuiert, 36 Verletzte

Wegen der raschen Ausbreitung des Feuers mussten Bewohner und Urlauber während der Nacht ihre Unterkünfte verlassen. Die Einsatzleitung bezifferte die Zahl der Evakuierten am Freitagmorgen auf rund 1000 Menschen. Während der Nacht hatten sich die Zahlen fortlaufend verändert, da immer weitere Straßenzüge und Siedlungen vorsorglich geräumt wurden.

Aufnahme- und Betreuungsstellen wurden in Omiš, Dugi Rat, Makarska und Split eingerichtet. In der Nacht wurden zudem Busse eingesetzt, um Menschen aus Omiš nach Split zu bringen. In einer Sporthalle in Split wurden am Freitagmorgen mehr als 300 Evakuierte betreut, darunter zahlreiche ausländische Urlauber.

Eine namentliche Liste von Hotels oder Campingplätzen, die vollständig evakuiert wurden, veröffentlichten die kroatischen Behörden zunächst nicht. Bestätigt ist, dass neben Einwohnern auch Urlaubsgäste aus gefährdeten Bereichen ihre Unterkünfte verlassen mussten.

Das Universitätsklinikum in Split teilte am Freitagvormittag mit, dass insgesamt 36 Menschen nach dem Brand medizinisch versorgt worden seien. 14 von ihnen mussten stationär aufgenommen werden. Bei sieben Patienten wurde der Zustand als lebensbedrohlich eingestuft. Behandelt wurden vor allem Verbrennungen sowie Beschwerden infolge eingeatmeten Rauchs. Todesfälle waren nach Angaben der Einsatzleitung bis Freitagvormittag nicht zu beklagen.

Adria-Magistrale bei Lokva Rogoznica gesperrt

Der Großbrand beeinträchtigte auch eine der wichtigsten Straßenverbindungen an der kroatischen Adriaküste. Die kroatische Straßenverkehrszentrale meldete am Freitagvormittag eine vollständige Unterbrechung der Staatsstraße DC8, der sogenannten Adria-Magistrale, im Bereich Lokva Rogoznica zwischen Stanići und Medići.

Auch auf der Umgehungsstraße DC553 bei Omiš war der Verkehr in Richtung Makarska unterbrochen. Die Polizei rief Verkehrsteilnehmer dazu auf, nicht in das betroffene Gebiet zu fahren. Als großräumige Alternative kamen je nach Start und Ziel die Autobahn sowie regionale Verbindungen im Hinterland in Betracht.

Für Urlauber ist die Sperrung besonders relevant, weil die DC8 zahlreiche Ferienorte an der dalmatinischen Küste miteinander verbindet und im August stark genutzt wird. Die Verkehrslage kann sich abhängig von Nachlöscharbeiten, Wind und Sicherheitslage kurzfristig ändern. Maßgeblich sind deshalb die aktuellen Freigaben der Polizei und der kroatischen Straßenbehörde.

Starker Wind trieb die Flammen durch die Küstenvegetation

Eine entscheidende Rolle bei der schnellen Ausbreitung spielte nach Angaben der Feuerwehr der starke Wind. Der kroatische Wetterdienst warnte für Mitteldalmatien am Freitag vor kräftiger, örtlich starker Bora. Für einzelne Böen wurden Geschwindigkeiten von etwa 65 bis 85 Kilometern pro Stunde erwartet.

Die Bora ist ein trockener Fallwind, der an der östlichen Adriaküste innerhalb kurzer Zeit stark auffrischen kann. Für Feuerwehren erschwert sie die Brandbekämpfung erheblich, weil sich Flammen und Funken schnell über trockene Vegetation hinweg ausbreiten können und die Ausbreitungsrichtung eines Feuers schwerer vorhersehbar wird.

Hinzu kam große Hitze. Für die Region Split galt am Freitag eine erhöhte Hitzewarnung. Der Wetterdienst erwartete Höchsttemperaturen von mehr als 35 Grad. Die Kombination aus trockener Vegetation, hohen Temperaturen und starkem Wind sorgt in den Sommermonaten regelmäßig für eine hohe Waldbrandgefahr entlang der kroatischen Adriaküste.

Brandursache zunächst nicht geklärt

Zur Ursache des Feuers bei Lokva Rogoznica lagen am Freitagvormittag keine bestätigten behördlichen Angaben vor. Die zuständigen kroatischen Stellen hatten weder eine technische Ursache noch fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten als Auslöser festgestellt.

Damit blieb zunächst offen, wodurch der Brand am Donnerstagabend entstanden war. Vermutungen zur Ursache, die außerhalb offizieller Behördenangaben verbreitet wurden, sind nicht bestätigt. Eine belastbare Feststellung zur Entstehung des Feuers ist erst möglich, wenn die zuständigen Stellen die Brandstelle untersuchen und Ergebnisse bekanntgeben.

Weiterer Großbrand auf der Halbinsel Pelješac

Während sich die Situation bei Omiš am Freitagmorgen etwas stabilisierte, entstand weiter südlich ein weiterer größerer Brand. Auf der Halbinsel Pelješac brach am Freitagmorgen bei Kuna Pelješka ein Vegetationsfeuer aus. Nach Angaben der kroatischen Feuerwehr brannten dort Gras, Buschland und Kiefern.

Starker Wind begünstigte auch dort die Ausbreitung. Gebäude gerieten zeitweise in Gefahr. Vier Löschflugzeuge des Typs Canadair CL-415 wurden zur Brandbekämpfung eingesetzt. Eine belastbare Größenangabe zur verbrannten Fläche sowie eine abschließende Zahl der eingesetzten Bodenkräfte lagen zunächst nicht vor. Auch Verletzte oder Evakuierungen waren am Vormittag nicht offiziell gemeldet.

Wegen des Feuers wurde die Staatsstraße DC414 zwischen Prizdrina und Potomje gesperrt. Nach Angaben der kroatischen Straßenbehörde bestand dort zunächst keine Umleitung. Die parallelen Einsätze verdeutlichen die angespannte Lage für Feuerwehr und Zivilschutz entlang der dalmatinischen Küste.

Kroatiens Waldbrandsaison trifft auf die touristische Hochsaison

Vegetations- und Waldbrände gehören in Kroatien während der heißen und trockenen Sommermonate zum regelmäßig wiederkehrenden Einsatzgeschehen. Besonders gefährdet sind die Küstenregionen Dalmatiens sowie Inseln und Halbinseln mit dichter mediterraner Vegetation. Im August treffen hohe Waldbrandgefahr und die touristische Hochsaison aufeinander.

Bereits in den Tagen vor dem Großbrand bei Omiš waren kroatische Einsatzkräfte bei mehreren Vegetationsbränden gefordert. Unter anderem gab es größere Einsätze auf der Insel Vrgada sowie bei Gornji Igrani und Vinišće. Dabei kamen ebenfalls Löschflugzeuge zum Einsatz. Eine abschließende landesweite Zwischenbilanz für die gesamte Waldbrandsaison 2026 lag am Freitagvormittag nicht vor.

Die kroatischen Behörden verfügen für die Sommersaison über spezialisierte Bodenkräfte und eine Flotte von Löschflugzeugen. Bei größeren Ereignissen werden Feuerwehrverbände aus anderen Landesteilen in die Küstenregionen verlegt. Der Einsatz bei Omiš zeigt zugleich, wie schnell mehrere parallele Brände die verfügbaren Kräfte beanspruchen können.

Was deutsche Urlauber in Kroatien jetzt beachten sollten

Das Auswärtige Amt weist in seinen Reisehinweisen für Kroatien darauf hin, dass es vor allem während der Sommermonate aufgrund der klimatischen Bedingungen immer wieder zu Busch- und Waldbränden kommen kann. Davon können auch touristisch stark frequentierte Gebiete betroffen sein. Straßen, Versorgungswege und andere Infrastruktur können kurzfristig gesperrt oder nur eingeschränkt nutzbar sein.

Urlauber sollten Verbote, Absperrungen und Anweisungen der kroatischen Polizei, Feuerwehr und des Zivilschutzes unbedingt beachten. Wer eine Unterkunft im Bereich Omiš, Lokva Rogoznica, Stanići oder Medići gebucht hat, sollte vor der Anreise den aktuellen Zustand der Straßen und die Erreichbarkeit des Urlaubsortes prüfen. Eine Fahrt in gesperrte Brandgebiete sollte nicht versucht werden.

Für Autofahrer empfiehlt sich insbesondere ein Blick auf die laufend aktualisierten Verkehrsmeldungen des kroatischen Automobilclubs. Das Auswärtige Amt rät außerdem dazu, Meldungen örtlicher Behörden und lokaler Medien zu verfolgen. Bei einer angeordneten Evakuierung sollten Reisende den vorgesehenen Sammelstellen und Transportangeboten folgen und erst nach behördlicher Freigabe in ihre Unterkunft zurückkehren.

In Kroatien ist der europaweite Notruf 112 erreichbar. Brände und Rauchentwicklung können zudem unter der Feuerwehrnummer 193 gemeldet werden. Wegen der weiterhin hohen Temperaturen und der trockenen Vegetation sollten Urlauber jedes offene Feuer vermeiden und lokale Feuerverbote strikt einhalten.

Für den Raum Omiš blieb die Situation am Freitagvormittag trotz der Beruhigung des Brandes angespannt. Die offenen Flammen waren nach Angaben der Einsatzleitung weitgehend zurückgedrängt, doch hunderte Feuerwehrleute arbeiteten weiter an Glutnestern und der Sicherung des großen Brandgebiets. Gleichzeitig band der neue Brand auf Pelješac weitere Kräfte. Entscheidend für die weitere Entwicklung blieb insbesondere der starke Wind an der dalmatinischen Küste.

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