
Die Zahl der Milliardäre hat 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Nach der jährlichen Milliardärsliste des US-Magazins Forbes wurden weltweit 3.428 Menschen mit einem geschätzten Vermögen von mindestens einer Milliarde US-Dollar erfasst. Das waren 400 mehr als im Vorjahr. Auch Deutschland verzeichnete einen deutlichen Anstieg. Die Zahl der deutschen Milliardäre erhöhte sich demnach innerhalb eines Jahres von 171 auf 212.
Damit gehören die Milliardäre in Deutschland 2026 weiterhin zu einer der größten Gruppen von Superreichen weltweit. Deutschland liegt nach der Forbes-Zählung hinter den USA, China und Indien auf Rang vier. Neben der Zahl der Milliardäre nahm auch ihr geschätztes Vermögen kräftig zu. Die Entwicklung ist allerdings immer an den jeweiligen Bewertungsstichtag gebunden, da Aktienkurse, Unternehmensbewertungen und Wechselkurse große Vermögen innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern können.
Für Deutschland weist Forbes 2026 insgesamt 212 Milliardäre aus. Ein Jahr zuvor waren es 171. Das entspricht einem Anstieg um rund 24 Prozent. Ihr gemeinsames Vermögen wird auf etwa eine Billion US-Dollar geschätzt. Im Vorjahresranking waren es noch 793 Milliarden Dollar. Damit nahm der rechnerische Gesamtwert innerhalb eines Jahres um gut ein Viertel zu.
An der Spitze der deutschen Liste steht Dieter Schwarz, der Eigentümer der Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland. Forbes bezifferte sein Vermögen zum Stichtag der Jahresliste auf 67,2 Milliarden Dollar. Damit führte er das deutsche Ranking mit deutlichem Abstand an. Vermögensangaben dieser Größenordnung sind grundsätzlich Schätzwerte. Bei Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen müssen Unternehmenswerte modelliert werden, während sich börsennotierte Beteiligungen mit den Aktienkursen verändern.
Die 2026er Forbes-Liste basiert auf Aktienkursen und Wechselkursen vom 1. März. Sie bildet deshalb keine fortlaufend aktuelle Vermögensbilanz für den gesamten Jahresverlauf ab. Echtzeit-Rankings können bereits kurze Zeit später andere Werte ausweisen.
Auch global erreichte die Zahl der Milliardäre einen Rekord. Forbes zählte 3.428 Personen und damit rund 13 Prozent mehr als die 3.028 des Vorjahres. Noch stärker wuchs das geschätzte Gesamtvermögen. Es stieg von etwa 16,1 Billionen Dollar im Jahr 2025 auf 20,1 Billionen Dollar im Jahr 2026. Das entspricht einem Zuwachs von ungefähr 25 Prozent.
Das durchschnittliche Vermögen eines Milliardärs erhöhte sich nach den Berechnungen von Forbes von 5,3 auf 5,8 Milliarden Dollar. Gleichzeitig nahm die Konzentration sehr großer Einzelvermögen weiter zu. 20 Menschen verfügten in der Jahresliste bereits über Vermögen von mindestens 100 Milliarden Dollar.
Die USA blieben mit großem Abstand das Land mit den meisten Milliardären. Dort erfasste Forbes 989 Personen mit einem Gesamtvermögen von 8,4 Billionen Dollar. China folgte mit 539 Milliardären und zusammen 2,2 Billionen Dollar. Indien kam auf 229 Personen und rund eine Billion Dollar. Deutschland lag mit seinen 212 Milliardären nur knapp dahinter.
Ein wesentlicher Teil der Entwicklung hängt mit steigenden Unternehmensbewertungen zusammen. Besonders stark wirkte sich der Boom rund um Künstliche Intelligenz und Technologieunternehmen auf große Aktienvermögen aus. Da die reichsten Menschen der Welt erhebliche Teile ihres Vermögens in Unternehmensbeteiligungen halten, können steigende Börsenkurse ihre rechnerischen Vermögen sehr schnell erhöhen.
Diese Abhängigkeit von Marktpreisen erklärt zugleich, warum verschiedene Vermögensstudien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Oxfam bezifferte in einem Anfang 2026 veröffentlichten Ungleichheitsbericht das weltweite Milliardärsvermögen zum Stand Ende November 2025 auf 18,3 Billionen Dollar. Für Deutschland wurden auf dieser Grundlage 172 Milliardäre mit 840,2 Milliarden Dollar Vermögen ausgewiesen. Die Zahlen basieren auf einem anderen Stichtag als die Forbes-Jahresliste vom März 2026 und sind deshalb nicht unmittelbar vergleichbar.
Neben neu geschaffenen Unternehmensvermögen spielen Erbschaften eine zunehmende Rolle. Der UBS Billionaire Ambitions Report hatte für 2025 knapp 3.000 Milliardäre mit einem gemeinsamen Vermögen von 15,8 Billionen Dollar erfasst. Nach Angaben der Bank erbten allein im betrachteten Zeitraum 91 Personen zusammen 297,8 Milliarden Dollar. UBS erwartet, dass der generationenübergreifende Vermögenstransfer in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnt.
Auch diese Zahlen unterscheiden sich von Forbes, da UBS eine eigene Milliardärsdatenbank, andere Erhebungszeiträume und eine Abdeckung von 47 Märkten verwendet. Gemeinsam ist den großen Erhebungen jedoch die Richtung der Entwicklung: Die Zahl der Menschen mit Milliardenvermögen ist zuletzt gestiegen, ebenso der Gesamtwert ihrer Vermögen.
Der internationale Vergleich zeigt zugleich, wie stark große Privatvermögen auf wenige Staaten konzentriert sind. Allein auf die USA entfällt nach der Forbes-Liste fast ein Drittel aller weltweit erfassten Milliardäre und deutlich mehr als ein Drittel ihres gesamten Vermögens. China, Indien und Deutschland folgen mit erheblichem Abstand.
Für Deutschland bedeutet der Sprung auf 212 Personen einen der stärksten Anstiege unter den großen Milliardärsstandorten. Die Zahlen sind jedoch keine amtliche Vermögensstatistik. Milliardärslisten beruhen auf Schätzungen von Unternehmenswerten, Beteiligungen und öffentlich nachvollziehbaren Vermögenswerten. Verdeckte Beteiligungen, private Vermögensstrukturen und unterschiedliche Definitionen können dazu führen, dass andere Erhebungen abweichende Ergebnisse ausweisen.
Fest steht für den Stichtag der Forbes-Liste 2026: Sowohl die Zahl der erfassten Milliardäre als auch ihr geschätztes Vermögen erreichten weltweit neue Höchststände. Deutschland blieb dabei der Staat mit der vierthöchsten Zahl an Milliardären.
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