Diego Moreira soll nach Leipzig, doch die Ablöse bremst den Deal

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Der mögliche Wechsel von Diego Moreira zu RB Leipzig ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen, abgeschlossen ist der Transfer aber nicht. Nach Informationen von Sky Sport haben sich der Bundesligist und der 22 Jahre alte belgische Nationalspieler von Racing Straßburg mündlich auf einen Vertrag bis 2031 verständigt. Auch das französische Portal Foot Mercato meldet eine Einigung über die persönlichen Vertragsbedingungen. Zwischen den Vereinen fehlt dagegen weiterhin eine Vereinbarung. Offiziell bestätigt haben weder Leipzig noch Straßburg den bevorstehenden Wechsel. Entscheidend ist vor allem die Ablösesumme, bei der die Vorstellungen derzeit deutlich auseinanderliegen.

Moreira soll sich mit Leipzig bis 2031 geeinigt haben

Sky zufolge hat Moreira dem Wechsel nach Sachsen grundsätzlich zugestimmt und soll in Leipzig einen langfristigen Vertrag bis 2031 erhalten. Der Linksfuß steht bei RB demnach ganz oben auf der Liste für die Außenbahn und ist als Nachfolger des zu Real Madrid gewechselten Yan Diomande vorgesehen. Foot Mercato schrieb ebenfalls, Moreira habe Leipzig sein Einverständnis gegeben. Eine Unterschrift oder eine offizielle Transfervereinbarung gibt es bislang jedoch nicht.

Zum Stand der Gespräche zwischen den Vereinen existieren leicht unterschiedliche Angaben. Foot Mercato hatte bereits von Kontakten zwischen Leipzig und Racing geschrieben. Sky meldete am Donnerstagabend, konkrete Verhandlungen hätten zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen, sollten aber zeitnah aufgenommen werden. Sicher ist damit lediglich, dass eine Einigung mit Straßburg noch fehlt. Moreiras Vertrag im Elsass läuft bis zum 30. Juni 2029, Racing steht deshalb nicht unter unmittelbarem Verkaufsdruck.

Straßburg soll 60 bis 70 Millionen Euro verlangen

Der entscheidende Streitpunkt ist der Preis. Nach Informationen von Sky hatte Racing Straßburg für Moreira zunächst eine Ablöse zwischen 60 und 70 Millionen Euro aufgerufen. Diese Größenordnung sei nicht nur Leipzig, sondern auch anderen Interessenten genannt worden. Für RB sei eine Verpflichtung zu diesen Konditionen deutlich zu teuer. Ob Straßburg seine Forderung reduziert, war bis Freitagvormittag offen. Eine offiziell veröffentlichte Ablösevorstellung des französischen Klubs gibt es nicht.

Bemerkenswert ist, dass die zuvor kursierenden Zahlen erheblich niedriger lagen. Bild hatte am 12. August bei Moreira und seinem Straßburger Teamkollegen Samir El Mourabet jeweils von einem finanziellen Paket mit rund 35 Millionen Euro Ablöse gesprochen. Der einen Tag später veröffentlichte Sky Bericht nennt für Moreira dagegen 60 bis 70 Millionen Euro. Damit lässt sich derzeit keine offiziell abgesicherte Preisforderung beziffern. Der jüngste konkrete Bericht stammt von Sky.

Auch auf Leipziger Seite ist keine konkrete Offerte öffentlich dokumentiert. Nach Angaben von Sky Reporter Philipp Hinze hat RB intern weiterhin die Vorgabe, selbst nach den hohen Einnahmen für Diomande keine Sockelablösen von mehr als 50 Millionen Euro zu zahlen. Das ist keine offizielle Erklärung des Vereins, markiert aber die berichtete finanzielle Leitplanke. Eine Aussage, Leipzig habe Straßburg bereits 50 Millionen Euro geboten, wäre deshalb nicht gedeckt. Belegt ist lediglich, dass RB die aktuell von Sky genannte Forderung von 60 bis 70 Millionen Euro nicht akzeptieren will.

Moreira bringt Tempo und Flexibilität für die Außenbahn

Moreira ist 1,79 Meter groß, Linksfuß und offensiv auf mehreren Positionen einsetzbar. Seine Ausbildung erhielt er vor allem als Flügelspieler. Bei Straßburg wurde er zeitweise auch deutlich tiefer eingesetzt. Unter dem damaligen Trainer Liam Rosenior spielte er beispielsweise als linker Schienenspieler. Die französische Liga hob bereits in der Saison 2024/25 seine hohe Zahl an Sprints hervor. In der vergangenen Spielzeit wurde Moreira wieder auf unterschiedlichen Positionen im offensiven und äußeren Mittelfeld eingesetzt.

Seine Zahlen aus der Saison 2025/26 zeigen dabei einen deutlichen offensiven Beitrag. Wettbewerbsübergreifend bestritt Moreira für Straßburg 41 Pflichtspiele, erzielte fünf Tore und bereitete sieben weitere Treffer vor. In der Ligue 1 waren es 27 Einsätze mit vier Toren und sechs Vorlagen. Hinzu kamen zehn Spiele in der Conference League mit einer Vorlage sowie vier Partien im französischen Pokal, in denen er einmal traf.

Moreira gehört inzwischen auch zur belgischen Nationalmannschaft. Obwohl er in mehreren portugiesischen Nachwuchsauswahlen gespielt hatte, wurde der in Lüttich geborene Offensivspieler für Belgien nominiert und gehörte zum belgischen Kader bei der Weltmeisterschaft 2026. Damit hat sich sein sportlicher Status seit seinem Wechsel nach Straßburg deutlich verändert.

Von Standard Lüttich über Benfica und Chelsea nach Straßburg

Moreiras Karriere begann in seiner Heimatstadt bei Standard Lüttich. Im August 2020 wechselte er mit 16 Jahren zu Benfica Lissabon. Der portugiesische Klub verpflichtete ihn damals für seinen Nachwuchsbereich. Mit Benficas U19 gewann Moreira 2022 die UEFA Youth League. Wenige Wochen später, am 13. Mai 2022, feierte er beim 2:0 gegen Paços de Ferreira sein offizielles Debüt für die erste Mannschaft von Benfica.

Im Juli 2023 ging Moreira zum FC Chelsea. Dort kam er in der ersten Mannschaft im englischen Ligapokal gegen AFC Wimbledon zum Einsatz. Bereits im September folgte eine Leihe zu Olympique Lyon. Für den französischen Klub absolvierte er nach Angaben von Chelsea neun Pflichtspiele für die erste Mannschaft, bevor die Leihe im Januar 2024 vorzeitig beendet wurde. Im August 2024 wechselte er schließlich dauerhaft nach Straßburg und unterschrieb dort bis 2029.

Seine erste Straßburger Saison 2024/25 beendete Moreira mit 34 Pflichtspielen, zwei Toren und sieben Vorlagen. Ein Jahr später steigerte er seine Ausbeute auf fünf Treffer und sieben Assists in 41 Partien. Für Leipzig passt neben dem Alter vor allem die Möglichkeit, ihn auf beiden Außenbahnen und in unterschiedlichen taktischen Rollen einzusetzen. Seine Verpflichtung wäre dennoch finanziell in einer völlig anderen Größenordnung als sein Wechsel von Chelsea nach Frankreich.

Diomande bringt Leipzig eine Rekordeinnahme

Dass Leipzig überhaupt über einen hochpreisigen Ersatz für die Außenbahn nachdenkt, hängt unmittelbar mit dem Verkauf von Yan Diomande zusammen. Real Madrid bestätigte am 6. August die Verpflichtung des 19 Jahre alten Nationalspielers der Elfenbeinküste. Diomande unterschrieb in Madrid einen Vertrag bis zum 30. Juni 2033. Die beteiligten Vereine veröffentlichten keine Ablösesumme.

Reuters verwies auf Angaben der spanischen Marca, wonach der Transfer einen Wert von bis zu 125 Millionen Euro zuzüglich weiterer zehn bis 15 Millionen Euro an Bonuszahlungen erreichen könne. Sky spricht von einem Gesamtpaket über 140 Millionen Euro. Nach Informationen der Deutschen Presse Agentur beträgt die Ablöse mindestens 125 Millionen Euro. Damit ist Diomande der teuerste Verkauf in der Geschichte von RB Leipzig. Noch im Sommer 2025 war er nach dpa Angaben für rund 20 Millionen Euro von CD Leganés nach Sachsen gekommen.

Die Rekordeinnahme vergrößert Leipzigs finanziellen Handlungsspielraum erheblich, bedeutet aber nicht automatisch, dass die komplette Summe für neue Transfers eingesetzt wird. Zu Zahlungsmodalitäten und einem konkreten Transferbudget hat RB keine Zahlen veröffentlicht. Der von Sky genannte interne Grundsatz, keine Sockelablösen über 50 Millionen Euro zu zahlen, spricht vielmehr dafür, dass der Verein auch nach dem Diomande Verkauf an seinen Preisgrenzen festhalten will. Gerade deshalb ist die angebliche Straßburger Forderung von bis zu 70 Millionen Euro für den Moreira Transfer so relevant.

Schäfer und Demichelis bestätigen Moreira bislang nicht

Von Leipzigs Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer oder Trainer Martín Demichelis gab es bis Freitagvormittag keine öffentliche Bestätigung einer Einigung mit Moreira. Auch eine konkrete Ablöseforderung oder ein Leipziger Angebot haben beide nicht öffentlich genannt. Beim vorherigen Transfer von Diomande hatte Schäfer noch wenige Tage vor dessen Wechsel davor gewarnt, einen Deal vorzeitig als abgeschlossen darzustellen. Am 4. August erklärte er, dass zu diesem Zeitpunkt noch keine Einigung über Diomandes Abschied bestanden habe. Zwei Tage später wurde der Wechsel nach Madrid offiziell.

Demichelis hatte Ende Juli zu Diomandes damaliger Situation erklärt, der Spieler stehe bei Leipzig unter Vertrag und die weiteren Transferfragen seien Sache Schäfers. Nach Abschluss des Rekordverkaufs würdigte Schäfer öffentlich, wie schnell sich Diomande in Leipzig durch Tempo, Dribbling und Torgefahr auf höchstem Niveau etabliert habe. Eine vergleichbare öffentliche Einordnung Moreiras oder eine Bestätigung, dass der Belgier der fest eingeplante Nachfolger ist, lag zunächst nicht vor.

Leipzig hat mehrere Alternativen für die Offensive geprüft

Moreira ist nicht der erste Offensivspieler, mit dem sich Leipzig in diesem Transfersommer beschäftigt hat. Besonders weit fortgeschritten war die Personalie Fisnik Asllani. Hoffenheim bestätigte Anfang August Gespräche mit RB über einen Wechsel des Angreifers. Der geplante Transfer kam anschließend wegen medizinischer Bedenken auf Leipziger Seite nicht zustande. Angaben zu konkreten medizinischen Hintergründen wurden nicht veröffentlicht.

Daneben tauchten mehrere weitere Namen auf. Chemsdine Talbi vom AFC Sunderland wurde Anfang August als möglicher Ersatz für Diomande genannt. Bild berichtete zudem, dass sich Leipzig mit Evertons Thierno Barry beschäftigt habe. Matias Fernandez Pardo vom OSC Lille sei ebenfalls intern diskutiert worden. Franculino vom FC Midtjylland und Troy Parrott von AZ Alkmaar wurden nach Bild Informationen zwar gehandelt, seien inzwischen aber kein Thema mehr. Diese Spieler besitzen unterschiedliche Profile und waren nicht sämtlich als direkte Eins zu eins Lösung für Diomandes Flügelposition vorgesehen.

Parallel beschäftigt sich Leipzig offenbar mit einem zweiten Straßburger Spieler. Foot Mercato meldet, RB habe auch mit dem 20 Jahre alten Mittelfeldspieler Samir El Mourabet eine persönliche Einigung erzielt. Auch dort fehlt demnach noch die Vereinbarung mit Racing. Die Personalie ist vom Moreira Transfer zu trennen, zeigt aber, dass Leipzig den Straßburger Kader derzeit intensiv im Blick hat. Eine Bestätigung der Vereine für El Mourabet lag ebenfalls zunächst nicht vor.

Bis zum Deadline Day bleibt Zeit, aber eine große Preislücke

Das deutsche Transferfenster schließt am 1. September 2026. Leipzig und Straßburg bleiben damit noch gut zwei Wochen, um eine Lösung zu finden. Auf Spielerseite scheint die Situation nach übereinstimmenden Berichten weit fortgeschritten zu sein. Die zentrale Voraussetzung für einen Abschluss fehlt jedoch weiterhin: eine Einigung zwischen den Vereinen.

Ein Abschluss bis zum Deadline Day ist zeitlich deshalb weiterhin möglich, nach dem Stand vom Freitag aber nicht unmittelbar bevorstehend. Straßburg soll 60 bis 70 Millionen Euro verlangen, Leipzig hält diese Größenordnung laut Sky für zu hoch. Gleichzeitig wird für RB eine interne Grenze von höchstens 50 Millionen Euro bei Sockelablösen genannt. Solange diese Differenz nicht überwunden ist, bleibt Moreira trotz der gemeldeten persönlichen Einigung Spieler von Racing Straßburg. Dass der Belgier nach Leipzig wechseln möchte und ein Vertrag bis 2031 vorbereitet sein soll, verkürzt die Verhandlungen auf einen wesentlichen Punkt. Entschieden ist der Transfer damit noch nicht.

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