
Die Zukunft von Elye Wahi bei Eintracht Frankfurt ist erneut offen. Der 23 Jahre alte Angreifer gehört nach seiner sechsmonatigen Leihe zum OGC Nizza wieder zum Frankfurter Kader, doch ein dauerhafter Verbleib gilt derzeit als wenig wahrscheinlich. Nach Angaben von Sky Sport Schweiz hat Nizza Gespräche über eine Rückkehr aufgenommen und Wahi zu einer Priorität für die laufende Transferperiode gemacht. Eine offizielle Einigung zwischen den Klubs gibt es bislang nicht. Auch Eintracht Frankfurt hat einen Verkauf oder eine erneute Leihe nicht bestätigt.
Wahi wechselte am 24. Januar 2025 von Olympique Marseille nach Frankfurt. Eintracht bestätigte damals einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030, veröffentlichte aber keine Ablösesumme. Bei der Höhe des Transfers gingen die damaligen Angaben auseinander. Der kicker berichtete von rund 20 Millionen Euro Sockelablöse und möglichen fünf Millionen Euro an Bonuszahlungen. L Equipe nannte nach Angaben der Nachrichtenagentur AP 26 Millionen Euro plus bis zu drei Millionen Euro an Boni sowie eine Beteiligung Marseilles an einem möglichen späteren Transfergewinn. Deshalb lässt sich die tatsächlich gezahlte Summe bis heute nicht zweifelsfrei beziffern.
Frankfurt holte Wahi wenige Tage nach dem Wechsel von Omar Marmoush zu Manchester City. Sportvorstand Markus Krösche beschrieb den Neuzugang damals als schnellen, entwicklungsfähigen Stürmer mit Präsenz im Strafraum und Torinstinkt. Wahi selbst kündigte bei seiner Vorstellung an, das Vertrauen mit Leistungen und Toren zurückzahlen zu wollen. In Frankreich hatte er zuvor bereits bei Montpellier, RC Lens und Marseille in der Ligue 1 gespielt.
Die erhoffte Wirkung stellte sich in Frankfurt nicht ein. Als Eintracht Wahi am 1. Januar 2026 für die Rückrunde nach Nizza verlieh, zog der Klub selbst eine klare Zwischenbilanz: 25 Pflichtspiele, ein Tor und drei Vorlagen. In der ersten Hälfte der Saison 2025/26 kam er in 14 Pflichtspielen zum Einsatz. Sein einziges Pflichtspieltor für die Eintracht erzielte er im DFB-Pokal. In der Bundesliga blieb er ohne Treffer.
Für die geringe Ausbeute gibt es mehrere belegbare sportliche Faktoren. Wahi kam schon mit einer leichten Oberschenkelverletzung nach Frankfurt und hatte im Frühjahr 2025 anschließend Probleme am Knie. Damit fehlte ihm in seiner ersten Frankfurter Halbserie über längere Phasen Spielrhythmus. Später rückten vor allem Form und Selbstvertrauen in den Mittelpunkt. Im Herbst 2025 erhielt er zwar weitere Chancen, konnte seine Position in der Hierarchie aber nicht dauerhaft verbessern. Ende November stand er trotz des Ausfalls von Jonathan Burkardt gegen Wolfsburg nicht im Spieltagskader.
Die sportliche Führung vermied persönliche Wertungen und beschrieb die Schwierigkeiten vor allem mit Blick auf Leistung und Selbstvertrauen. Krösche sagte Anfang November 2025 nach dem Spiel in Heidenheim sinngemäß, ein Treffer könne einen Stürmer in einen Lauf bringen. Bei Wahi fehle sichtbar Selbstvertrauen, zudem habe ihm in entscheidenden Situationen auch das nötige Erfolgserlebnis gefehlt.
Der damalige Trainer Dino Toppmöller machte Ende November ebenfalls deutlich, dass Wahi sich seine Rolle über Trainingsleistung erarbeiten müsse. Gerade ein Angreifer könne über erfolgreiche Abschlüsse im Training wieder Selbstvertrauen entwickeln. Toppmöller forderte Einsatz und Intensität. Kurz darauf entschied sich Frankfurt für die Leihe nach Nizza. Krösche erklärte bei der offiziellen Bekanntgabe, Wahi solle in Frankreich Selbstvertrauen und Selbstverständnis zurückgewinnen. Die Leihe zu einem ambitionierten Klub sei in dieser Situation für alle Beteiligten sinnvoll.
Die Rückrunde an der Cote d Azur verlief deutlich erfolgreicher. Nach Eintracht-Angaben kam Wahi in 19 Pflichtspielen für OGC Nizza auf neun Tore und zwei Vorlagen. Er traf unter anderem doppelt im französischen Pokal und erzielte auch im entscheidenden Relegationsrückspiel gegen Saint-Étienne zwei Tore beim 4:1, mit dem Nizza den Klassenerhalt sicherte. Eintracht-Sportdirektor Timmo Hardung bewertete die Leihe im Juni ausdrücklich als sportlich sehr positiv. Wahi habe wieder regelmäßig seine Qualitäten im letzten Drittel eingebracht, Verantwortung übernommen und einen stabileren Rhythmus gefunden.
Auch Nizza hatte die Verpflichtung im Januar mit Wahis sportlichem Profil begründet. Sportdirektor Florian Maurice hob damals dessen Tempo, Explosivität und Abschlussqualitäten hervor. Präsident Jean-Pierre Rivère erklärte, der Angreifer habe sich bewusst für ein Umfeld entschieden, in dem er sich sportlich neu stabilisieren könne. Wahis deutlich bessere Ausbeute während der Leihe liefert nun einen nachvollziehbaren sportlichen Grund, weshalb der Klub erneut an ihm interessiert ist.
Nach Informationen von Sky Sport Schweiz vom 10. August hat OGC Nizza die Gespräche über eine Rückkehr aufgenommen. Demnach war zu diesem Zeitpunkt noch kein offizielles Angebot bei Eintracht Frankfurt eingegangen. Nizza wollte zunächst die persönlichen und vertraglichen Bedingungen mit Wahi klären. Der Spieler soll einer Rückkehr grundsätzlich offen gegenüberstehen.
Beim Transfermodell ist die Lage weiterhin offen. Sky Sport Schweiz berichtete, dass sowohl ein fester Transfer als auch eine Leihe oder eine andere Konstruktion möglich seien. Am Donnerstagabend, 13. August, hieß es unter Berufung auf Nice-Matin, Frankfurt habe seine zuvor deutlich höhere Preisvorstellung inzwischen auf etwa 15 Millionen Euro reduziert. Nizza könne diese Summe demnach derzeit nicht ohne Weiteres aufbringen und erwäge deshalb eine weitere Leihe mit Kaufoption sowie eine teilweise Übernahme des Gehalts. Diese Angaben sind von den Vereinen nicht bestätigt.
Andere Berichte hatten Anfang August noch eine Frankfurter Zielgröße von rund 20 Millionen Euro genannt. Im Frühjahr war teilweise sogar von bis zu 25 Millionen Euro die Rede. Eine offizielle Ablöseforderung hat Eintracht nicht veröffentlicht. Belastbar ist deshalb vor allem, dass Frankfurt grundsätzlich offen für einen Abgang ist und Nizza ernsthaft an einer erneuten Verpflichtung arbeitet.
Nizza ist derzeit der konkret am häufigsten genannte Interessent. Im Sommer wurde außerdem Beşiktaş Istanbul als möglicher Abnehmer genannt. Bereits im Frühjahr tauchte der türkische Klub in Transferberichten auf, im Juli hieß es erneut, Beşiktaş beobachte den Mittelstürmer und prüfe eine Verpflichtung. Ein offizielles Angebot oder bestätigte Verhandlungen zwischen Beşiktaş und Eintracht sind bislang nicht bekannt.
Der jüngste Bericht aus Frankreich verweist zudem auf weitere Klubs, die sich mit Wahi beschäftigen sollen, nennt diese aber nicht namentlich. Daraus lassen sich keine zusätzlichen konkreten Bewerber ableiten. Der FC Sevilla hatte sich bereits vor Wahis erster Nizza-Leihe mit dem Angreifer beschäftigt und Ende 2025 nach Angaben von L Equipe ein Leihangebot mit Kaufoption vorgelegt. Dieses Interesse gehört allerdings zum vergangenen Wintertransferfenster und ist kein Beleg für derzeit laufende Gespräche.
Unter dem neuen Eintracht-Trainer Adi Hütter ist Wahi derzeit wieder Teil des Kaders. Beim Testspiel gegen Hull City am 8. August kam der Angreifer zum Einsatz. Hütter erklärte anschließend zu Wahi und Arthur Theate, beide seien Kaderspieler, mit ihnen sei gesprochen worden und sie seien vorerst dabei. Gleichzeitig machte der Trainer deutlich, dass die weitere Entwicklung der Personalien noch offen sei. Eine feste sportliche Perspektive Wahis für die Saison 2026/27 lässt sich daraus nicht ableiten.
Für Frankfurt ist die Personalie auch mit der weiteren Kaderplanung im Angriff verbunden. Hütter erklärte nach dem Hull-Test, der Kader entspreche noch nicht vollständig seinen Vorstellungen. Im Angriff sieht der Trainer weiteren Handlungsbedarf und steht darüber nach eigener Aussage in engem Austausch mit Krösche. Ein Wahi-Abgang würde deshalb nicht nur einen Kaderplatz freimachen, sondern auch finanziellen Spielraum für weitere Veränderungen schaffen.
Ein fester Verkauf für rund 15 Millionen Euro, wie er zuletzt als mögliche Größenordnung genannt wurde, läge unter allen verbreiteten Berichten über Frankfurts ursprüngliche Ablöse. Verglichen mit der vom kicker genannten Sockelablöse von 20 Millionen Euro wären es mindestens fünf Millionen Euro weniger. Gegenüber den von L Equipe genannten 26 Millionen Euro Sockelablöse läge die Differenz bei elf Millionen Euro. Bonuszahlungen, die gemeldete Leihgebühr aus dem vergangenen Winter und mögliche Vertragsklauseln verändern diese einfache Rechnung zusätzlich.
Diese Differenz ist allerdings nicht automatisch mit einem bilanziellen Verlust in gleicher Höhe gleichzusetzen. Entscheidend wären unter anderem der noch in der Bilanz stehende Wert der Transferrechte und die tatsächlich angefallenen Anschaffungskosten, die öffentlich nicht vollständig bekannt sind. Sicher wäre bei einem dauerhaften Verkauf dagegen, dass Frankfurt sofort eine Ablöse vereinnahmen und zugleich die Gehaltsverpflichtungen aus dem noch bis 2030 laufenden Vertrag beenden würde. Eine erneute Leihe würde die endgültige Entscheidung verschieben. Ihr finanzieller Nutzen hinge von Leihgebühr, Gehaltsübernahme und einer möglichen Kaufoption ab.






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