Enges Rennen in Mecklenburg-Vorpommern: AfD liegt vor SPD

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Symbolbild mit KI erstellt

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Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026 liegt die AfD in den ersten Prognosen knapp vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Sowohl ARD als auch ZDF sehen die AfD am Sonntagabend auf Platz eins, allerdings mit unterschiedlichen Prozentwerten. Besonders unsicher ist die Lage für CDU, Grüne und BSW, die sich im Bereich der Fünf-Prozent-Hürde bewegen. Eine erste Hochrechnung auf Grundlage ausgezählter Wahlbezirke lag um 18:15 Uhr noch nicht vor.

ARD sieht AfD bei 37 Prozent und SPD bei 35,5 Prozent

Die um 18 Uhr veröffentlichte ARD-Prognose von Infratest dimap sieht die AfD bei 37,0 Prozent. Die SPD folgt mit 35,5 Prozent. Damit läge die AfD erstmals bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern vor den Sozialdemokraten. 2021 hatte die AfD lediglich 16,7 Prozent erreicht, während die SPD mit 39,6 Prozent deutlich stärkste Partei geworden war.

Mit großem Abstand folgen nach der ARD-Prognose die Linke mit 7,5 Prozent sowie CDU und Grüne mit jeweils 5,5 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht wird genau bei 5,0 Prozent gesehen. Die FDP kommt nach Angaben von BR24 unter Berufung auf die ARD-Prognose auf 1,2 Prozent und wäre damit nicht mehr im Schweriner Landtag vertreten.

Für die CDU wäre ein Ergebnis in dieser Größenordnung ein erheblicher Rückgang gegenüber 2021. Damals hatte sie 13,3 Prozent erreicht. Da die ARD-Prognose sie nur einen halben Prozentpunkt über der Sperrklausel sieht, war ihr Wiedereinzug am frühen Wahlabend noch nicht gesichert. Auch für die Grünen und das BSW können bereits geringe Veränderungen in den ersten Hochrechnungen darüber entscheiden, ob sie Mandate erhalten.

ZDF sieht ebenfalls AfD vor SPD

Auch die Prognose der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF sieht die AfD vorne, allerdings mit etwas höheren Werten für die beiden größten Parteien. Dort erreicht die AfD um 18 Uhr 38,0 Prozent und die SPD 36,5 Prozent. Der Abstand beträgt damit ebenfalls 1,5 Prozentpunkte.

Bei den kleineren Parteien unterscheiden sich die beiden Prognosen deutlicher. Das ZDF sieht die Linke bei 6,0 Prozent, die CDU bei exakt 5,0 Prozent und die Grünen bei 5,5 Prozent. Das BSW erreicht dort 4,8 Prozent und würde nach dieser Prognose knapp am Einzug scheitern.

Die Unterschiede zwischen ARD und ZDF zeigen, wie offen die Zusammensetzung des neuen Landtags zu diesem Zeitpunkt noch ist. Prognosen beruhen vor allem auf Befragungen von Wählerinnen und Wählern nach der Stimmabgabe sowie statistischen Verfahren. Erst die Hochrechnungen beziehen zunehmend tatsächlich ausgezählte Wahlbezirke ein.

Regierungsbildung hängt an mehreren knappen Ergebnissen

Die Stärke der AfD allein entscheidet noch nicht darüber, wer künftig die Landesregierung führt. Der Landtag umfasst regulär mindestens 71 Sitze. Entscheidend für mögliche Mehrheiten ist neben den Ergebnissen von SPD und AfD insbesondere, welche der kleineren Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden.

Die bisherige Koalition aus SPD und Linken dürfte nach beiden Prognosen nicht mehr über genügend Stimmen für eine Zweiermehrheit verfügen. Bereits vor der Wahl hatten SPD, Linke und Grüne eine mögliche Zusammenarbeit in einem Dreierbündnis diskutiert. Ob eine solche Kombination rechnerisch eine Mehrheit erreicht, hängt am Wahlabend insbesondere davon ab, welche Parteien tatsächlich in den Landtag einziehen und wie sich die Prozentwerte in den Hochrechnungen verändern. Der ARD-Koalitionsrechner wurde unmittelbar nach Schließung der Wahllokale auf Grundlage der jeweils aktuellen Zahlen aktualisiert.

Für die AfD stellt sich zugleich die Frage nach einem möglichen Koalitionspartner. Eine absolute Mehrheit weist keine der Prognosen für die Partei aus. Schon vor der Wahl hatten andere im Landtag vertretene beziehungsweise aussichtsreiche Parteien keine Regierungszusammenarbeit mit der AfD angekündigt. Damit kann auch eine stärkste AfD-Fraktion nicht automatisch den Ministerpräsidenten stellen.

SPD verliert gegenüber 2021, AfD legt deutlich zu

Unabhängig davon, welche der beiden großen Parteien am Ende vorne liegt, zeichnen die ersten Zahlen erhebliche Verschiebungen gegenüber der Wahl 2021. Damals erhielt die SPD 39,6 Prozent. Die AfD kam auf 16,7 Prozent, die CDU auf 13,3 Prozent, die Linke auf 9,9 Prozent und die Grünen auf 6,3 Prozent. Die FDP zog damals mit 5,8 Prozent ebenfalls in den Landtag ein.

Nach der ARD-Prognose würde die AfD ihren Stimmenanteil somit mehr als verdoppeln. Die SPD bliebe trotz Verlusten deutlich über 30 Prozent. Besonders stark fällt der Rückgang der CDU aus. Für die Linke und die Grünen deuten sich ebenfalls Verluste gegenüber 2021 an.

Die SPD stellt in Mecklenburg-Vorpommern seit 1998 ohne Unterbrechung den Ministerpräsidenten beziehungsweise die Ministerpräsidentin. Manuela Schwesig regiert seit 2017. Seit der Wahl 2021 führt sie eine Koalition mit der Linken.

Wahlbeteiligung lag am Nachmittag deutlich höher

Rund 1,3 Millionen Menschen waren zur Landtagswahl aufgerufen. Erstmals durften bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben.

Bereits am Nachmittag deutete sich eine höhere Beteiligung an. Nach Angaben der Landeswahlleitung hatten bis 14 Uhr 40,7 Prozent der Wahlberechtigten in den Wahllokalen abgestimmt. Bei der Wahl 2021 waren es zum gleichen Zeitpunkt 32,5 Prozent gewesen. Die endgültige Wahlbeteiligung hatte damals bei 70,8 Prozent gelegen. Der Vergleich ist allerdings dadurch beeinflusst, dass die Landtagswahl 2021 gleichzeitig mit der Bundestagswahl stattfand. Eine endgültige Wahlbeteiligung für 2026 lag um 18:15 Uhr noch nicht vor.

Wahl wird auch bundespolitisch beobachtet

Die Abstimmung findet zwei Wochen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt statt, bei der die AfD 43,8 Prozent erreichte und stärkste Kraft wurde. Damit richtet sich auch bundesweit Aufmerksamkeit auf Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig wird am 20. September in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.

Besonders für die CDU haben die Ergebnisse bundespolitische Bedeutung. Bereits vor dem Wahlabend hatte Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz das Parteipräsidium für Sonntag zu Beratungen über die beiden Landtagswahlen zusammengerufen. In Mecklenburg-Vorpommern bewegte sich seine Partei schon in den letzten Umfragen vor der Wahl nur noch knapp oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde.

Belastbare Aussagen der Spitzenkandidaten zum tatsächlichen Abschneiden ihrer Parteien lagen unmittelbar nach Veröffentlichung der Prognosen zunächst noch nicht in ausreichender Breite vor. Entscheidend für die weitere Bewertung des Wahlabends werden die ersten Hochrechnungen und insbesondere die Entwicklung bei CDU, Grünen und BSW sein.

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