Mainz 05 befördert Rael Nakuzola nach kurzer Zeit in den Profikader

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Beim 1. FSV Mainz 05 hat ein Sommerzugang schneller als ursprünglich geplant den Schritt in den Profifußball geschafft. Der 19-jährige Linksverteidiger Rael Nakuzola hat seinen ersten Profivertrag bei den Rheinhessen unterschrieben. Der Bundesligist bestätigte die Entscheidung am Donnerstag, 15. Oktober 2026. Erst wenige Monate zuvor war der Defensivspieler von Rot-Weiss Essen für die zweite Mannschaft verpflichtet worden. Inzwischen hat er auch seine ersten Einsätze in der Bundesliga absolviert.

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Die Personalentscheidung ist eine Anerkennung seiner Entwicklung in der Saisonvorbereitung und eröffnet dem Nachwuchsspieler eine Perspektive im Kader von Trainer Urs Fischer. Wie lange der neue Vertrag läuft, gab Mainz 05 nicht bekannt. Auch Angaben zu weiteren Vertragsdetails veröffentlichte der Verein nicht.

Rael Nakuzola war ursprünglich für die Mainzer U23 vorgesehen

Noch am 1. April 2026 hatte Mainz 05 den damals 18-jährigen Nakuzola als Neuzugang für die U23 vorgestellt. Der Plan war, ihn ab Sommer an den Erwachsenenfußball heranzuführen. Seine vorherige Mannschaft war die U19 von Rot-Weiss Essen, für die er in der DFB-Nachwuchsliga gespielt hatte. In Mainz sollte er zunächst im Regionalligakader Erfahrungen sammeln.

Der Nachwuchsspieler bringt unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten für die Defensive mit. Bei seiner Verpflichtung bezeichnete ihn Mainz als Linksfuß, der auf der linken Außenbahn und als Teil einer defensiven Dreierkette eingeplant sei. Seine Körpergröße gab der Verein mit 1,91 Metern an. Damit verfügt der 19-Jährige über körperliche Voraussetzungen für unterschiedliche Aufgaben in der Abwehr. Ob und wie regelmäßig Fischer diese Vielseitigkeit künftig nutzt, ist bislang offen.

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Der Technische Direktor Meikel Schönweitz hatte bereits bei der ursprünglichen Verpflichtung auf Nakuzolas Athletik und sein Verhalten in defensiven Zweikämpfen verwiesen. Zugleich machte er deutlich, dass der Verein den jungen Spieler noch in einer frühen Entwicklungsphase sah. Die Verpflichtung war damit zunächst auf Ausbildung und die nächsten Schritte im Herrenbereich ausgerichtet, nicht auf einen sofortigen festen Platz in der Bundesligaelf.

Nachwuchszeit bei Schalke, Oberhausen und Essen

Nakuzola, mit vollständigem Namen Rael-Tshimbela Nakuzola, wurde am 28. April 2007 geboren. Vor seinem Wechsel nach Essen durchlief er nach Angaben von Mainz 05 die Nachwuchsleistungszentren von Schalke 04 und Rot-Weiß Oberhausen. In Essen gehörte er zunächst zur U17 und später zur U19.

Das Datencenter des Deutschen Fußball-Bundes führt für ihn 25 Partien in der U17-Bundesliga West in der Saison 2023/24. In der U19 sind dort unter anderem 25 Begegnungen in der Liga B der DFB-Nachwuchsliga über die Spielzeiten 2024/25 und 2025/26 sowie ein Einsatz im DFB-Pokal der Junioren dokumentiert. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf die vom DFB ausgewiesenen Wettbewerbe und sind nicht mit sämtlichen möglichen Jugendspielen gleichzusetzen.

Bei der Bekanntgabe des bevorstehenden Wechsels im April 2026 führte Mainz zudem an, Nakuzola habe in der laufenden Saison 19 von 20 möglichen Begegnungen bestritten und zwei Tore erzielt. Diese Angabe bezog sich auf den damaligen Stand der Essener Nachwuchssaison.

Für die U18-Auswahl Niederrhein verzeichnet der DFB außerdem drei Auftritte beim Länderpokal im Oktober 2024. Das waren Einsätze einer Regionalauswahl. Spiele für eine deutsche Nachwuchsnationalmannschaft sind in seinem erfassten DFB-Profil nicht ausgewiesen.

Zwei Bundesligaeinsätze vor dem ersten Profivertrag

Die Entwicklung in Mainz verlief schneller als bei der Verpflichtung vorgesehen. Während der Sommervorbereitung erhielt Nakuzola die Gelegenheit, im Kreis der ersten Mannschaft zu trainieren und sich Trainer Fischer zu zeigen. Nach Angaben der Bundesliga kam er auch deshalb mit ins Trainingslager, weil sich andere Außenverteidiger nach ihrer Teilnahme an der Weltmeisterschaft zunächst nicht vollständig in der Vorbereitung befanden.

Seinen ersten Bundesligaauftritt absolvierte der Linksverteidiger gegen den Hamburger SV. Er wurde kurz vor dem Ende eingewechselt. Bei seiner zweiten Gelegenheit gegen Eintracht Frankfurt kam er für ungefähr eine Viertelstunde zum Zug. Damit war er bereits vor der Vertragsunterzeichnung auf höchster nationaler Vereinsebene eingesetzt worden.

Das DFB-Datencenter führt für die laufende Saison zwei Bundesligaspiele und außerdem zwei Einsätze für Mainz 05 II in der Regionalliga Südwest. Die Bilanz zeigt, dass der Wechsel zwischen der zweiten Mannschaft und dem Profikader für ihn zu Saisonbeginn bereits zur Praxis gehörte. Eine feste Rolle in der Startelf lässt sich aus diesen ersten Einsätzen allerdings nicht ableiten.

Sportdirektor Bungert und Trainer Fischer loben den 19-Jährigen

Sportdirektor Niko Bungert begründete die Vertragsunterzeichnung mit den Eindrücken aus der Vorbereitung. Nakuzola habe seine Chance „mit viel Einsatz und Mut“ genutzt. Mainz belohne damit die Fortschritte, die der Verteidiger seit seinem Wechsel aus Essen gemacht habe. Der Sportdirektor äußerte außerdem die Überzeugung, dass sich der Spieler durch seine Einstellung und seine sportlichen Voraussetzungen weitere Bundesligaminuten erarbeiten könne.

Auch Cheftrainer Urs Fischer äußerte sich am 15. Oktober auf der offiziellen Pressekonferenz zu dem Abwehrtalent. Nakuzola gewöhne sich noch an den Rhythmus auf dem höheren Niveau und versuche, ständig dazuzulernen. „Früher oder später wird er sicher seine Chance bekommen“, erklärte Fischer. Einen bestimmten Zeitpunkt oder eine feste Position in seiner Anfangsformation nannte er nicht.

Nakuzola selbst bezeichnete den Schritt zum Profivertrag als wichtigen persönlichen Erfolg. Er sei „extrem stolz und glücklich“ über die Entscheidung und wolle die tägliche Arbeit bei Mainz nutzen, um sich weiterzuentwickeln. Die Geschwindigkeit des Aufstiegs habe auch ihn überrascht. Sein erklärtes Ziel seien zusätzliche Einsatzminuten.

Mainzer Nachwuchsleistungszentrum als Sprungbrett

Der Fall passt zum Nachwuchskonzept von Mainz 05. Der Bundesligist beschreibt die U23 am Bruchweg ausdrücklich als Schnittstelle zwischen Nachwuchsleistungszentrum und erster Mannschaft. Sie spielt in der Regionalliga Südwest und soll junge Fußballer auf die Anforderungen des Profifußballs vorbereiten. Der Verein sieht dafür normalerweise eine längere Übergangsphase vor. Nakuzola hat diesen Weg in deutlich kürzerer Zeit zurückgelegt.

Anders als langjährige Mainzer Eigengewächse kam er erst 2026 von einem anderen Nachwuchsleistungszentrum zum FSV. Seine Entwicklung verdeutlicht deshalb einen weiteren Bestandteil der Personalplanung: Mainz bildet nicht ausschließlich Spieler aus den eigenen Jugendjahrgängen aus, sondern verpflichtet auch Talente, die andernorts ihre ersten Ausbildungsjahre absolviert haben.

Die Nachwuchsarbeit besitzt beim FSV eine lange Tradition. Die Mainzer U19 wurde 2009 und 2023 deutscher Meister. Aus der Ausbildung des Vereins schafften unter anderem Stefan Bell, Robin Zentner, Paul Nebel und Nelson Weiper den Weg in den Profifußball. Zuletzt führte der Klub auch Kacper Potulski und Fabio Moreno Fell aus seinem Ausbildungsbereich an die erste Mannschaft heran.

Mit dem Profivertrag setzt Mainz bei Nakuzola nun den nächsten Schritt dieser Förderung um. Die bereits absolvierten Pflichtspiele belegen den ersten Kontakt mit dem Bundesligafußball. Wie umfangreich seine Einsatzzeiten unter Fischer künftig werden, hängt von der weiteren sportlichen Entwicklung und den Entscheidungen des Trainers ab. Fest steht zunächst, dass aus dem ursprünglich für die U23 verpflichteten Linksverteidiger innerhalb weniger Monate ein Spieler mit Profivertrag geworden ist.

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