Jeder Zehnte zwischen 20 und 24 ohne Bildung oder Job

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Jeder zehnte junge Erwachsene zwischen 20 und 24 Jahren in Deutschland befand sich 2025 weder in Ausbildung oder Weiterbildung noch in Beschäftigung. Die aktuelle NEET-Quote Deutschland liegt damit bei 10,0 Prozent. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes auf Basis international vergleichbarer Statistiken. Gegenüber 2022 hat sich der Anteil erhöht. Damals lag die Quote noch bei 8,8 Prozent.

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Hinter der Abkürzung NEET steht die englische Bezeichnung Not in Employment, Education or Training. Erfasst werden junge Menschen, die weder einer Beschäftigung nachgehen noch an Bildung oder beruflicher Weiterbildung teilnehmen. Die Kennzahl unterscheidet sich damit von der klassischen Jugendarbeitslosenquote. Auch Personen, die derzeit keine Arbeit suchen und dem Arbeitsmarkt nicht unmittelbar zur Verfügung stehen, können zur NEET-Gruppe gehören.

Deutschland bleibt trotz Anstieg unter dem EU-Durchschnitt

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seinen 10,0 Prozent weiterhin unter dem Durchschnitt. Für die entsprechende Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen weist die europäische Statistik für 2025 einen EU-Wert von 12,9 Prozent aus. Besonders niedrig war der Anteil beispielsweise in den Niederlanden mit 5,6 Prozent. Auch Schweden und Tschechien lagen unter dem deutschen Wert. Deutlich höher fiel die Quote unter anderem in Rumänien aus. Dort waren 22,8 Prozent der jungen Menschen dieser Altersgruppe weder in Beschäftigung noch in Aus- oder Weiterbildung.

Die deutschen Zahlen entwickeln sich allerdings nicht in dieselbe Richtung wie der längerfristige europäische Trend. Während die NEET-Quote in der Europäischen Union in den vergangenen Jahren insgesamt gesunken ist, erhöhte sie sich in Deutschland gegenüber 2022. Der damalige Wert von 8,8 Prozent bedeutet einen Anstieg um 1,2 Prozentpunkte bis 2025. Die Entwicklung ist auch deshalb relevant, weil der Übergang zwischen Schule, Ausbildung, Studium und Beruf für die langfristige Beteiligung am Arbeitsmarkt eine wichtige Phase darstellt.

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In deutschen Großstädten liegt die Quote höher

Auffällig sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land. In Deutschland gehörten 2025 in größeren Städten 10,6 Prozent der betrachteten jungen Menschen zur NEET-Gruppe. In ländlichen Regionen waren es dagegen nur 7,9 Prozent. Damit liegt der Anteil in größeren Städten um 2,7 Prozentpunkte höher als auf dem Land.

Das deutsche Muster unterscheidet sich vom europäischen Gesamtbild. EU-weit sind junge Menschen in ländlichen Gebieten häufiger von einem NEET-Status betroffen als Menschen in Städten. Eurostat weist für die 15- bis 29-Jährigen im Jahr 2025 eine Quote von 12,2 Prozent in ländlichen Gebieten aus. In Städten waren es 10,3 Prozent, in kleineren Städten und Vororten 11,0 Prozent. Diese europäischen Werte beziehen sich allerdings auf eine breitere Altersgruppe als die aktuellen deutschen Angaben für die 20- bis 24-Jährigen und dürfen deshalb nicht unmittelbar miteinander gleichgesetzt werden.

Junge Frauen etwas häufiger betroffen als Männer

Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede. Unter den 20- bis 24-jährigen Frauen in Deutschland lag die NEET-Quote 2025 bei 10,5 Prozent. Bei den gleichaltrigen Männern waren es 9,6 Prozent. Der Abstand beträgt damit 0,9 Prozentpunkte. Ein NEET-Status sagt allerdings allein noch nichts darüber aus, weshalb sich eine Person außerhalb von Beschäftigung und Bildung befindet.

Die Gruppe umfasst unterschiedliche Lebenssituationen. Dazu gehören Erwerbslose, die aktiv nach einer Stelle suchen, ebenso wie Menschen, die dem Arbeitsmarkt aktuell nicht zur Verfügung stehen. Auch Übergangszeiten vor der Aufnahme eines Studiums, einer Ausbildung oder einer Beschäftigung können erfasst werden. Eine pauschale Gleichsetzung der NEET-Quote mit Arbeitslosigkeit wäre deshalb falsch.

Nicht alle Betroffenen suchen aktuell eine Stelle

Frühere Auswertungen für Deutschland zeigen, wie unterschiedlich die Situationen innerhalb dieser Gruppe sind. Im nationalen Bildungsbericht wurde für die untersuchte NEET-Gruppe ausgewiesen, dass etwa ein Viertel der Betroffenen arbeitssuchend war. Rund ein Zehntel stand kurz vor dem Beginn eines Studiums, einer Ausbildung oder einer Beschäftigung. Ein deutlich größerer Teil stand dem Arbeitsmarkt zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung.

Als Gründe für eine fehlende unmittelbare Arbeitsmarktverfügbarkeit wurden unter anderem Betreuungspflichten und gesundheitliche Einschränkungen erfasst. Diese statistischen Kategorien erklären jedoch nicht jeden einzelnen Fall. Die NEET-Quote ist deshalb vor allem ein Indikator dafür, wie groß der Anteil junger Menschen ist, der sich zu einem bestimmten Zeitpunkt außerhalb von Bildung und Erwerbsarbeit befindet.

NEET-Quote ergänzt die klassische Arbeitslosenstatistik

Für die Bewertung der Lage junger Menschen liefert der Indikator eine andere Perspektive als die Arbeitslosenquote. Wer beispielsweise keine Stelle hat, aber studiert oder eine Ausbildung absolviert, zählt nicht zur NEET-Gruppe. Umgekehrt können Menschen als NEET erfasst werden, obwohl sie nicht als arbeitslos gelten, weil sie momentan keine Beschäftigung suchen oder nicht kurzfristig für den Arbeitsmarkt verfügbar sind.

Die aktuellen Zahlen zeigen damit zwei Entwicklungen zugleich. Deutschland weist bei den 20- bis 24-Jährigen weiterhin eine niedrigere NEET-Quote als die Europäische Union insgesamt auf. Gleichzeitig ist der Anteil hierzulande gegenüber 2022 gestiegen. Hinzu kommt ein für Deutschland auffälliges Stadt-Land-Gefälle: In größeren Städten ist der Anteil junger Menschen außerhalb von Bildung und Beschäftigung merklich höher als in ländlichen Gebieten.

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