Rheinmetall und Nel wollen Kraftstoffe künftig vor Ort produzieren

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA und der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall prüfen eine Zusammenarbeit bei der Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Beide Unternehmen haben am Dienstag, 13. Oktober 2026, eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Treibstoffe künftig dezentral und unabhängig von langen Lieferketten produzieren lassen. An der Börse sorgte die Ankündigung für Aufmerksamkeit. Die Nel-Aktie legte im Vormittagshandel deutlich zu.

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Nel und Rheinmetall setzen auf dezentrale Kraftstoffproduktion

Die geplante Zusammenarbeit verbindet die Elektrolysetechnik von Nel mit dem Konzept Giga PtX von Rheinmetall. Ziel ist es, synthetische Kraftstoffe mithilfe von erneuerbarem Wasserstoff möglichst nahe an ihrem späteren Einsatzort herzustellen. Die Unternehmen sehen mögliche Anwendungen insbesondere bei Streitkräften und beim Betrieb kritischer Infrastruktur.

Nel soll die Technologie zur Wasserstofferzeugung beisteuern. Rheinmetall bringt seine Erfahrung bei der Integration komplexer technischer Anlagen und der Entwicklung strategischer Infrastruktur ein. Die Kraftstoffe sollen herkömmliche Produkte ersetzen können, ohne dass bestehende Fahrzeuge oder andere Verbraucher technisch angepasst werden müssen.

Ein Schwerpunkt der geplanten Zusammenarbeit liegt zunächst auf Norwegen. Dort sollen beide Unternehmen untersuchen, welche Standorte geeignet sind und welche Voraussetzungen für eine dezentrale Produktion erfüllt werden müssen. Neben der Verfügbarkeit erneuerbaren Stroms spielen die benötigte Infrastruktur und geeignete Kohlendioxidquellen eine Rolle.

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Auch mögliche Pilotanlagen gehören zu den Überlegungen. Die Vereinbarung ist allerdings rechtlich nicht bindend. Weder ein konkreter Standort noch ein Investitionsvolumen oder ein Zeitplan für den Produktionsbeginn wurden bekanntgegeben.

Rheinmetalls Giga PtX soll E-Fuels unabhängig von Raffinerien herstellen

Hinter der Kooperation steht ein Konzept, das Rheinmetall bereits im Juni 2026 auf der Rüstungsmesse Eurosatory vorgestellt hatte. Giga PtX sieht ein Netz kleinerer Produktionsanlagen vor, die synthetische Kraftstoffe aus Wasser, Kohlendioxid und erneuerbarem Strom erzeugen sollen.

Der benötigte Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse. Dabei wird Wasser mithilfe elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Anschließend lässt sich Wasserstoff zusammen mit Kohlendioxid zu synthetischen Kohlenwasserstoffen weiterverarbeiten.

Nach den bisherigen Planungen von Rheinmetall sollen einzelne Anlagen jährlich etwa 5.000 bis 7.000 Tonnen Kraftstoff produzieren können. Als mögliche Produkte nennt das Unternehmen unter anderem Diesel, Kerosin und Schiffsdiesel. Für eine Anlage sieht das Konzept eine Fläche von ungefähr 100 mal 150 Metern vor.

Diese Angaben beschreiben die geplante Giga-PtX-Technologie insgesamt. Sie sind keine bestätigten Produktionsmengen für ein gemeinsames Projekt mit Nel.

Der dezentrale Aufbau soll die Abhängigkeit von großen Raffinerien und internationalen Transportwegen verringern. Eine besondere Rolle spielt dabei die Versorgungssicherheit militärischer Einrichtungen in Krisen und Konflikten.

Rheinmetall arbeitet bereits mit ITM Power zusammen

Die neue Vereinbarung mit Nel ist nicht Rheinmetalls erste Partnerschaft im Bereich synthetischer Kraftstoffe. Bereits am 17. April 2026 kündigte der deutsche Konzern eine strategische Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen ITM Power an.

Auch diese Kooperation ist Teil des Giga-PtX-Konzepts. Nach den damaligen Angaben soll zunächst der britische Markt im Mittelpunkt stehen. Langfristig sieht das Konzept mehrere Hundert dezentrale Anlagen in Europa vor, die unter anderem die Kraftstoffversorgung der NATO-Streitkräfte unterstützen könnten.

Für einzelne Anlagen wurde dabei eine Elektrolyseleistung von bis zu 50 Megawatt genannt. Die jährliche Produktionskapazität soll ebenfalls bei etwa 5.000 bis 7.000 Tonnen synthetischem Kraftstoff liegen.

Die Zusammenarbeit mit Nel erweitert damit Rheinmetalls Partnernetzwerk um einen weiteren Wasserstofftechnologieanbieter. Während ITM Power zunächst auf Großbritannien ausgerichtet ist, steht bei Nel Norwegen im Vordergrund. Ein exklusiver Anspruch eines Unternehmens auf das gesamte Giga-PtX-Projekt wurde nicht bekanntgegeben.

Nel-Aktie steigt am Dienstag um mehr als acht Prozent

An der Börse reagierte die Nel-Aktie am Dienstag mit deutlichen Kursgewinnen. An der Osloer Börse notierte das Papier laut MarketScreener am 13. Oktober 2026 um 11:10 Uhr bei 2,17 norwegischen Kronen. Das entsprach einem Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.

Auch im deutschen Handel zeigte sich eine kräftige Bewegung. Auf Tradegate erreichte die Aktie laut finanzen.net um 9:21 Uhr einen Kurs von 0,204 Euro und lag damit 8,4 Prozent im Plus.

Die Kursgewinne fielen zeitlich mit der Bekanntgabe der Zusammenarbeit zusammen. Ob die Vereinbarung allein für den Anstieg verantwortlich war, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Eine wesentliche Einschränkung bleibt der bisherige Charakter der Partnerschaft. Die Absichtserklärung legt noch keine verbindlichen Liefermengen, Auftragswerte oder Investitionen fest. Ob aus der Zusammenarbeit tatsächlich neue Umsätze für Nel entstehen, hängt von weiteren Vereinbarungen und der wirtschaftlichen Umsetzung ab.

Nel legt am 15. Oktober neue Quartalszahlen vor

Für Nel steht bereits der nächste Unternehmenstermin an. Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, will der norwegische Konzern seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Eine anschließende Präsentation der Ergebnisse ist ebenfalls angekündigt.

Zuletzt hatte Nel für das zweite Quartal 2026 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen von 153 Millionen norwegischen Kronen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach das einem Rückgang um zwölf Prozent.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, kurz EBITDA, lag bei minus 155 Millionen Kronen. Darin enthalten war eine Belastung von 70 Millionen Kronen im Zusammenhang mit einem Vergleich mit dem Unternehmen Iwatani. Gleichzeitig stieg der Auftragseingang auf 230 Millionen Kronen. Der Auftragsbestand belief sich zum Quartalsende auf rund 1,21 Milliarden Kronen.

Mit der neuen Rheinmetall-Vereinbarung erweitert Nel seinen möglichen Einsatzbereich im Verteidigungs- und Energiesicherheitssektor. Wie sich das Geschäft im dritten Quartal tatsächlich entwickelt hat, werden erst die anstehenden Zahlen zeigen. Die Vereinbarung mit Rheinmetall enthält bislang keine bezifferten zusätzlichen Umsätze.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu