
Netflix hat im dritten Quartal 2026 Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Der US-Streamingkonzern erwirtschaftete einen Umsatz von rund 12,87 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 3,66 Milliarden Dollar. Trotz der höheren Profitabilität geriet die Aktie am Dienstagabend, 20. Oktober, nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen unter Druck. Ausschlaggebend waren vor allem die Erwartungen für das Schlussquartal und eine niedrigere Umsatzprognose für das Werbegeschäft.
Die Quartalszahlen von Netflix zeigen, dass der Streaminganbieter weiterhin wächst, allerdings langsamer als in den vergangenen Quartalen. Der Umsatz erreichte zwischen Juli und September 12,874 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg um 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als Netflix 11,51 Milliarden Dollar umgesetzt hatte. Im zweiten Quartal 2026 hatte das Umsatzwachstum noch bei 13,4 Prozent gelegen.
Der Nettogewinn erhöhte sich von 2,55 Milliarden auf 3,66 Milliarden Dollar und damit um rund 44 Prozent. Das operative Ergebnis stieg um 37 Prozent auf 4,46 Milliarden Dollar. Besonders deutlich verbesserte sich die operative Marge von 28,2 auf 34,6 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens übertraf sie die eigene Prognose vor allem wegen der zeitlichen Verteilung von Ausgaben. Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 0,87 Dollar nach 0,59 Dollar ein Jahr zuvor. Damit lag Netflix über der durchschnittlichen Analystenerwartung von 0,82 Dollar.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwartet Netflix weiterhin einen Umsatz von rund 51,1 Milliarden Dollar. Dies würde einem Wachstum von etwa 13 Prozent entsprechen. Die erwartete operative Marge liegt bei 31,5 Prozent. Allerdings fällt die Umsatzprognose geringfügig niedriger aus als der Mittelwert der bisherigen Zielspanne.
Deutlicher ist die Anpassung beim Werbegeschäft. Netflix rechnet für 2026 nur noch mit etwa 2,7 Milliarden Dollar Werbeerlösen, nachdem zuvor rund 3 Milliarden Dollar erwartet worden waren. Das entspricht einer Senkung um rund zehn Prozent. Als Grund nennt das Unternehmen die langsamere Einführung bestimmter Funktionen seiner Werbeplattform. Die Einnahmen aus Abonnements entwickelten sich dagegen besser als ursprünglich angenommen.
Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert Netflix einen Umsatz von 13,442 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn soll nach Unternehmensangaben bei rund 2,79 Milliarden Dollar liegen, der verwässerte Gewinn je Aktie bei 0,67 Dollar. Analysten hatten nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG im Durchschnitt mit einem Gewinn je Aktie von 0,73 Dollar gerechnet. Auch der erwartete Nettogewinn bleibt damit unter den Markterwartungen. Netflix kalkuliert für das Schlussquartal mit einer operativen Marge von 26 Prozent. Darin berücksichtigt das Unternehmen zusätzliche Belastungen durch den angekündigten Personalabbau.
An der Börse überwogen zunächst die negativen Reaktionen auf den Ausblick. Die Netflix-Aktie verlor am Dienstag nach US-Börsenschluss zeitweise rund sechs Prozent. Dies berichtete Business Insider am 20. Oktober gegen 22.08 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Die nachbörsliche Kursbewegung ist eine erste Marktreaktion und noch kein regulärer Schlusskurs für den folgenden Handelstag.
Die Quartalszahlen fallen in eine Phase größerer Veränderungen beim Streaminganbieter. Netflix kündigte im Oktober den Abbau von rund 1.000 Arbeitsplätzen an. Dies entspricht etwa sechs Prozent der weltweiten Belegschaft. Gleichzeitig wurde die Führung des Programmbereichs neu organisiert. Peter Rice, der zuvor unter anderem für Disney und Fox tätig war, übernimmt die Verantwortung für die Inhalte. Die bisherige Programmchefin Bela Bajaria scheidet aus ihrer bisherigen Funktion aus. Auch Filmchef Dan Lin verlässt das Unternehmen.
Netflix steht weiterhin im Wettbewerb mit kostenpflichtigen Streamingdiensten wie Disney+ und Amazon Prime Video. Zugleich konkurriert der Konzern um die Aufmerksamkeit der Zuschauer mit kostenlosen Videoplattformen wie YouTube. Neben eigenen Serien und Filmen setzt Netflix deshalb verstärkt auf Liveveranstaltungen, zusätzliche Lizenzinhalte und Kooperationen mit anderen Medienunternehmen. Für das vierte Quartal hat der Konzern unter anderem weitere Serienfortsetzungen und Sportübertragungen angekündigt. Die wirtschaftliche Entwicklung hängt damit nicht nur von steigenden Abonnementpreisen ab, sondern zunehmend auch vom Ausbau zusätzlicher Erlösquellen.
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