
Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX hat im dritten Quartal 2026 einen deutlichen Umsatzsprung und einen Milliardengewinn erzielt. Wie das Unternehmen am Dienstag, 20. Oktober, nach dem amerikanischen Börsenschluss mitteilte, stiegen die Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 161 Prozent auf 14,6 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich erreichte SpaceX einen Nettogewinn von 4,4 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal 2025 hatte noch ein Verlust von rund 1,1 Milliarden Dollar gestanden.
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Geschäft mit künstlicher Intelligenz. Erstmals erwirtschaftete die KI-Sparte mehr Umsatz als das bislang dominierende Satelliteninternetgeschäft rund um Starlink. Damit verändert sich die wirtschaftliche Struktur des von Elon Musk geführten Unternehmens erheblich. Seit Juni 2026 ist SpaceX unter dem Börsenkürzel SPCX an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq notiert.
Mit einem Quartalsumsatz von 14,575 Milliarden Dollar übertraf SpaceX die Erwartungen der Finanzanalysten. Nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG hatten diese durchschnittlich mit rund 12,72 Milliarden Dollar gerechnet. Das operative Ergebnis erreichte 2,79 Milliarden Dollar, nachdem im entsprechenden Vorjahresquartal ein operativer Verlust von 273 Millionen Dollar angefallen war. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 0,35 Dollar. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich auf rund 8,8 Milliarden Dollar.
Der Gewinn markiert zugleich eine wichtige Veränderung seit dem Börsengang im Juni. Noch im zweiten Quartal hatte SpaceX einen Nettoverlust von 541 Millionen Dollar ausgewiesen. Allerdings bleibt die finanzielle Belastung durch den Ausbau der Infrastruktur erheblich. Die Investitionsausgaben erreichten zwischen Juli und September rund 19,6 Milliarden Dollar und lagen damit deutlich über dem Quartalsumsatz. Für die ersten neun Monate 2026 weist der Konzern weiterhin einen Nettoverlust von 413 Millionen Dollar aus.
Das KI-Geschäft von SpaceX entwickelte sich im dritten Quartal zum größten Umsatzbereich. Die inzwischen als Super Intelligence bezeichnete Sparte erwirtschaftete 7,56 Milliarden Dollar, nach 813 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Wachstum von 830 Prozent. Neben eigenen KI-Anwendungen wie Grok profitiert der Konzern insbesondere von Verträgen über die Bereitstellung von Rechenkapazitäten und Cloud-Infrastruktur. Hinzu kommt die Übernahme des Softwareunternehmens Cursor, die SpaceX im August 2026 abschloss. Cursor steuerte bis Ende September nach Unternehmensangaben 608 Millionen Dollar zum Konzernumsatz bei.
Auch das Geschäft mit Satellitenkommunikation wuchs deutlich. Der Bereich Connectivity, zu dem Starlink gehört, erzielte einen Umsatz von 5,25 Milliarden Dollar und damit 69 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das operative Segmentergebnis erreichte rund 2,37 Milliarden Dollar. Ende September zählte SpaceX 13,6 Millionen Starlink-Privatkundenverträge, gegenüber zwölf Millionen Ende Juni. Zusätzlich bedient der Konzern Unternehmenskunden, Fluggesellschaften und staatliche Auftraggeber. Die durchschnittlichen monatlichen Einnahmen je Privatkundenvertrag erreichten 69 Dollar, nach 83 Dollar im Vorjahresquartal.
Trotz des Gewinnsprungs bleibt der Kapitalbedarf hoch. Allein im KI-Segment investierte SpaceX im dritten Quartal etwa 16,4 Milliarden Dollar. Der Konzern erweitert insbesondere seine Rechenzentrumsinfrastruktur. Die installierte Rechenleistung, gemessen an der vorgesehenen elektrischen Anschlusskapazität, stieg bis Ende September auf 1,7 Gigawatt. Gleichzeitig verbesserte sich das operative Ergebnis der KI-Sparte auf 431 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von rund 1,72 Milliarden Dollar angefallen war.
Im klassischen Raumfahrtgeschäft erzielte SpaceX 1,77 Milliarden Dollar Umsatz. Dabei blieb das operative Segmentergebnis mit einem Verlust von sieben Millionen Dollar leicht negativ. Das Unternehmen absolvierte im dritten Quartal insgesamt 35 Raketenstarts und brachte bei einem Starship-Flug nach eigenen Angaben 26 neue Starlink-Satelliten ins All. Für den weiteren Ausbau des Mobilfunkgeschäfts vereinbarte SpaceX zudem im Oktober den Erwerb zusätzlicher Funkfrequenzen. Der Abschluss wird vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen für das erste Halbjahr 2027 angestrebt. Eine neue konkrete Umsatz- oder Gewinnprognose für das vierte Quartal enthielt die veröffentlichte Ergebnismitteilung nicht.
An der Börse lösten die besser als erwarteten Zahlen zunächst keine größere Kursbewegung aus. Die SpaceX-Aktie hatte den regulären US-Handel am Dienstag, 20. Oktober 2026, um 16 Uhr New Yorker Zeit nach Daten von ChartExchange bei 147,89 Dollar beendet. Das entsprach einem leichten Rückgang von etwa 0,05 Prozent gegenüber dem Vortag. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen bewegte sich der Kurs im nachbörslichen Handel laut MarketWatch zunächst kaum.
Seit dem Börsengang im Juni steht SpaceX damit verstärkt unter dem Einfluss der Erwartungen öffentlicher Aktionäre. Der deutliche Umsatzanstieg und die erstmals positive operative Entwicklung im KI-Segment zeigen, dass sich das Geschäft über Raketenstarts und Satelliteninternet hinaus erweitert. Gleichzeitig machen die Investitionen von knapp 20 Milliarden Dollar innerhalb eines Quartals deutlich, wie kapitalintensiv diese Expansion ist. Entscheidend für die weitere Geschäftsentwicklung wird sein, ob SpaceX das Wachstum seiner KI-Infrastruktur mit dauerhaft positiven Ergebnissen und ausreichenden Zahlungsmittelzuflüssen verbinden kann.
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