
Die Nike-Aktie bleibt an der Wall Street unter Druck. Am Freitag, 4. September 2026, lag der Schlusskurs im regulären Handel an der New York Stock Exchange bei 38,40 US-Dollar und damit rund ein Prozent unter dem Vortag. Das Tagestief lag bei 37,98 Dollar. Das ausgewiesene 52-Wochen-Tief lag bei 37,95 Dollar. Einen neuen Jahrestiefststand erreichte die Aktie damit am Freitag nicht, sie bewegte sich aber nur wenige Cent darüber. Stand der Kursangabe ist der reguläre Handelsschluss am 4. September um 16 Uhr US-Ostküstenzeit, Kursquelle ist Public.com.
Der längerfristige Kursverlauf zeigt die Dimension des Rückgangs. Am letzten Handelstag des Jahres 2025 hatte die Nike-Aktie bei 63,71 Dollar geschlossen. Gegenüber diesem Wert lag das Minus bis Freitag bei knapp 40 Prozent. Für den Sportartikelkonzern rücken damit die Frage nach einer nachhaltigen Geschäftserholung und der für November geplante Investor Day stärker in den Mittelpunkt.
Ein wesentlicher Schwachpunkt in Nikes Geschäft bleibt Greater China. Im Geschäftsjahr 2026, das am 31. Mai endete, lag der Umsatz dort bei 5,847 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren es 6,586 Milliarden Dollar gewesen. Der Rückgang lag damit auf berichteter Basis bei 11 Prozent und währungsbereinigt bei 13 Prozent.
Im Schlussquartal verschärfte sich die Entwicklung. Der China-Umsatz lag bei 1,297 Milliarden Dollar nach 1,476 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Das entsprach einem Minus von 12 Prozent auf berichteter und 17 Prozent auf währungsbereinigter Basis. Auch das operative Ergebnis der Region ging zurück. Das EBIT in Greater China lag im gesamten Geschäftsjahr bei 1,278 Milliarden Dollar nach 1,602 Milliarden Dollar im Vorjahr, ein Rückgang von 20 Prozent.
Besonders deutlich war die Schwäche im digitalen Geschäft. Im Geschäftsjahr gingen die währungsbereinigten Erlöse von Nike Direct in Greater China um 12 Prozent zurück. Die digitalen Verkäufe sanken dabei um 29 Prozent, während die Umsätze der eigenen Geschäfte um 4 Prozent zurückgingen. Auch im Großhandel lagen die Erlöse währungsbereinigt 14 Prozent niedriger. Damit lässt sich die Entwicklung nicht allein mit Wechselkurseffekten erklären.
Auf Konzernebene fiel die Bilanz weniger schwach aus. Der Gesamtumsatz lag im Geschäftsjahr 2026 bei 46,398 Milliarden Dollar nach 46,309 Milliarden Dollar im Vorjahr. Auf berichteter Basis blieb er damit praktisch unverändert, währungsbereinigt ging er um 2 Prozent zurück. Der Nettogewinn lag bei 3,108 Milliarden Dollar und damit 3 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Gleichzeitig gibt es Bereiche, in denen Nikes Umbau Fortschritte zeigt. Die weltweiten Großhandelsumsätze lagen bei 27,5 Milliarden Dollar. Das waren 6 Prozent mehr auf berichteter und 4 Prozent mehr auf währungsbereinigter Basis. Nike Direct entwickelte sich dagegen schwächer. Dort lag der Jahresumsatz bei 17,7 Milliarden Dollar, 6 Prozent weniger auf berichteter Basis und 8 Prozent weniger bei konstanten Wechselkursen.
Auch regional ist das Bild unterschiedlich. Nordamerika erreichte im Geschäftsjahr einen Umsatz von 20,511 Milliarden Dollar und damit ein Plus von 5 Prozent. Nike verwies zudem auf fünf aufeinanderfolgende Quartale mit zweistelligem Wachstum im Laufsegment. Nach Unternehmensangaben wuchs dieses Geschäft innerhalb dieses Zeitraums um rund eine Milliarde Dollar.
Konzernchef Elliott Hill arbeitet seit seiner Rückkehr an die Unternehmensspitze im Oktober 2024 an einem breiteren Umbau. Nike richtet Strukturen wieder stärker an einzelnen Sportarten aus, entwickelt neue Produkte und baut zugleich Beziehungen zu Großhandelspartnern aus. In Greater China verfolgt das Unternehmen einen stärker lokal ausgerichteten Ansatz bei Produkten, Vertrieb und Marketing. Zudem soll älterer Warenbestand aus den Vertriebskanälen reduziert werden.
Der chinesische Markt bleibt für internationale Sportartikelhersteller anspruchsvoll. Neben Adidas und anderen globalen Anbietern treffen sie dort auf starke heimische Marken wie Anta und Li Ning. Nike hatte bereits in den vergangenen Quartalen mit fallenden Erlösen in Greater China zu kämpfen. Das Unternehmen will seine Position unter anderem mit stärker lokal entwickelten Angeboten und einer gezielteren Steuerung des Vertriebs verbessern.
Kurzfristig hat Nike weiterhin keinen Wachstumsschub in Aussicht gestellt. Das Management erwartet für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Auch für das erste Quartal wurde ein Rückgang in dieser Größenordnung in Aussicht gestellt. Dabei handelt es sich um eine Unternehmensprognose, deren tatsächliches Ergebnis von der weiteren Nachfrage und anderen wirtschaftlichen Faktoren abhängt.
Die nächsten Quartalszahlen sollen am 1. Oktober nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden. Damit erhält der Markt bereits vor dem Investor Day einen neuen Einblick in die Entwicklung von Umsatz, Margen, China-Geschäft und Warenbeständen.
Der Investor Day selbst ist für den 16. und 17. November vorgesehen. Nike hat angekündigt, dort die nächste Phase seiner Wachstumsstrategie vorzustellen. Welche konkreten mehrjährigen Umsatz-, Margen- oder Ergebnisziele das Unternehmen dabei nennen wird, ist bislang nicht offiziell festgelegt worden. Entsprechend sollten Erwartungen einzelner Analysten an bestimmte Zielwerte nicht mit einer Prognose des Konzerns gleichgesetzt werden.
Die Veranstaltung findet zudem unter einer veränderten Finanzführung statt. David Denton übernahm im August das Amt des Finanzchefs von Matthew Friend. Friend blieb während der Übergangsphase noch bis zum 4. September im Unternehmen. Denton war zuvor unter anderem Finanzchef von Pfizer und Lowe’s.
Damit treffen beim Investor Day mehrere zentrale Themen zusammen. Nike muss erläutern, wie aus Fortschritten im Laufgeschäft und im Großhandel wieder breiteres Umsatzwachstum entstehen soll, wie sich das Geschäft in China stabilisieren lässt und welchen finanziellen Rahmen der Konzern für die kommenden Jahre anlegt. Der Aktienkurs nahe dem 52-Wochen-Tief zeigt, dass die bisherigen Fortschritte am Kapitalmarkt bislang nicht ausreichen, um die Zweifel an der Geschwindigkeit des Umbaus deutlich zu verringern.
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