
Werder Bremen muss für mehrere Monate auf Justin Njinmah verzichten. Der 25 Jahre alte Offensivspieler hat sich eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen. Der Bundesligist bestätigte die Diagnose am Dienstag, 1. September 2026, nach einer MRT-Untersuchung. Damit verliert Werder kurz nach dem ebenfalls langfristigen Ausfall von Mittelfeldspieler Jens Stage einen weiteren Spieler für einen erheblichen Teil der kommenden Monate.
Erste konkrete Hinweise auf einen längeren Ausfall hatte am Dienstagnachmittag die DeichStube veröffentlicht. Das Bremer Fußballportal berichtete zunächst unter Berufung auf eigene Informationen, dass Njinmah mindestens mehrere Wochen und möglicherweise deutlich länger fehlen werde. Zu diesem Zeitpunkt war die genaue Verletzung dort noch nicht benannt.
Wenig später folgte die offizielle Bestätigung des Vereins. Nach Angaben von Werder ergab eine MRT-Untersuchung am Dienstagvormittag, dass sich Njinmah eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen hat. Die Blessur entstand nach Vereinsangaben beim vorausgegangenen Bundesliga-Auftritt in Freiburg. Einen konkreten Termin für eine Rückkehr nannte Werder nicht. Der Verein erklärte lediglich, dass der Angreifer in den kommenden Monaten fehlen werde.
Peter Niemeyer, Leiter Profifußball bei Werder Bremen, sagte dazu: „Das ist für Justin und für uns eine bittere Nachricht. Wir wünschen ihm eine schnelle Genesung und werden ihn in seinem Rehaprozess bestmöglich unterstützen.“
Damit steht fest: Justin Njinmah fällt mehrere Monate aus. Eine genauere zeitliche Prognose, etwa ein mögliches Comeback noch vor dem Jahreswechsel, veröffentlichte der Verein für den Stürmer zunächst nicht.
Njinmah wurde am 15. November 2000 in Hamburg geboren und ist 25 Jahre alt. Werder führt ihn als Angriffsspieler. Seine fußballerische Ausbildung begann unter anderem beim Eimsbütteler TV, ehe er 2018 in den Nachwuchs von Holstein Kiel wechselte. Im Sommer 2021 schloss er sich Werder Bremen an und spielte zunächst für die zweite Mannschaft.
Anfang 2022 verlieh Bremen ihn für anderthalb Jahre an Borussia Dortmund II. Für die Dortmunder Reserve sammelte Njinmah in der 3. Liga umfangreiche Spielpraxis. Während dieser Leihe kam er im September 2022 zudem erstmals für die Bundesliga-Mannschaft des BVB zum Einsatz. Im Sommer 2023 kehrte er nach Bremen zurück und wurde anschließend dauerhaft Bestandteil des Profikaders.
In der Bundesliga-Saison 2025/26 absolvierte Njinmah nach Daten des Deutschen Fußball-Bundes 33 Spiele für Werder. Dabei erzielte er fünf Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. Der DFB weist für die Spielzeit acht Siege, sieben Unentschieden und 18 Niederlagen in seinen Einsätzen aus. Für die aktuelle Einordnung entscheidend sind vor allem die offensiven Werte: Njinmah gehörte mit 33 Ligaeinsätzen regelmäßig zum Bremer Aufgebot.
Für die Kaderplanung fällt die Verletzung in eine ohnehin schwierige Phase. Bereits am 30. August hatte Werder bekannt gegeben, dass Jens Stage ebenfalls mehrere Monate fehlen wird. Der dänische Mittelfeldspieler zog sich nach Vereinsangaben eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel zu. Trainer Daniel Thioune erklärte damals, Werder rechne bei Stage nicht mit einer Rückkehr auf den Platz im Jahr 2026.
Darüber hinaus befanden sich zuletzt Felix Agu wegen einer Muskelverletzung im Bereich der Wade, Keke Topp nach einem Kreuzbandriss und Oskar Wójcik aufgrund muskulärer Probleme in der Rehabilitation. Niklas Stark hatte vor dem Saisonauftakt außerdem Trainingsrückstand. Diese Angaben stammen aus dem offiziellen Personalstand des Vereins vom vergangenen Wochenende.
Njinmahs Ausfall betrifft vor allem die offensive Flexibilität des Kaders. Zusätzlich verließ Samuel Mbangula Werder am 1. September auf Leihbasis in Richtung FC Bologna. Für den Belgier vereinbarten die Vereine eine Kaufoption. Mbangula war in der vergangenen Saison in 27 Pflichtspielen auf drei Tore und vier Vorlagen gekommen.
Am letzten Tag des Sommertransferfensters nahm Werder zwar weitere Veränderungen am Kader vor, verpflichtete aber keinen ausgewiesenen direkten Ersatz für Njinmah. Youri Regeer verstärkte das Mittelfeld, während Moussa Ndiaye und Arthur zusätzliche Optionen für die Defensive darstellen. Gleichzeitig wurden Mbangula und Patrice Čović verliehen.
Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz erklärte am Abend des Deadline Days, Werder habe zunächst nicht mit einer derart schweren Verletzung Njinmahs gerechnet. Erst innerhalb der vorausgegangenen 24 Stunden habe sich die Einschätzung verschlechtert. Einen Spieler könne man nach einer Verletzung zudem nicht einfach eins zu eins ersetzen.
Fritz verwies zugleich auf die Vielseitigkeit des vorhandenen Personals. Nach seiner Darstellung ist jede Position im Kader mindestens doppelt besetzt, mehrere Spieler könnten zudem auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt werden. In der Offensive habe sich Werder im Verlauf der Transferperiode neue Möglichkeiten geschaffen. Der Verein entschied sich deshalb trotz des kurzfristig bestätigten Njinmah-Ausfalls gegen eine weitere offensive Verpflichtung am Dienstag.
Für Bremen beginnt damit eine längere Phase ohne einen Angreifer, der in den vergangenen Jahren vor allem durch Tempo und seine Einsatzmöglichkeiten auf mehreren offensiven Positionen zum festen Bestandteil des Profikaders geworden ist. Wann Njinmah wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, ließ Werder am Dienstag offen.
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