Nordex meldet kräftiges Auftragsplus und überzeugt an der Börse

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Windkraftanlagenhersteller Nordex hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Bestellungen erhalten als im Vorjahr. Vor allem Projekte in der Türkei, Deutschland und den USA sorgen für Wachstum. An der Börse wurden die neuen Zahlen positiv aufgenommen. Allerdings ist der durchschnittliche Verkaufspreis je Megawatt im Quartalsvergleich gesunken.

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Nordex steigert Auftragseingang um fast 30 Prozent

Der Hamburger Windkraftanlagenhersteller Nordex hat zwischen Juli und September 2026 Bestellungen über eine Gesamtleistung von 2.810 Megawatt erhalten. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 2.170 Megawatt. Damit stieg der Auftragseingang im Projektgeschäft um 29,5 Prozent, wie das Unternehmen am Montag, 12. Oktober 2026, bekannt gab.

Auch über die ersten neun Monate des Jahres fällt die Bilanz positiv aus. Insgesamt verbuchte Nordex Aufträge über 7.733 Megawatt, nachdem es im gleichen Zeitraum 2025 noch 6.661 Megawatt gewesen waren. Das entspricht einem Wachstum von 16,1 Prozent.

Allein im dritten Quartal bestellten Kunden 427 Windkraftanlagen für Projekte in zehn Ländern. Die Zahlen beziehen sich auf neue Anlagen im Projektgeschäft. Das Servicegeschäft ist darin nicht enthalten.

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Türkei und USA werden für Nordex immer wichtiger

Das internationale Geschäft gewinnt für Nordex zunehmend an Bedeutung. Besonders stark entwickelte sich im dritten Quartal die Nachfrage aus der Türkei. Dort erhielt der Konzern Bestellungen mit einer Leistung von mehr als 900 Megawatt. Damit war das Land der größte Einzelmarkt im Berichtszeitraum.

Auch die Vereinigten Staaten tragen erheblich zum Wachstum bei. Seit Jahresbeginn summieren sich die dort gewonnenen Aufträge auf mehr als 1,3 Gigawatt. Deutschland gehört weiterhin zu den wichtigsten Absatzmärkten des Unternehmens.

Nordex-Chef José Luis Blanco sieht in der regional breiteren Auftragsverteilung eine wichtige Entwicklung. Das Unternehmen erwartet, künftig einen noch größeren Anteil seiner Bestellungen außerhalb der bisherigen europäischen Kernmärkte zu gewinnen.

Nordex-Aktie gewinnt an der Börse fast vier Prozent

An der Börse sorgten die neuen Geschäftszahlen für steigende Kurse. Die Nordex-Aktie legte am Montag im Xetra-Handel um 3,9 Prozent auf 36,80 Euro zu. Am Freitag hatte sie noch bei 35,42 Euro geschlossen.

Damit setzte das Papier seine Erholung fort. In der vorherigen Handelswoche war die Aktie zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Ende Februar gefallen. Die neuen Auftragszahlen sorgten nun für zusätzliche Zuversicht unter Anlegern.

Durchschnittlicher Verkaufspreis leicht gesunken

Trotz des kräftigen Auftragswachstums zeigt sich bei den Verkaufspreisen eine gegenläufige Entwicklung. Nordex erzielte im dritten Quartal 2026 einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 900.000 Euro je Megawatt Anlagenleistung. Im Vorjahresquartal waren es noch 930.000 Euro gewesen.

Das Unternehmen führt den Unterschied vor allem auf die Größen der einzelnen Projekte und die regionale Zusammensetzung der Bestellungen zurück. Insgesamt bezeichnet Nordex das Preisumfeld weiterhin als stabil.

Über die ersten neun Monate des Jahres betrachtet entwickelte sich der durchschnittliche Verkaufspreis dagegen leicht positiv. Er stieg von 920.000 auf 930.000 Euro je Megawatt.

Die neuen Bestellungen verbessern die Grundlage für das künftige Geschäft. Wie stark sich die Aufträge später auf Umsatz und Gewinn auswirken, hängt jedoch auch von ihrer Umsetzung und den damit verbundenen Kosten ab.

Windkraftbranche zwischen Wachstum und Herausforderungen

Die Geschäftsentwicklung von Nordex fällt in eine Phase, in der der Ausbau der Windenergie international voranschreitet, die Nachfrage nach neuen Anlagen jedoch regional unterschiedlich ausfällt.

Nach Angaben des Branchenverbands WindEurope wurden im ersten Halbjahr 2026 europaweit neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 8,8 Gigawatt installiert. Davon entfielen 7,1 Gigawatt auf die Europäische Union. Deutschland war mit rund 3,4 Gigawatt neu installierter Leistung der größte europäische Markt.

Gleichzeitig gingen die festen Turbinenbestellungen in Europa im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 10,6 Gigawatt zurück. Die europaweiten Halbjahreszahlen zeigen damit eine uneinheitliche Entwicklung, während Nordex für das dritte Quartal ein deutliches Auftragswachstum meldet.

WindEurope erwartet zwischen 2026 und 2030 europaweit insgesamt 148 Gigawatt neu installierte Windkraftleistung. Für Hersteller wie Nordex eröffnen sich damit erhebliche Absatzmöglichkeiten. Wie schnell neue Anlagen tatsächlich entstehen, hängt unter anderem von Genehmigungen, Netzanbindungen und Investitionsbedingungen ab.

Nordex stärkt seine internationale Position

Nordex konzentriert sich auf Windkraftanlagen an Land und gehört außerhalb Chinas zu den großen internationalen Herstellern. Der Konzern hat seit seiner Gründung 1985 weltweit Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 64 Gigawatt in Betrieb genommen.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Nordex einen Umsatz von rund 7,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 11.100 Menschen und betreibt Fertigungsstandorte unter anderem in Deutschland, Spanien, Brasilien, Indien, den USA und der Türkei.

Mit dem kräftigen Auftragseingang im dritten Quartal wächst die Grundlage für die künftige Auslastung des Unternehmens. Entscheidend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung bleibt, wie profitabel Nordex seine wachsenden Auftragsbestände umsetzen kann.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu