
Auf dem Hamburger Sommerdom hat ein Zwischenfall am Nordic Tower am Dienstagabend, 25. August 2026, einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausgelöst. 23 Fahrgäste saßen über Stunden in dem Hochkettenkarussell fest, nachdem die Anlage während der Fahrt nicht mehr vollständig herunterfahren konnte. Nach Angaben der Feuerwehr befanden sich die Sitze etwa 25 Meter über dem Boden. Kurz nach Mitternacht gelang es schließlich, das Fahrgeschäft wieder abzusenken. Verletzt wurde niemand.
Der Zwischenfall ereignete sich gegen 21 Uhr auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg. Betroffen war der Nordic Tower, ein rund 80 Meter hohes mobiles Hochkettenkarussell der Hamburger Nülken OHG.
Das Fahrgeschäft stammt aus dem Jahr 2024 und kann nach Angaben des Betreibers bis zu 32 Personen aufnehmen. Die Fahrgäste werden während des regulären Betriebs am Turm nach oben gefahren und bewegen sich anschließend an langen Ketten um die Anlage.
Am Dienstagabend stoppte die Anlage jedoch bereits beim Herunterfahren. Nach Angaben der Feuerwehr war offenbar eine Bremse blockiert. Der Betreiber konnte das Fahrgeschäft zunächst nicht wieder vollständig in Bewegung setzen.
In einzelnen Berichten war zunächst von rund 30 Metern Höhe die Rede. Die Feuerwehr nannte später etwa 25 Meter. Diese Angabe ist deshalb die belastbarere Größenordnung.
Insgesamt befanden sich 23 Menschen in den Sitzen des Karussells. Zu ihrem Alter lagen am Mittwochmorgen zunächst keine gesicherten Angaben vor.
Die Fahrgäste konnten die Sitze wegen ihrer Position nicht selbst verlassen. Feuerwehr und Polizei rückten daraufhin mit einem größeren Aufgebot zum Hamburger DOM aus.
Nach Angaben der Feuerwehr waren rund 45 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Dazu gehörten auch speziell ausgebildete Höhenretter. Mehrere Rettungswagenbesatzungen standen ebenfalls bereit. Eine gesicherte Gesamtzahl aller eingesetzten Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei wurde zunächst nicht genannt.
Die Feuerwehr bereitete sich darauf vor, die Menschen nötigenfalls aus der Höhe zu retten. Einsatzkräfte nahmen Kontakt zu den Fahrgästen auf. Medien berichteten zudem über den Einsatz eines Teleskopmastfahrzeugs und die Übergabe von wärmenden Decken. Eine entsprechende detaillierte Einsatzdarstellung der Feuerwehr lag am frühen Mittwochmorgen zunächst nicht vor.
Eine aufwendige Rettung der 23 Menschen aus den einzelnen Sitzen wurde letztlich nicht notwendig. Kurz nach Mitternacht konnte die Blockade am Fahrgeschäft behoben werden.
Der Nordic Tower wurde anschließend kontrolliert nach unten gefahren. Die Fahrgäste konnten das Karussell selbstständig verlassen. Damit endete die Situation nach rund drei Stunden.
Der Rettungsdienst untersuchte die Betroffenen anschließend. Nach Angaben der Feuerwehr wurde niemand verletzt. Auch eine Einlieferung ins Krankenhaus war nach den zunächst vorliegenden Angaben nicht erforderlich.
Eine eigene detaillierte öffentliche Erklärung des Betreibers zur technischen Ursache lag zunächst nicht vor. Die Nülken OHG betreibt den Nordic Tower seit dessen Premiere im Jahr 2024. Das Fahrgeschäft wurde von dem österreichischen Hersteller Funtime gebaut.
Nach dem Zwischenfall soll die technische Ursache genauer geprüft werden. Nach Angaben aus dem Umfeld des Hamburger DOM ist dabei auch eine Untersuchung durch den TÜV vorgesehen.
Die zunächst von der Feuerwehr genannte blockierte Bremse beschreibt den unmittelbaren Grund dafür, dass die Anlage nicht weiter herunterfahren konnte. Warum es zu dieser Blockade kam, war am Mittwochmorgen noch nicht geklärt. Damit ist bislang auch nicht geklärt, ob ein einzelnes Bauteil, die Steuerung oder ein anderer technischer Vorgang die Störung ausgelöst hat.
Der Hamburger Sommerdom läuft noch bis Sonntag, 30. August 2026. Ob und unter welchen Voraussetzungen der Nordic Tower bis dahin wieder für Fahrgäste geöffnet werden kann, hing zunächst von der technischen Überprüfung ab.
Mobile Fahrgeschäfte gelten im deutschen Baurecht als sogenannte Fliegende Bauten. Dazu zählen unter anderem transportable Karussells, Achterbahnen und Riesenräder, die auf verschiedenen Festplätzen aufgebaut und anschließend wieder zerlegt werden.
Vor der erstmaligen Inbetriebnahme benötigen genehmigungspflichtige Anlagen eine Ausführungsgenehmigung. Dabei werden unter anderem technische Unterlagen, Konstruktion, Standsicherheit und die fertiggestellte Anlage geprüft. Für die technischen Sicherheitsanforderungen spielt unter anderem die Normenreihe DIN EN 13814 eine zentrale Rolle.
Die Genehmigung wird nur für einen begrenzten Zeitraum erteilt. Für eine Verlängerung sind wiederkehrende Prüfungen erforderlich. Je nach Art und Belastung des Fahrgeschäfts gelten unterschiedliche Prüfvorgaben.
Hinzu kommt die Kontrolle am jeweiligen Veranstaltungsort. Nach dem Aufbau muss geprüft werden, ob das Geschäft ordnungsgemäß errichtet wurde und mit den genehmigten Unterlagen übereinstimmt. Beim Hamburger DOM übernimmt TÜV NORD die Gebrauchsabnahme der Fahrgeschäfte. Auch die elektrischen Anlagen müssen vor der Freigabe kontrolliert werden. Ein Betrieb ist erst zulässig, wenn bei der Abnahme keine entgegenstehenden Mängel festgestellt wurden oder diese zuvor beseitigt worden sind.
Unabhängig von den technischen Abnahmen bleibt der jeweilige Schausteller für den sicheren Betrieb seines Fahrgeschäfts verantwortlich. Dazu gehören die Einhaltung der Betriebsvorschriften und die Reaktion auf Störungen.
Technische Sicherheitssysteme sind auch darauf ausgelegt, eine Anlage bei bestimmten Unregelmäßigkeiten anzuhalten. Ein Stillstand bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Fahrgeschäft unmittelbar absturzgefährdet ist. Welche Funktion beim Nordic Tower am Dienstagabend konkret ausgelöst wurde, war zunächst nicht abschließend geklärt.
Eine öffentlich zugängliche bundesweite Statistik, die reine technische Stillstände von Fahrgeschäften ohne Verletzte gesondert erfasst, wird nicht geführt. Deshalb lässt sich nicht belastbar beziffern, wie häufig vergleichbare Situationen auf deutschen Volksfesten auftreten. Schwerere Zwischenfälle und Unfälle werden dagegen regelmäßig öffentlich bekannt und können zusätzliche technische Untersuchungen nach sich ziehen.
Beim Hamburger Sommerdom blieb der Vorfall trotz des mehrstündigen Einsatzes ohne Verletzte. Für die 23 Fahrgäste endete die Fahrt erst nach Mitternacht wieder am Boden.
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