Novartis hebt Jahresprognose an

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat seine Ergebnisprognose für 2026 angehoben. Nach einem operativ starken dritten Quartal rechnet das Unternehmen mit einer besseren Entwicklung des bereinigten Betriebsergebnisses als bislang angenommen. Gleichzeitig ging der ausgewiesene Nettogewinn erheblich zurück. Verantwortlich dafür war insbesondere eine milliardenschwere Wertberichtigung auf einen Medikamentenkandidaten. Die am Dienstag, 27. Oktober 2026, veröffentlichten Quartalszahlen zeigen damit eine unterschiedliche Entwicklung zwischen dem laufenden Pharmageschäft und dem bilanziellen Ergebnis.

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Novartis erhöht Ergebnisprognose für 2026

Novartis erwartet für das Gesamtjahr nun, dass das operative Kernergebnis währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahr stabil bleibt oder im niedrigen einstelligen Prozentbereich wächst. Bislang hatte der Konzern einen Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich vorhergesagt.

Die Prognose für den Jahresumsatz bleibt unverändert. Hier erwartet das Unternehmen weiterhin ein währungsbereinigtes Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Beide Erwartungen stehen unter dem Vorbehalt, dass keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten.

Im dritten Quartal erzielte Novartis einen Umsatz von 14,52 Milliarden US-Dollar. Gegenüber den 13,91 Milliarden Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg um vier Prozent.

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Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich von 5,46 auf 6,04 Milliarden Dollar. Damit verzeichnete der Konzern einen Zuwachs von elf Prozent beziehungsweise zehn Prozent bei konstanten Wechselkursen.

Die bereinigte operative Marge stieg von 39,3 auf 41,6 Prozent. Novartis erwirtschaftete damit aus jedem umgesetzten Dollar einen höheren operativen Kerngewinn als im Vorjahresquartal.

Krebsmedikamente und MS-Therapie treiben Wachstum

Wesentlichen Anteil an der positiven operativen Entwicklung hatten mehrere umsatzstarke Medikamente. Besonders deutlich wuchsen Produkte zur Behandlung von Krebserkrankungen und Multipler Sklerose.

Das Brustkrebsmedikament Kisqali erzielte einen Quartalsumsatz von 1,82 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem währungsbereinigten Wachstum von 37 Prozent.

Mit dem Multiple-Sklerose-Medikament Kesimpta setzte Novartis 1,48 Milliarden Dollar um. Das Wachstum lag währungsbereinigt bei 22 Prozent. Das Leukämiemedikament Scemblix verzeichnete einen Zuwachs von 67 Prozent auf 593 Millionen Dollar.

Auch das Cholesterinmedikament Leqvio entwickelte sich positiv. Hier stiegen die Erlöse währungsbereinigt um 63 Prozent auf 506 Millionen Dollar.

Dem Wachstum bei diesen Präparaten standen erhebliche Belastungen durch günstigere Nachahmermedikamente gegenüber. Nach Berechnungen des Unternehmens steuerte die Absatzentwicklung im dritten Quartal 14 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei. Der Wettbewerb durch Generika verringerte das Wachstum gleichzeitig um neun Prozentpunkte.

Besonders deutlich zeigte sich dieser Effekt beim Herzmedikament Entresto. Dessen Quartalsumsatz sank um 38 Prozent auf 1,17 Milliarden Dollar.

Wertberichtigung belastet Nettogewinn erheblich

Während das bereinigte operative Ergebnis deutlich zulegte, fiel der ausgewiesene Nettogewinn von Novartis im dritten Quartal um 70 Prozent.

Unter dem Strich verdiente der Konzern 1,20 Milliarden Dollar nach 3,93 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Das ausgewiesene operative Ergebnis verringerte sich um 59 Prozent auf 1,84 Milliarden Dollar.

Eine wesentliche Ursache war eine Wertberichtigung von rund 1,9 Milliarden Dollar auf das Entwicklungsprojekt del-desiran. Der Medikamentenkandidat wird zur Behandlung der myotonen Dystrophie Typ 1 untersucht, einer erblichen Muskelerkrankung.

In der klinischen Phase-III-Studie HARBOR hatte del-desiran den primären Wirksamkeitsendpunkt nicht erreicht. Novartis erklärte, bei weiteren untersuchten Kriterien Hinweise auf eine klinische Wirkung beobachtet zu haben. Das Unternehmen prüfe die vollständigen Studiendaten und wolle mit den zuständigen Zulassungsbehörden über das weitere Entwicklungsprogramm beraten.

Die unterschiedliche Entwicklung der ausgewiesenen und bereinigten Ergebnisse erklärt sich durch die Behandlung solcher Sonderbelastungen. Das operative Kernergebnis ist eine bereinigte Kennzahl, in der bestimmte außergewöhnliche Aufwendungen nicht berücksichtigt werden.

Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im dritten Quartal um neun Prozent auf 2,46 Dollar. Der ausgewiesene Gewinn je Aktie sank dagegen von 2,04 auf 0,63 Dollar.

Neunmonatszahlen zeigen weiterhin Belastungen

Über die ersten neun Monate des Jahres erzielte Novartis einen Umsatz von 42,04 Milliarden Dollar. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei konstanten Wechselkursen blieb der Umsatz unverändert.

Das bereinigte operative Ergebnis verringerte sich über neun Monate um ein Prozent auf 16,87 Milliarden Dollar. Der ausgewiesene Nettogewinn ging um 34 Prozent auf 7,61 Milliarden Dollar zurück.

Auch der freie Cashflow entwickelte sich rückläufig. Im dritten Quartal erreichte er 5,11 Milliarden Dollar und lag damit 18 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für die ersten neun Monate meldete Novartis einen freien Cashflow von 14 Milliarden Dollar, zwölf Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die starke Entwicklung einzelner Medikamente bislang nicht sämtliche Belastungen des Geschäftsjahres ausgeglichen hat.

Forschung bleibt entscheidender Wirtschaftsfaktor

Novartis konzentriert sich auf innovative Arzneimittel in den Bereichen Krebs, Immunologie, Neurowissenschaften sowie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Zu den wichtigen Märkten zählen die USA, China, Deutschland und Japan.

Neben dem Rückschlag bei del-desiran meldete das Unternehmen auch Fortschritte bei anderen Forschungsprojekten. So erreichte der Wirkstoff Remibrutinib in zwei Phase-III-Studien zur Behandlung schubförmiger Multipler Sklerose den primären Studienendpunkt.

Weitere Entwicklungen betrafen unter anderem Zulassungserweiterungen für das Krebsmedikament Pluvicto und das Präparat Rhapsido in den USA.

Für Novartis bleibt die Entwicklung neuer Medikamente wirtschaftlich besonders bedeutsam. Wenn der Patentschutz umsatzstarker Präparate ausläuft, können günstigere Konkurrenzprodukte die Erlöse erheblich verringern. Neue Arzneimittel müssen deshalb einen zunehmenden Beitrag zum Geschäft leisten.

Die angehobene Jahresprognose zeigt, dass Novartis trotz dieser Herausforderungen für das verbleibende Geschäftsjahr mit einer besseren operativen Entwicklung rechnet als zuvor. Ob die neue Zielspanne erreicht wird, hängt unter anderem von der weiteren Nachfrage nach den wichtigsten Medikamenten, dem Generikawettbewerb und den Wechselkursen ab.

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