
Nvidia hat mit seinen am Mittwochabend veröffentlichten Quartalszahlen die hohen Erwartungen der Finanzmärkte übertroffen. Der US Chipkonzern meldete für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 96,22 Milliarden US Dollar. Das waren 18 Prozent mehr als im vorherigen Quartal und 106 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders stark blieb das Geschäft mit Rechenzentren, das durch die weltweiten Investitionen in künstliche Intelligenz geprägt wird.
Die Nvidia Quartalszahlen 2026 sorgten zunächst für eine wechselhafte Reaktion der Aktie, ehe sich im nachbörslichen US Handel deutliche Kursgewinne durchsetzten. Auch europäische Technologiewerte profitierten am Donnerstagmorgen. Beim DAX fiel die Reaktion dagegen vergleichsweise moderat aus, weil neben Nvidia weitere Faktoren wie die US Inflation, die Geldpolitik und Kursverluste in anderen Branchen eine Rolle spielten.
Nvidia erzielte in dem am 26. Juli beendeten Quartal einen Umsatz von 96,221 Milliarden Dollar. Im vergleichbaren Vorjahresquartal waren es 46,743 Milliarden Dollar gewesen. Damit hat sich der Umsatz innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.
Der nach US Rechnungslegungsregeln ausgewiesene Nettogewinn stieg auf 59,688 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Nvidia 26,422 Milliarden Dollar verdient. Das entspricht einem Anstieg von 126 Prozent. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag auf GAAP Basis bei 2,46 Dollar.
Auf bereinigter Basis meldete das Unternehmen einen Nettogewinn von 53,954 Milliarden Dollar und einen verwässerten Gewinn je Aktie von 2,22 Dollar. Nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG hatten Analysten im Durchschnitt mit einem bereinigten Ergebnis von 2,10 Dollar je Aktie gerechnet. Beim Umsatz hatte der Konsens bei 92,17 Milliarden Dollar gelegen.
Damit übertraf Nvidia sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie die durchschnittlichen Markterwartungen.
Der wichtigste Wachstumstreiber blieb das Geschäft mit Rechenzentren. Der Umsatz dieses Bereichs erreichte im zweiten Quartal 89 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Plus von 117 Prozent. LSEG zufolge hatten Analysten im Durchschnitt mit 85,08 Milliarden Dollar gerechnet.
Die Zahlen unterstreichen die weiterhin hohen Investitionen großer Technologieunternehmen und anderer Betreiber von Rechenzentren in Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Nvidia liefert dafür unter anderem Grafikprozessoren, komplette Rechnersysteme, Netzwerktechnik und Software.
Die Bruttomarge lag im zweiten Quartal sowohl nach GAAP als auch auf bereinigter Basis bei 75,0 Prozent. Steigende Kosten für Speicher und andere Komponenten könnten die Margen in den kommenden Quartalen allerdings belasten. Aussagen des Unternehmens zur künftigen Entwicklung sind Prognosen und keine Garantie für tatsächlich eintretende Ergebnisse.
Für das laufende dritte Geschäftsquartal erwartet Nvidia einen Umsatz von 108 Milliarden Dollar. Das Unternehmen gibt dabei eine mögliche Abweichung von zwei Prozent nach oben oder unten an.
Der von LSEG ermittelte Analystenkonsens hatte zuvor bei rund 104,19 Milliarden Dollar gelegen. Damit liegt der Mittelpunkt der Nvidia Prognose über der bisherigen durchschnittlichen Markterwartung.
Für die Bruttomarge rechnet Nvidia im dritten Quartal mit etwa 74 Prozent, ebenfalls mit einer möglichen Abweichung von 0,5 Prozentpunkten. Die operativen Aufwendungen sollen nach GAAP bei etwa 9,2 Milliarden Dollar und auf bereinigter Basis bei rund 9 Milliarden Dollar liegen.
In seiner Prognose berücksichtigt Nvidia weiterhin keine Umsätze mit Rechenzentrum Rechenleistung in China. Damit bleibt das China Geschäft wegen der US Exportbeschränkungen ein Unsicherheitsfaktor.
Während der Telefonkonferenz stellte Unternehmenschef Jensen Huang zudem für das kommende Geschäftsjahr bis Januar 2028 ein Umsatzwachstum von etwa 70 Prozent in Aussicht. Analysten hatten zuvor im Durchschnitt mit deutlich geringerem Wachstum gerechnet. Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Unternehmensprognose, deren tatsächliche Entwicklung von Nachfrage, Produktionskapazitäten, Wettbewerb, Lieferketten und regulatorischen Bedingungen abhängt.
An der Börse fiel die unmittelbare Reaktion zunächst uneinheitlich aus. Die Nvidia Aktie hatte den regulären US Handel am Mittwoch bei 209,89 Dollar beendet, rund 1,5 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages. Quelle für den Schlusskurs ist ChartExchange, Stand 26. August 2026, 15:59:59 Uhr US Ostküstenzeit.
Nach Veröffentlichung der Zahlen gab die Aktie zunächst nochmals nach. Im weiteren Verlauf drehte sie jedoch deutlich ins Plus. In einem Reuters Marktbericht vom Donnerstag, 27. August, Stand 03:59 Uhr deutscher Zeit, wurde die Nvidia Aktie im nachbörslichen Handel mit einem Plus von rund 4,7 Prozent angegeben.
Die Bewegung zeigt zugleich, wie hoch die Erwartungen an Nvidia inzwischen sind. Allein ein Überschreiten der bisherigen Analystenschätzungen führte unmittelbar nach Vorlage der Zahlen zunächst noch nicht zu einer eindeutigen Kursrichtung. Erst im Verlauf der Telefonkonferenz verstärkte sich die positive Reaktion.
Auch in Europa hinterließen die Nvidia Zahlen am Donnerstagmorgen Spuren. Vor Beginn des regulären Xetra Handels zeichnete sich beim deutschen Leitindex zunächst ein leicht positiver Start ab.
Um 08:10 Uhr deutscher Zeit wurde der DAX bei 26.345,01 Punkten indiziert. Das entsprach einem Plus von 0,20 Prozent. Quelle der Kursangabe ist die Marktübersicht von Ariva.de vom 27. August 2026 um 08:10:20 Uhr. Am Mittwoch hatte der DAX den Xetra Handel bei 26.285,96 Punkten beendet.
Bereits um 07:28 Uhr hatte die ARD unter Berufung auf den Broker IG eine DAX Indikation von rund 26.338 Punkten genannt, ebenfalls etwa 0,2 Prozent über dem vorherigen Schlussstand.
Nach dem europäischen Handelsstart zeigte sich besonders der Technologiesektor freundlich. Reuters meldete für 09:09 Uhr deutscher Zeit einen Anstieg des europäischen Technologieindex um 1,5 Prozent. Der breitere Stoxx Europe 600 lag zum selben Zeitpunkt dagegen mit 0,07 Prozent im Minus bei 655,95 Punkten. Verluste unter anderem bei Auto, Chemie und Konsumwerten begrenzten damit die positive Wirkung der Nvidia Zahlen auf den Gesamtmarkt.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass Nvidias Geschäftszahlen zwar einen wichtigen Impuls für Technologieaktien lieferten, die Richtung des DAX und anderer großer Indizes aber nicht allein bestimmen. Zusätzlich beschäftigen die Märkte die US Inflationsentwicklung und die weitere Geldpolitik der Federal Reserve. Damit trafen die überraschend starken Unternehmenszahlen auf ein Börsenumfeld, in dem mehrere gegenläufige Faktoren gleichzeitig wirken.
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