Nvidia rückt näher: Warum die Quartalszahlen die Märkte bewegen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die internationalen Aktienmärkte bewegen sich auf hohem Niveau, während Anleger bereits auf einen der wichtigsten Unternehmenstermine des Monats blicken. Nvidia legt seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 am Mittwoch, 26. August 2026, vor. Die Veröffentlichung ist für 14 Uhr kalifornischer Zeit und damit nach dem regulären US-Börsenschluss angesetzt. Damit findet der Bericht nicht in der laufenden Börsenwoche vom 17. bis 21. August statt, sondern in der darauffolgenden Woche.

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Die Erwartungen sind dennoch schon jetzt hoch. Von Marktdiensten zusammengefasste Analystenschätzungen liegen derzeit bei einem Quartalsumsatz von rund 91,9 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 2,08 Dollar. Nvidia selbst hatte im Mai für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar prognostiziert, mit einer möglichen Abweichung von zwei Prozent nach oben oder unten. Die Analystenzahlen sind Schätzungen und keine Unternehmensprognose.

Rechenzentren treiben das Wachstum von Nvidia

Wie stark Nvidia inzwischen vom weltweiten Ausbau von KI-Rechenzentren profitiert, zeigen die zuletzt veröffentlichten Geschäftszahlen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte der Konzern insgesamt 81,6 Milliarden Dollar Umsatz. Das waren 85 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allein das Geschäft mit Rechenzentren steuerte 75,2 Milliarden Dollar bei und wuchs damit gegenüber dem Vorjahresquartal um 92 Prozent.

Damit entfielen mehr als neun Zehntel des Konzernumsatzes auf das Data-Center-Geschäft. Entscheidend für die kommenden Zahlen wird deshalb sein, ob die Nachfrage nach den aktuellen KI-Beschleunigern und kompletten Rechensystemen mit dem bisherigen Tempo weitergewachsen ist. Zu den größten Abnehmern entsprechender Infrastruktur gehören die großen Cloud-Konzerne, die weiterhin sehr hohe Summen in Rechenzentren investieren. Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle dürften nach einer Schätzung von S&P Global Ratings 2026 zusammen rund 750 Milliarden Dollar investieren.

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Nvidia selbst hat die Finanzierung des weiteren Infrastruktur-Ausbaus zuletzt zusätzlich in den Mittelpunkt gerückt. Das Unternehmen teilte am 10. August mit, mit sechs großen Finanzunternehmen zusammenzuarbeiten. Über entsprechende Finanzierungsplattformen sollen langfristig mehr als 500 Milliarden Dollar an Kapital für KI-Infrastruktur mobilisiert werden.

Nvidia ist inzwischen mehr als fünf Billionen Dollar wert

Die Dimension des Unternehmens zeigt auch die Börsenbewertung. Die Nvidia-Aktie wurde zuletzt am Freitag, 14. August, bei rund 225,16 Dollar gehandelt. Daraus ergab sich eine Marktkapitalisierung von etwa 5,49 Billionen Dollar. Stand der Kursangabe war 20.15 Uhr US-Ostküstenzeit am Freitagabend, also nach dem regulären Handelsschluss.

Durch diese Größe besitzt Nvidia einen außergewöhnlich hohen Einfluss auf die großen US-Aktienindizes. Ende Juli lag das Gewicht der Aktie in Fonds, die den S&P 500 unmittelbar nachbilden, bei rund 7,5 Prozent. In Produkten auf den Nasdaq 100 lag Nvidia zuletzt bei ungefähr acht Prozent. Kursbewegungen eines einzelnen Unternehmens können damit die Entwicklung der gesamten Leitindizes sichtbar beeinflussen.

Der S&P 500 hatte am Donnerstag, 13. August, bei 7.798,99 Punkten einen Rekordschluss erreicht. Im Tagesverlauf war der Index bis auf 7.816,70 Punkte gestiegen. Am Freitag fiel er anschließend leicht auf 7.785,76 Punkte zurück.

Der Nasdaq Composite schloss am Donnerstag bei 26.803,03 Punkten und am Freitag bei 26.729,16 Punkten. Anders als der S&P 500 lag der Nasdaq damit unter seinem bisherigen Rekordniveau. Sein bisher höchster Schlussstand 2026 lag bei rund 27.093,90 Punkten.

Auch der deutsche Aktienmarkt notiert auf Rekordniveau. Der DAX erreichte im August im Tagesverlauf rund 26.574 Punkte. Am Freitag, 14. August, beendete er den Xetra-Handel um 17.30 Uhr bei einem neuen Rekordschluss von 26.440,31 Punkten.

Hohe Bewertungen erhöhen die Erwartungen an KI-Konzerne

Mit den gestiegenen Kursen hat auch die Debatte über die Bewertung von Technologie- und KI-Unternehmen an Intensität gewonnen. Nvidia wurde zuletzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 34 auf Basis der vom Marktdatenanbieter ausgewiesenen Gewinne bewertet. Gleichzeitig lag das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis des gesamten S&P 500 Anfang August bei etwa 20,4.

Eine hohe Bewertung allein belegt keine Überhitzung. Sie bedeutet jedoch, dass ein erheblicher Teil des erwarteten künftigen Wachstums bereits in den Kursen berücksichtigt ist. Besonders bei KI-Unternehmen beobachten Investoren deshalb nicht nur steigende Umsätze, sondern zunehmend auch die Frage, welche Gewinne aus den enormen Investitionen in Rechenzentren langfristig entstehen.

Die Diskussion wurde durch die starke Konzentration des US-Marktes zusätzlich verstärkt. Gleichzeitig haben die jüngsten Ergebnisse von Microsoft und Amazon die Befürchtung gedämpft, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur kurzfristig einbrechen könnte. Cloud-Wachstum und weiter bestehende Kapazitätsengpässe sprechen bislang für eine anhaltend hohe Nachfrage.

Langfristige US-Zinsen werden zum zweiten großen Risikofaktor

Neben Unternehmensgewinnen spielen die Anleihemärkte eine zunehmend wichtige Rolle für Aktienbewertungen. Besonders die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen sind 2026 deutlich gestiegen. Bei einer Auktion am 13. August musste das US-Finanzministerium für 30-jährige Staatsanleihen eine Rendite von 5,22 Prozent akzeptieren, den höchsten Auktionssatz seit 2001. Inflationsbereinigt bewegte sich die Rendite 30-jähriger US-Anleihen gleichzeitig bei rund drei Prozent und damit nahe einem 18-Jahres-Hoch.

Steigende Renditen sind für hoch bewertete Wachstumsunternehmen besonders relevant. Höhere risikofreie Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten und verringern rechnerisch den heutigen Wert weit in der Zukunft erwarteter Unternehmensgewinne. Zusätzlich konkurrieren Aktien stärker mit verzinslichen Anlagen.

Ein Teil des Renditeanstiegs hängt selbst mit dem KI-Boom zusammen. Alphabet, Amazon und Meta haben nach LSEG-Daten 2026 bereits fast 220 Milliarden Dollar an Anleihen ausgegeben, um unter anderem ihre umfangreichen Investitionen zu finanzieren. Gleichzeitig sorgt die hohe staatliche Kreditaufnahme für ein zusätzliches Angebot am Anleihemarkt.

Zuletzt ließ der unmittelbare Zinserhöhungsdruck allerdings etwas nach. Schwächere US-Einzelhandelsumsätze und moderatere Inflationsdaten reduzierten die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve bereits im September. Die US-Einzelhandelsumsätze gingen im Juli um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Es war der erste Rückgang seit neun Monaten.

Walmart und Home Depot bestimmen zunächst diese Börsenwoche

Bevor Nvidia am 26. August berichtet, richten sich die Blicke auf die amerikanischen Verbraucher. Home Depot veröffentlicht seine Ergebnisse für das zweite Quartal am Dienstag, 18. August. Die Telefonkonferenz ist für 9 Uhr US-Ostküstenzeit angesetzt.

Walmart folgt am Donnerstag, 20. August. Die Geschäftszahlen sollen gegen 6 Uhr Central Time veröffentlicht werden, die Telefonkonferenz beginnt um 7 Uhr. Zusätzlich legen in dieser Woche unter anderem Target, Lowe’s und Deere Quartalszahlen vor.

Ein neuer Bericht zu den US-Einzelhandelsumsätzen steht dagegen in dieser Woche nicht mehr an. Die Juli-Daten wurden bereits am Freitag, 14. August, veröffentlicht. Am Mittwoch rückt stattdessen das Protokoll der jüngsten Sitzung der Federal Reserve in den Mittelpunkt. Es könnte zusätzliche Hinweise liefern, wie die Notenbank die weiterhin erhöhte Inflation, die schwächeren Konsumausgaben und das Zinsniveau bewertet.

Damit verteilt sich der Marktfokus auf zwei Etappen. In der laufenden Woche liefern die großen US-Einzelhändler Hinweise auf die Verfassung des Konsums und die Fed auf ihren weiteren geldpolitischen Kurs. Am 26. August folgt mit den Nvidia-Zahlen der nächste große Test dafür, ob das außergewöhnliche Wachstum der KI-Infrastruktur mit den inzwischen sehr hohen Erwartungen der Finanzmärkte Schritt halten kann.

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